Leistungen und Produkte im Google-Profil hinterlegen
Die meisten Google-Profile bestehen aus Name, Adresse, Telefonnummer und einer Kategorie. Was der Betrieb tatsächlich anbietet, steht nirgends. Damit fehlt Google genau die Information, die es braucht, um Sie bei einer konkreten Suche vorzuschlagen. Das Nachtragen dauert eine gute Stunde.
Warum die Kategorie allein zu grob ist
Ihre Hauptkategorie sagt Google, was für ein Betrieb Sie sind. „Elektriker". „Physiotherapiepraxis". „Blumenladen". Das ist die Grundlage, aber es ist eine Schublade, in der noch hundert andere stecken.
Gesucht wird jedoch selten nach der Schublade. Gesucht wird nach „Wallbox anschließen lassen", nach „Manuelle Lymphdrainage" oder nach „Trauerfloristik". Wenn diese Begriffe in Ihrem Profil nirgends auftauchen, muss Google raten, ob Sie das anbieten. Und beim Raten gewinnt der Betrieb, bei dem es ausdrücklich steht.
Genau dafür gibt es die beiden Bereiche Leistungen und Produkte. Sie füllen den Abstand zwischen der groben Kategorie und der konkreten Suchanfrage.
Leistungen oder Produkte: was gehört wohin
Die beiden Bereiche sehen ähnlich aus, funktionieren aber unterschiedlich. Je nach Branche steht Ihnen einer von beiden oder auch beide zur Verfügung.
| Leistungen | Produkte | |
|---|---|---|
| Gedacht für | Tätigkeiten, die Sie erbringen | Waren und feste Angebote |
| Darstellung | Textliste, nach Gruppen sortiert | Kacheln mit Bild |
| Bild nötig | Nein | Ja, das Bild trägt die Kachel |
| Typisch für | Handwerk, Praxen, Kanzleien, Studios | Einzelhandel, Gastronomie, Betriebe mit Sortiment |
Ein Malerbetrieb legt Leistungen an: Innenanstrich, Fassadenanstrich, Tapezierarbeiten, Schimmelsanierung. Ein Fahrradladen legt zusätzlich Produkte an: einzelne Räder, Inspektionspakete, Zubehör. Eine Physiotherapiepraxis bleibt bei Leistungen und gruppiert sie nach Behandlungsarten.
So legen Sie Leistungen an
In der Verwaltung Ihres Profils finden Sie den Punkt „Leistungen" oder „Services". Google schlägt Ihnen dort eine Liste vor, die zu Ihrer Kategorie passt. Diese Vorschläge sind ein guter Start, reichen aber nie aus.
- Haken Sie die Vorschläge ab, die wirklich zutreffen. Nur die. Was Sie nicht machen, gehört nicht ins Profil.
- Ergänzen Sie eigene Leistungen. Hier tragen Sie ein, was Sie von anderen unterscheidet und wonach Ihre Kund:innen fragen.
- Nutzen Sie das Beschreibungsfeld. Zwei bis drei Sätze pro Leistung reichen. Der Platz ist begrenzt, das Feld zeigt Ihnen an, wie viele Zeichen noch übrig sind.
- Ordnen Sie in Gruppen, sobald Sie mehr als etwa zehn Einträge haben. Sonst wird die Liste unübersichtlich.
Zwanzig bis dreißig gepflegte Leistungen sind für einen mittleren Betrieb ein realistisches Ziel. Wichtiger als die Menge ist, dass jede einzelne wirklich zu Ihnen passt.
Die Benennung entscheidet
Das ist der Punkt, an dem die meisten Profile Potenzial verschenken. Betriebe benennen ihre Leistungen so, wie sie in der Angebotssoftware heißen. Kund:innen suchen aber mit ihren eigenen Worten.
Beispiel: Fachsprache gegen Kundensprache
So steht es oft im Profil: „Elektroinstallation Neubau", „E-Check nach DIN VDE 0701", „Ladeinfrastruktur".
So wird tatsächlich gesucht: „Steckdosen nachrüsten", „Elektroprüfung für die Versicherung", „Wallbox anschließen lassen".
Die Lösung: Nehmen Sie beides. Der Titel in der Sprache Ihrer Kund:innen, der Fachbegriff in der Beschreibung darunter. So verstehen Sie beide Seiten, Menschen und Maschine.
Woher Sie wissen, wie gesucht wird? Aus Ihren eigenen Telefonaten. Notieren Sie zwei Wochen lang, mit welchen Worten Anrufende ihr Anliegen schildern. Diese Formulierungen sind Ihre Leistungstitel. Dieselbe Quelle nutzen Sie übrigens auch für den Bereich Fragen und Antworten in Ihrem Profil.
Kurz gesagt: Eine Leistung, die niemand so nennt, wird auch nicht so gefunden. Schreiben Sie den Titel so, wie Ihre Kund:innen am Telefon fragen.
Produkte: das Schaufenster im Profil
Produkte erscheinen als Kacheln mit Bild und sind damit der auffälligste Bereich im Profil. Sie eignen sich nicht nur für Waren, sondern auch für klar umrissene Pakete, etwa eine Inspektion, ein Menü oder eine Behandlungsserie.
