Webtechnik

Backup

Lexikon Auch: Sicherung 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Ein Backup ist eine vollständige Kopie Ihrer Webseite und ihrer Inhalte, die an einem zweiten Ort liegt. Geht etwas schief, wird also eine Seite versehentlich überschrieben oder eine Erweiterung beschädigt die Technik, spielt man diese Kopie zurück. Entscheidend ist dabei nicht, ob gesichert wird, sondern wie schnell und wie vollständig sich der letzte gute Stand wiederherstellen lässt.

Was das genau bedeutet

Hinter der Theke eines Eiscafés hängt ein Feuerlöscher. Dass er da ist, beruhigt. Die eigentlichen Fragen stellt aber erst der Ernstfall: Ist die Prüfplakette noch gültig, kommt man ohne Leiter dran, und weiß die Aushilfe am Samstagabend, wie das Ding aufgeht? Mit Sicherungen einer Webseite verhält es sich genauso. Vorhanden sind sie fast immer. Brauchbar sind sie deutlich seltener.

Eine brauchbare Kopie besteht aus zwei Teilen. Da sind die Dateien, also Bilder, Schriften und das Aussehen der Seite. Und da ist die Datenbank, ein geordneter Speicher, in dem Ihre Texte, Seiten und Einstellungen stehen. Fehlt einer der beiden Teile, haben Sie hinterher entweder leere Seiten in schönem Layout oder Ihre Texte ohne jede Form.

Dazu kommt der Zeitraum. Viele Schäden fallen erst Tage später auf, etwa wenn jemand ein Formular ausprobiert oder eine Unterseite sucht. Wird nur die letzte Nacht aufbewahrt, ist der beschädigte Stand längst über die heile Fassung geschrieben. Deshalb gehören mehrere Stände dazu, aus den letzten Tagen und aus den letzten Wochen.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Die häufigsten Fälle sind unspektakulär. Eine Aktualisierung des Systems läuft schief, zwei Erweiterungen vertragen sich nicht mehr, jemand löscht beim Aufräumen die falsche Seite. Der große Angriff von außen ist der seltenere Grund. Genau deshalb lohnt sich die Sicherung auch für den kleinen Betrieb, der glaubt, für Angreifer uninteressant zu sein.

Der Schaden entsteht in der Zwischenzeit. Solange die Seite kaputt ist, kommen keine Anfragen, keine Reservierungen und keine Termine herein, und niemand meldet Ihnen das. In der Hochsaison sind ein paar Stunden Ausfall ärgerlicher als die Reparatur selbst.

Und es geht um Dinge, die es sonst nirgends gibt: Texte aus Jahren, Fotos vom Umbau, Bewertungen im eigenen System. Ein Neuaufbau kostet nicht nur Geld, er kostet Erinnerung.

So gehen Sie vor

  1. Lassen Sie sich vier Antworten schriftlich geben. Was genau wird gesichert, wie oft, wie viele Stände bleiben erhalten und wie lange dauert das Zurückspielen? Fragen Sie das bei Ihrem Anbieter oder Ihrer Betreuung per Mail an. Die vierte Antwort ist die wichtigste und wird am seltensten von selbst genannt.
  2. Klären Sie, wer im Ernstfall handeln darf. Manche Anbieter erlauben das Zurückspielen im Kundenkonto, andere machen es nur auf Anfrage und berechnen es. Das sollten Sie wissen, bevor Sie es an einem Sonntag herausfinden.
  3. Sorgen Sie für eine Kopie außer Haus. Eine Sicherung, die auf demselben Server liegt wie die Webseite, hilft bei einem Bedienfehler, aber nicht, wenn dieser Server ausfällt oder das Konto gesperrt wird. Eine zweite Ablage anderswo ist die eigentliche Versicherung.
  4. Probieren Sie die Wiederherstellung einmal aus. Das ist die Prüfplakette. Eingespielt wird dabei nicht auf die echte Seite, sondern auf eine nicht öffentliche Kopie. Diesen Test führt Ihre technische Betreuung durch, einmal im Jahr genügt. Erst danach wissen Sie, dass die Sicherung wirklich etwas taugt.
  5. Sichern Sie von Hand vor jeder Änderung. Vor einer Aktualisierung, vor einer neuen Erweiterung, vor dem Umbau der Startseite. Diese eine Kopie ist im Zweifel wertvoller als der ganze automatische Ablauf, weil sie exakt den Stand von vorher enthält.

Typische Fehler

Vier Sätze, die wir bei diesem Thema am häufigsten hören.

Mein Anbieter sichert doch automatisch, reicht das nicht?

Oft reicht es für den Fall, dass beim Anbieter etwas ausfällt. Für Ihren eigenen Fehler nicht immer. Entscheidend sind die Aufbewahrungsdauer und die Frage, ob Sie einen einzelnen Stand gezielt anfordern können. Viele Pakete bewahren nur wenige Tage auf, und das reicht bei spät entdeckten Schäden nicht.

Wie oft muss gesichert werden?

So oft, wie Sie es verkraften, Arbeit zu verlieren. Bei einer Seite, die zweimal im Jahr angefasst wird, genügt eine wöchentliche Sicherung. Wo täglich Termine, Bestellungen oder Beiträge hinzukommen, gehört es in den Nachtlauf und zusätzlich vor jede Änderung.

Hilft eine Sicherung nach einem Angriff?

Nur zusammen mit dem zweiten Schritt. Wer die Kopie einspielt, ohne die Lücke zu schließen, holt sich das Problem zurück, meist innerhalb weniger Tage. Zuerst wird also gesucht, wie jemand hereinkam, dann wird ein Stand von vor dem Vorfall eingespielt und alles Veraltete erneuert.

Genügen mir Bildschirmfotos meiner Seiten?

Als Sicherung nicht, denn daraus lässt sich keine Webseite wiederherstellen. Sinnvoll ist trotzdem, Texte und Originalfotos zusätzlich in einem eigenen Ordner zu behalten. Damit ist eine Seite im Notfall in Tagen neu aufgebaut statt in Wochen.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wenn wir eine bestehende Webseite übernehmen, fragen wir als Erstes, ob jemals eine Wiederherstellung ausprobiert wurde. Die Antwort lautet fast immer nein. Also holen wir das an einer Kopie nach, bevor etwas anderes passiert. Danach gilt: vor jedem Update eine Sicherung von Hand, und die automatische Kopie liegt nie auf demselben Server wie die Seite. In Wartungsverträgen nennen wir deshalb keine Speichergröße, sondern eine Zeit, nämlich wie schnell Ihre Seite im Ernstfall wieder erreichbar ist.

Wann wurde Ihre Sicherung zuletzt ausprobiert?

Sicherungen, Updates und Störungsbereitschaft gehören in dieselbe Zuständigkeit. Auf der Seite zur Wartung steht, was wir dabei übernehmen. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre Seite technisch und inhaltlich an, Ihre Sicherungen kann er nicht einsehen.

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