Sonderöffnungszeiten bei Google: kleiner Aufwand, große Wirkung
Jemand fährt an einem Brückentag zwanzig Minuten zu Ihnen und steht vor verschlossener Tür. Bei Google stand „Geöffnet". Das ist der teuerste Fehler im Unternehmensprofil, und er ist mit fünfzehn Minuten Arbeit im Jahr vermeidbar.
Warum ein falscher Feiertag so viel kostet
Öffnungszeiten sind die meistgelesene Angabe in Ihrem Profil. Menschen schauen kurz aufs Handy, sehen „Geöffnet bis 18 Uhr" und fahren los. Stimmt das nicht, entsteht Ärger, den Sie nicht mehr einfangen können.
Der unmittelbare Schaden ist der verlorene Auftrag. Der größere Schaden kommt danach: Ein Teil dieser Menschen schreibt eine Bewertung. Und eine Ein-Stern-Bewertung mit dem Text „Stand vor geschlossener Tür, obwohl bei Google geöffnet" steht anschließend jahrelang in Ihrem Profil. Wie stark Bewertungen auf Ihre Sichtbarkeit einzahlen, haben wir in mehr Google-Bewertungen bekommen beschrieben. Genauso zuverlässig wirken sie in die andere Richtung.
Was Google anzeigt, wenn Sie nichts eintragen
Google weiß, wann Feiertage sind. Es weiß nicht, ob Sie an diesem Tag arbeiten. Wenn Sie nichts hinterlegen, blendet Google bei vielen Profilen einen Hinweis wie „Die Öffnungszeiten können an Feiertagen abweichen" ein.
Dieser Satz hilft niemandem. Er verlagert die Unsicherheit auf Ihre Kund:innen und die entscheiden sich im Zweifel für den Betrieb daneben, bei dem eine klare Angabe steht. Umgekehrt ist ein eindeutiges „Geöffnet, 9 bis 14 Uhr" an einem Tag, an dem alle anderen zu haben, ein echter Vorteil.
Kurz gesagt: Sonderöffnungszeiten sind keine Kür. Sie verhindern Fehlfahrten, schlechte Bewertungen und Anrufe, die Sie nicht führen müssen.
Wo Sie die Sonderzeiten eintragen
Sie finden die Funktion in der Verwaltung Ihres Unternehmensprofils, direkt unter den regulären Öffnungszeiten. Der Punkt heißt „Sonderöffnungszeiten" oder „Öffnungszeiten für besondere Tage". Google schlägt dort die kommenden Feiertage bereits vor. Sie müssen also nur noch entscheiden.
Für jeden Tag haben Sie drei Möglichkeiten: geschlossen, geöffnet mit den normalen Zeiten oder geöffnet mit abweichenden Zeiten. Der Eintrag gilt nur für dieses eine Datum und überschreibt Ihre reguläre Woche.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Sie können Sonderzeiten weit im Voraus anlegen. Es spricht nichts dagegen, im Januar gleich das ganze Jahr durchzupflegen, inklusive der Feiertage im Dezember.
Die Tage, die Sie im Kalender haben sollten
Neun Feiertage gelten bundesweit. Dazu kommen Tage, die nur in einzelnen Bundesländern gesetzliche Feiertage sind, und Tage, die viele für Feiertage halten, obwohl sie keine sind. Gerade die letzte Gruppe verursacht die meisten Missverständnisse.
| Gruppe | Tage | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Bundesweit gesetzlich | Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 3. Oktober, 1. und 2. Weihnachtstag | Immer eintragen, auch wenn Sie geschlossen haben |
| Je nach Bundesland | Heilige Drei Könige, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt, Reformationstag, Allerheiligen, Buß- und Bettag, Weltkindertag, Frauentag | Prüfen, was bei Ihnen gilt, dann eintragen |
| Keine gesetzlichen Feiertage | Heiligabend, Silvester, Rosenmontag | Besonders wichtig, weil hier jeder Betrieb anders handhabt |
| Eigene Tage | Betriebsferien, Brückentage, Inventur, Betriebsausflug, Fortbildung | Sobald der Termin steht, sofort eintragen |
Welche Tage in Ihrem Bundesland gesetzliche Feiertage sind und welche Regeln zur Ladenöffnung für Ihre Branche gelten, klären Sie am besten bei Ihrer Kommune oder Ihrer Kammer. Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.
Betriebsferien und kurzfristige Ausfälle
Für einen längeren Zeitraum tragen Sie jeden Tag einzeln als geschlossen ein. Das ist etwas Klickarbeit, aber es ist die einzige Variante, bei der Ihr Profil an jedem dieser Tage korrekt „Geschlossen" anzeigt.
Kündigen Sie längere Schließzeiten zusätzlich an. Ein kurzer Hinweis als Google-Beitrag erreicht Menschen schon in den Wochen davor, sodass sie ihren Termin vorziehen können statt zur Konkurrenz zu gehen. Beides gehört zusammen: der Beitrag informiert, die Sonderzeit verhindert die Fehlfahrt.
