Google-Profil: warum die Beschreibung Fragen beantworten sollte
Stand: 1. August 2026. Rechtslage und das Verhalten von Google können sich jederzeit ändern. Prüfen Sie bei wichtigen Entscheidungen den aktuellen Stand.
In den meisten Google-Unternehmensprofilen steht ein Text darüber, wie gut der Betrieb ist. Für 2026 spricht einiges dafür, diesen Text umzuschreiben. Nicht schöner, sondern konkreter: als Antwort auf die Fragen, die Kundinnen und Kunden tatsächlich stellen. Der Grund liegt darin, wo lokale Sichtbarkeit inzwischen entsteht.
Was sich geändert hat
Fachleute aus der Local-SEO-Branche werten regelmäßig aus, welche Faktoren die lokale Sichtbarkeit beeinflussen. In der Auswertung für 2026 taucht erstmals eine eigene Kategorie auf: KI-Sichtbarkeit. Gemeint ist damit, wie gut ein Betrieb in den Antworten von KI-Systemen vorkommt.
Genannt wird dabei ein Bereich, den viele Betriebe bisher kaum beachten: die Fragen und Antworten im Google-Unternehmensprofil. KI-Antworten auf Fragen im Profil spielen laut dieser Auswertung eine Rolle. Daraus folgt eine sehr praktische Empfehlung, und die ist der eigentliche Punkt dieses Beitrags: Schreiben Sie Ihre Profilbeschreibung und Ihre Leistungstexte so, dass sie konkrete Fragen beantworten.
Zur Einordnung: Das ist eine Auswertung aus der Branche, keine Mitteilung von Google. Sie zeigt, worauf Fachleute derzeit achten, und nicht, wie Google intern rechnet.
Wie viel das Profil überhaupt ausmacht
Das Google-Unternehmensprofil bleibt der stärkste einzelne Hebel für lokale Sichtbarkeit, den ein Betrieb selbst steuern kann. Branchenanalysen ordnen ihm grob ein Drittel der lokalen Sichtbarkeit zu. Auch diese Zahl ist eine Schätzung aus der Branche und stammt nicht von Google. Zum Einordnen taugt sie trotzdem, vor allem wegen der anderen Seite der Rechnung: Rund zwei Drittel entstehen woanders, also auf Ihrer eigenen Webseite, in Verzeichnissen und in dem, was andere über Sie schreiben.
Von der Selbstdarstellung zur Antwort
Die meisten Profilbeschreibungen sind Selbstdarstellung. Sie sagen, wie ein Betrieb sich selbst sieht. Was sie nicht sagen: was er genau macht, für wen und wo. Ein frei erfundenes Beispiel, eine Tischlerei:
„Seit über 30 Jahren stehen wir für Qualität, Zuverlässigkeit und echtes Handwerk. Unser eingespieltes Team arbeitet mit modernster Technik und viel Liebe zum Detail."
„Wir bauen Einbauschränke, Innentüren und Küchen nach Maß, vor allem für Altbauwohnungen in Bremen und im Umland. Zum Aufmaß kommen wir zu Ihnen. Kleinere Reparaturen an Türen und Fenstern übernehmen wir ebenfalls. Termine vereinbaren wir telefonisch."
Der zweite Text ist nicht hübscher. Er ist brauchbarer. Er beantwortet vier Fragen, die Menschen wirklich stellen: Was macht ihr? Für welche Art von Gebäude? Wo? Und kommt ihr raus? Solche Sätze kann ein KI-System aufgreifen und weitergeben. Mit „Liebe zum Detail" lässt sich dagegen nichts anfangen.
So kommen Sie an die richtigen Fragen
- Notieren Sie zwei Wochen lang, was Anruferinnen und Anrufer als Erstes fragen.
- Beantworten Sie jede dieser Fragen in einem klaren Satz, ohne Werbesprache.
- Verwenden Sie diese Sätze zweimal: in der Profilbeschreibung und in den Leistungstexten auf Ihrer Webseite.
- Behalten Sie den Bereich Fragen und Antworten in Ihrem Profil im Blick und beantworten Sie offene Fragen selbst.
Wie Sie das Profil darüber hinaus vollständig ausfüllen, haben wir in unserem Magazinbeitrag Google-Unternehmensprofil optimieren Schritt für Schritt beschrieben.
Was unverändert wichtig bleibt
Zwei Punkte sind nicht neu und trotzdem entscheidend:
- Firmenname, Adresse und Telefonnummer müssen überall identisch sein. Im Profil, auf Ihrer Webseite und in Verzeichnissen. Abweichungen stiften Verwirrung, bei Menschen wie bei Maschinen.
- Frische Bewertungen wiegen schwerer als alte. Ein Profil mit vielen Bewertungen, deren letzte zwei Jahre zurückliegt, steht schwächer da als eines mit weniger, dafür aktuellen Stimmen. Wie Sie regelmäßig neue bekommen, ohne aufdringlich zu wirken, steht in Mehr Google-Bewertungen.
Ein gepflegtes Profil ist der Anfang, nicht das Ziel
Wenn Ihr Profil Fragen beantwortet, ist ein wichtiger Teil erledigt. Der Rest hängt daran, ob der umgebende Auftritt dazu passt. Klickt jemand aus dem Profil auf Ihre Webseite und findet dort etwas anderes vor, geht der gewonnene Vorsprung wieder verloren. Und die rund zwei Drittel Sichtbarkeit, die nicht aus dem Profil kommen, entstehen ohnehin außerhalb davon. Was wir dabei übernehmen, sehen Sie auf unserer Seite zum Google-Unternehmensprofil und bei der Sichtbarkeit in der KI-Suche.
Fazit
Neu ist für 2026 die Kategorie KI-Sichtbarkeit in der Auswertung der lokalen Rankingfaktoren, samt Hinweis auf die Fragen und Antworten im Profil. Praktisch heißt das: Ersetzen Sie Selbstlob durch Antworten auf echte Fragen, in der Profilbeschreibung wie in Ihren Leistungstexten. Einheitliche Kontaktdaten und frische Bewertungen bleiben daneben unverändert wichtig. Das Profil trägt nach Schätzungen aus der Branche etwa ein Drittel Ihrer lokalen Sichtbarkeit. Um die anderen zwei Drittel müssen Sie sich weiterhin selbst kümmern.
Quellen
Steht auf Ihrer Webseite dasselbe wie in Ihrem Profil?
Der kostenlose Sichtbarkeits-Check schaut sich beides an und zeigt Ihnen, wo Profil und Webseite auseinanderlaufen.