Für jedes Produkt brauchen Sie vier Angaben: ein eigenes Foto, einen Namen, optional einen Preis oder eine Preisspanne und eine kurze Beschreibung. Dazu kommt ein Link, der auf die passende Seite führen sollte, nicht auf Ihre Startseite.
Zum Preis: Sie müssen keinen angeben. Wenn Sie einen nennen, halten Sie ihn aktuell. Ein veralteter Preis führt zu Diskussionen an der Theke. Eine Spanne mit dem Hinweis „ab" ist bei individuellen Arbeiten oft die ehrlichere Lösung.
Nutzen Sie nicht mehr als eine Handvoll Produkte, wenn Sie kein echtes Sortiment haben. Drei aktuelle Kacheln wirken besser als zwanzig, die zur Hälfte nicht mehr stimmen.
Die vier häufigsten Fehler
Wenn wir Profile durchsehen, tauchen fast immer dieselben Muster auf. Sie lassen sich schnell beheben.
- Alles ankreuzen, was Google vorschlägt. Wer eine Leistung anbietet, die er gar nicht erbringt, bekommt Anfragen, die er absagen muss. Das kostet Zeit und im schlimmsten Fall eine enttäuschte Bewertung.
- Dieselbe Leistung mehrfach anlegen, nur leicht anders formuliert. Das wirkt wie der Versuch, die Liste künstlich zu verlängern, und hilft niemandem beim Lesen.
- Ortsnamen in jeden Titel packen. „Fensterreinigung Bremen", „Büroreinigung Bremen", „Treppenhausreinigung Bremen": Ihre Adresse steht bereits im Profil. Die Wiederholung sieht nach Trick aus.
- Einmal anlegen und nie wieder ansehen. Sortimente ändern sich, Leistungen fallen weg, neue kommen dazu. Ein Blick pro Halbjahr genügt, um die Liste aktuell zu halten.
Und ein fünfter, der seltener genannt wird: Viele Betriebe tragen ihre Leistungen ein, informieren aber niemanden im Team darüber. Wenn dann jemand anruft und nach der Leistung fragt, die im Profil steht, sollte am Telefon klar sein, was gemeint ist. Drucken Sie die Liste einmal aus und legen Sie sie neben das Telefon.
Was das für Ihre Sichtbarkeit bedeutet
Leistungen und Produkte zahlen direkt auf die Relevanz ein, einen der drei Faktoren, nach denen Google lokale Ergebnisse sortiert. Die anderen beiden sind Entfernung und Bekanntheit, nachzulesen in unserem Beitrag zum Google Maps Ranking.
Der zweite Effekt betrifft die KI-Suche. Wenn jemand ChatGPT oder eine andere Assistenz fragt, wer in der Nähe eine bestimmte Arbeit übernimmt, greifen diese Systeme auf öffentlich zugängliche Angaben zurück. Ein Betrieb, dessen Leistungen konkret benannt sind, ist dabei klar im Vorteil gegenüber einem, der nur als „Handwerksbetrieb" geführt wird. Wie diese Systeme lokale Betriebe auswählen, beschreiben wir in ChatGPT und lokale Unternehmen.
Erwarten Sie keinen Sprung über Nacht. Der Gewinn liegt in der Breite: Sie werden bei mehr unterschiedlichen Suchanfragen überhaupt erst berücksichtigt.
Der Abgleich mit Ihrer Webseite
Ein gepflegtes Profil verweist auf eine Webseite, die dasselbe erzählt. Wenn Ihr Profil „Wallbox anschließen lassen" anbietet und Ihre Webseite dazu keinen einzigen Satz enthält, bleibt das Signal schwach.
Sinnvoll ist deshalb, für Ihre wichtigsten drei bis fünf Leistungen jeweils eine eigene Unterseite zu haben, mit demselben Begriff in der Überschrift. Das ist die Grundidee einer Landingpage je Leistung. Dorthin verlinken Sie dann auch aus dem Profil.
Wer noch einen Schritt weiter gehen will, hinterlegt seine Leistungen zusätzlich als strukturierte Daten auf der eigenen Seite. Damit steht dieselbe Information in einer Form da, die Maschinen zweifelsfrei lesen können. Profil und Webseite erzählen dann dieselbe Geschichte, nur in zwei Sprachen.
Fazit: die nächsten Schritte
Leistungen und Produkte sind die Detailangaben, die aus einer Kategorie einen konkreten Betrieb machen. So füllen Sie sie:
- Sammeln Sie zwei Wochen lang, mit welchen Worten Anrufende ihr Anliegen schildern.
- Übernehmen Sie die passenden Vorschläge von Google und ergänzen Sie eigene Leistungen.
- Benennen Sie jede Leistung in Kundensprache, den Fachbegriff nur in der Beschreibung.
- Legen Sie Produkte nur an, wenn Sie ein echtes Sortiment oder feste Pakete haben.
- Sorgen Sie dafür, dass Ihre wichtigsten Leistungen auch auf Ihrer Webseite eine eigene Seite haben.
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