SEO-Grundlagen
Warum steht der Mitbewerber oben und Sie auf Seite drei? Diese Anleitung erklärt, wonach Google sortiert, welche Stellschrauben Sie selbst haben und welche Versprechen Sie ignorieren können.
Worum es geht
SEO heißt Suchmaschinenoptimierung. Gemeint ist alles, was dafür sorgt, dass Ihre Seite erscheint, wenn jemand nach Ihrer Leistung sucht. Es ist kein Trick und kein einmaliger Handgriff, sondern eine Sammlung kleiner Dinge, die zusammen wirken.
Google sortiert vereinfacht nach drei Fragen: Passt die Seite zur Suchanfrage? Ist sie technisch benutzbar? Und ist sie vertrauenswürdig? Alles, was Sie tun können, zahlt auf eine dieser drei Fragen ein.
Nach dieser Anleitung wissen Sie, nach welchen Begriffen Ihre Kundschaft wirklich sucht, wie Sie eine Seite darauf ausrichten, was technisch wichtig ist und woran Sie erkennen, ob es wirkt.
Was Sie vorher brauchen
Nichts davon kostet Geld.
- Zugriff auf Ihre Webseite. Bei WordPress die Zugangsdaten, sonst uns kurz Bescheid geben.
- Die Google Search Console. Kostenlos, zeigt Ihnen, wonach Menschen suchen, bevor sie bei Ihnen landen. Wie Sie sie einrichten, steht in Schritt 6.
- Zettel und Stift. Klingt altmodisch, aber die Begriffssammlung in Schritt 1 macht man besser von Hand.
- Geduld. Änderungen wirken nach Wochen, nicht nach Stunden. Wer nach drei Tagen aufgibt, sieht nie ein Ergebnis.
Aufschreiben, wonach Ihre Kundschaft sucht
Setzen Sie sich hin und notieren Sie, mit welchen Worten ein Kunde Sie beschreiben würde. Nicht wie Sie sich selbst nennen, sondern wie jemand fragt, der Ihr Fachwort nicht kennt.
Ein Dachdecker verkauft „Steildachsanierung“. Gesucht wird nach „Dach undicht“ und „Dachziegel kaputt wer hilft“. Beides gehört auf die Seite, aber die Suchworte gehören in die Überschriften.
Fragen Sie Ihre letzten fünf Kunden, wie sie Sie gefunden haben und wonach sie gesucht haben. Das ist die beste Recherche, die es gibt, und sie kostet nichts.
Den Ort dazunehmen
Bei lokalen Leistungen sucht kaum jemand nur nach „Elektriker“. Gesucht wird nach „Elektriker Bremen“ oder „Elektriker in meiner Nähe“.
Nehmen Sie Ihren Ort und die drei bis fünf Nachbarorte, aus denen tatsächlich Kundschaft kommt. Erfinden Sie keine Orte dazu, in denen Sie nie waren: Das merkt Google, und es merkt vor allem der Besucher.
Eine Seite je Leistung
Der häufigste Fehler ist eine Seite „Leistungen“, auf der alles gleichzeitig steht. Google kann sie dann keiner Suchanfrage klar zuordnen.
Besser: eine eigene Seite je Leistung, mit eigener Überschrift, eigenem Text und eigener Adresse. Fünf Leistungen sind fünf Seiten. Jede kann für sich ranken.
Überschrift und Beschreibung schreiben
Jede Seite hat einen Titel und eine Beschreibung. Das ist der Text, den Google in der Trefferliste anzeigt, also Ihre kostenlose Anzeige.
Der Titel gehört auf höchstens 60 Zeichen, die Beschreibung auf 160. Was länger ist, schneidet Google ab. Der wichtigste Begriff steht vorn, nicht hinten.
Schreiben Sie für Menschen. „Elektriker Bremen Elektriker Notdienst Elektriker günstig“ hilft niemandem und wird als Spam gewertet.
Die Technik prüfen
Drei Dinge zählen und sind meist schnell erledigt: Die Seite muss auf dem Handy gut bedienbar sein, sie muss schnell laden, und sie muss über eine verschlüsselte Verbindung laufen, erkennbar am Schloss in der Adresszeile.
Bilder sind die häufigste Bremse. Ein Foto direkt aus der Kamera hat mehrere Megabyte. Fürs Web reichen ein paar hundert Kilobyte.
Search Console einrichten
Die Google Search Console ist kostenlos und zeigt Ihnen, für welche Suchanfragen Sie erscheinen, wie oft geklickt wird und auf welchem Platz Sie stehen.
Sie ist die einzige verlässliche Quelle dafür, ob Ihre Arbeit wirkt. Alles andere ist Schätzung. Wenn Sie uns Zugriff geben, richten wir sie ein und schauen mit hinein.
Das Google-Unternehmensprofil pflegen
Für lokale Betriebe ist das Profil oft wichtiger als die Webseite selbst. Es entscheidet darüber, ob Sie im Kartenausschnitt über den normalen Treffern auftauchen.
Wie das geht, steht ausführlich in der eigenen Anleitung: Google-Unternehmensprofil einrichten und pflegen.
Dranbleiben und messen
Schauen Sie einmal im Monat in die Search Console. Steigen die Anzeigen? Steigen die Klicks? Bei welchen Begriffen stehen Sie auf Platz 11 bis 15, wo eine kleine Verbesserung viel bringt?
Wer jede Woche alles umwirft, misst nie eine Wirkung. Ändern, vier Wochen warten, nachsehen.
Typische Fehler
- Suchbegriffe in unsichtbarem Text verstecken. Das ist der älteste Trick der Branche und einer der zuverlässigsten Wege, aus dem Index zu fliegen.
- Texte von der Konkurrenz übernehmen. Doppelter Inhalt bringt kein Ranking und ist zusätzlich eine Urheberrechtsverletzung.
- Auf Anrufe hereinfallen, die Platz 1 garantieren. Niemand kann das garantieren, auch wir nicht. Wer es verspricht, verkauft Ihnen etwas anderes als SEO.
- Alles auf einmal ändern. Dann wissen Sie hinterher nicht, was gewirkt hat.
- Nach zwei Wochen aufgeben. Bei einer neuen Seite vergehen oft drei bis sechs Monate, bis sich etwas bewegt.
Wenn Sie nicht weiterkommen
Sie müssen das nicht allein machen. Schreiben Sie uns über Nachrichten, wenn Sie bei einem Schritt hängen. Wenn Sie lieber alles abgeben möchten: Genau das ist unsere SEO-Betreuung.