Bei kurzfristigen Ausfällen, etwa wegen Krankheit oder eines Wasserschadens, gilt dasselbe Prinzip. Zwei Minuten am Handy, und die Angabe stimmt wieder. Legen Sie deshalb rechtzeitig fest, wer in Ihrem Betrieb Zugriff auf das Profil hat. Wenn nur eine Person die Zugangsdaten kennt und diese Person krank ist, hilft die beste Absicht nichts.
Der gefährliche Schalter: dauerhaft geschlossen
In der Profilverwaltung gibt es die Optionen „Vorübergehend geschlossen" und „Dauerhaft geschlossen". Verwechseln Sie die beiden nicht.
Vorübergehend geschlossen ist für Umbauten oder längere Pausen gedacht. Ihr Profil bleibt sichtbar, wird aber deutlich als geschlossen markiert. Nutzen Sie es sparsam, denn während dieser Zeit erscheinen Sie in der Regel seltener in den Ergebnissen.
Dauerhaft geschlossen bedeutet für Google: diesen Betrieb gibt es nicht mehr. Der Eintrag wird durchgestrichen dargestellt und verschwindet weitgehend aus dem Kartenausschnitt. Wer das versehentlich setzt, verliert Sichtbarkeit, die er sich über Jahre aufgebaut hat, und braucht danach Geduld, bis alles wieder normal läuft. Für einen dreiwöchigen Sommerurlaub ist dieser Schalter der falsche Weg.
Wer sonst noch an Ihren Zeiten dreht
Ihr Profil ist kein abgeschlossener Bereich. Google sammelt Signale aus verschiedenen Quellen und schlägt daraufhin selbst Änderungen vor. Auch Nutzer:innen können Korrekturen einreichen, etwa wenn jemand mehrfach vor verschlossener Tür stand.
Manche dieser Vorschläge übernimmt Google automatisch. Im Profil steht dann ein Hinweis, dass die Angabe aktualisiert wurde. Das ist gut gemeint und im Einzelfall sogar hilfreich, kann aber auch falsch sein. Ein Betrieb, der über den Sommer verkürzt arbeitet, wird sonst plötzlich das ganze Jahr über mit den Sommerzeiten geführt.
Daraus folgt eine einfache Gewohnheit: Sehen Sie Ihre Öffnungszeiten regelmäßig an, nicht nur wenn Sie selbst etwas ändern. Einmal im Quartal reicht meist. Und wenn Sie eine Änderung sehen, die Sie nicht selbst gemacht haben, korrigieren Sie sie umgehend. Ihre Angaben haben Vorrang, solange Sie das Profil als Inhaber verwalten. Wie Sie das Profil insgesamt sauber aufsetzen, steht in unserer Anleitung zum Optimieren des Google-Unternehmensprofils.
Weitere Zeiten, die viele vergessen
Viele Profile bieten zusätzlich zu den Hauptzeiten sogenannte weitere Öffnungszeiten an. Je nach Branche sind das zum Beispiel Küchenzeiten, Abholzeiten, Lieferzeiten, Zeiten für den Notdienst oder Sprechzeiten für Beratung.
Diese Angaben lösen genau die Fragen, die sonst am Telefon landen. „Bekomme ich um 21 Uhr noch etwas zu essen?" oder „Kann ich die Bestellung noch nach Feierabend abholen?" Wenn Sie solche Fragen häufig hören, gehören sie zusätzlich in den Bereich Fragen und Antworten Ihres Profils, damit sie dauerhaft sichtbar beantwortet sind.
Achten Sie darauf, dass die Zeiten auf Ihrer eigenen Webseite mit denen im Profil übereinstimmen. Widersprüche zwischen beiden Quellen wirken unseriös und Google bewertet die Verlässlichkeit Ihrer Angaben mit. Welche Rolle das im Zusammenspiel mit anderen Faktoren spielt, zeigt unser Beitrag zum Google Maps Ranking.
Das Ritual: fünfzehn Minuten im Januar
Machen Sie daraus eine feste Aufgabe. Am ersten Arbeitstag des Jahres öffnen Sie Ihr Profil und pflegen alle Feiertage des laufenden Jahres ein. Danach ergänzen Sie unterjährig nur noch, was neu dazukommt: Betriebsferien, Fortbildungen, spontane Schließungen.
Setzen Sie sich zusätzlich eine Erinnerung Anfang Dezember. Weihnachten und Silvester sind die Tage mit den meisten Fehlfahrten, weil dort jeder Betrieb eigene Zeiten hat. Wer hier klare Angaben macht, hebt sich sichtbar ab.
Fazit: die nächsten Schritte
Sonderöffnungszeiten sind die Pflege mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. So bleiben Sie verlässlich:
- Tragen Sie heute die nächsten drei anstehenden Feiertage ein.
- Legen Sie einmal im Januar alle Feiertage des Jahres an, auch die Schließtage.
- Denken Sie an Heiligabend, Silvester und Brückentage, das sind keine gesetzlichen Feiertage.
- Kündigen Sie Betriebsferien zusätzlich als Google-Beitrag an.
- Sorgen Sie dafür, dass mindestens zwei Personen im Betrieb Zugriff auf das Profil haben.
Ihr Profil, immer auf dem aktuellen Stand
Wir pflegen Öffnungszeiten, Feiertage, Beiträge und Fotos für Sie, damit Ihr Eintrag jederzeit stimmt. Sie melden die Änderung, wir setzen sie um.