Claude im Alltag nutzen
Claude ist ein KI-Assistent der Firma Anthropic. Sie schreiben ihm in normaler Sprache, was Sie brauchen, und bekommen einen Textentwurf zurück. Diese Anleitung zeigt, wie Sie brauchbare Anfragen stellen, und geht vier Aufgaben durch, die in kleinen Betrieben ständig anfallen.
Worum es geht
Die meisten Menschen probieren so ein Werkzeug einmal aus, stellen eine vage Frage, bekommen eine vage Antwort und legen es wieder weg. Das liegt fast nie am Werkzeug, sondern an der Anfrage.
Nach dieser Anleitung wissen Sie, aus welchen vier Bausteinen eine gute Anfrage besteht, und Sie haben vier fertige Vorlagen für den Betriebsalltag: einen Angebotstext, eine Antwort auf eine schlechte Bewertung, einen Beitrag für Social Media und die Zusammenfassung eines langen Schreibens. Die Vorlagen können Sie kopieren und mit Ihren eigenen Angaben füllen.
Vorab die wichtigste Einschränkung: Was zurückkommt, ist immer ein Entwurf. Sie lesen ihn gegen, bevor er Ihren Betrieb verlässt. Warum das so ist, steht in der Anleitung KI im Betriebsalltag.
Was Sie vorher brauchen
- ✓Eine halbe Stunde ohne Unterbrechung. Die vier Beispiele funktionieren nur, wenn Sie sie tatsächlich einmal durchspielen.
- ✓Ein Konto bei Claude. Sie finden den Dienst unter claude.ai. Es gibt eine kostenlose Nutzung mit begrenztem Umfang und kostenpflichtige Stufen mit mehr Umfang. Welche Stufe Sie brauchen, merken Sie nach ein paar Tagen von selbst.
- ✓Zwei oder drei eigene alte Texte. Ein früheres Angebot, zwei Beiträge von Ihrer Facebook-Seite, eine Mail an einen Kunden. Ohne diese Vorbilder klingen alle Ergebnisse gleich.
- ✓Eine echte offene Aufgabe. Etwas, das ohnehin auf Ihrem Schreibtisch liegt. Übungsaufgaben motivieren niemanden.
- !Und ehrlich gesagt lästig: Bevor Sie loslegen, entfernen Sie aus allem, was Sie einfügen wollen, die Namen, Adressen, Telefonnummern und Aktenzeichen. Das dauert zwei Minuten und ist nicht verhandelbar.
Die Schritte
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Wissen, was Claude ist und was nicht
Claude ist ein KI-Assistent der amerikanischen Firma Anthropic. Sie öffnen ein Chatfenster im Browser, schreiben Ihre Aufgabe hinein und bekommen einen Text zurück. Es gibt daneben Apps und Erweiterungen, für den Anfang reicht der Browser.
Claude ist stark im Umgang mit Sprache: formulieren, umformulieren, kürzen, zusammenfassen, sortieren, erklären. Claude ist keine Suchmaschine, kein Nachschlagewerk und keine Rechtsauskunft. Zahlen, Namen, Fristen und Paragrafen prüfen Sie selbst.
Was es Sie kostet: Es gibt eine kostenlose Nutzung mit begrenztem Umfang und kostenpflichtige Stufen. Konkrete Beträge nennen wir hier bewusst nicht, weil sie sich ändern. Die aktuellen Angaben stehen beim Anbieter selbst. -
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Zugang einrichten
Rufen Sie claude.ai auf und legen Sie ein Konto an. Nutzen Sie dafür eine betriebliche Adresse, nicht Ihre private, dann bleibt die Nutzung sauber getrennt.
Sehen Sie sich danach in Ruhe die Einstellungen Ihres Kontos an und suchen Sie den Bereich für Datenschutz und Datennutzung. Dort steht, was mit Ihren Eingaben passiert und wie Sie Unterhaltungen löschen. Die Bezeichnungen wechseln, den aktuellen Weg beschreibt das Claude Help Center im Bereich „Claude".
Falls mehrere Personen im Betrieb damit arbeiten sollen: Es gibt Varianten für Teams. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viele Leute wirklich mitmachen. Fangen Sie klein an und entscheiden Sie das später. -
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Die vier Bausteine einer guten Anfrage
Der Unterschied zwischen einer unbrauchbaren und einer guten Antwort liegt fast immer in der Frage. Vier Bausteine reichen, und Sie können sie einfach untereinander schreiben:
- 1Rolle. Aus welcher Sicht soll geschrieben werden. „Du schreibst Angebotstexte für einen kleinen Handwerksbetrieb."
- 2Aufgabe. Was genau soll entstehen, und was ist die Ausgangslage. Je konkreter, desto besser.
- 3Beispiel. Ein eigener alter Text, an dem sich der Ton orientieren soll. Das ist der Baustein, den fast alle weglassen und der am meisten bringt.
- 4Form. Länge, Aufbau, Anrede, was auf keinen Fall vorkommen soll.
Denken Sie an eine neue Aushilfe. Was müssten Sie ihr sagen, damit sie die Aufgabe ohne Rückfrage erledigen kann? Genau das schreiben Sie auf. -
4
Beispiel 1: Begleittext für ein Angebot
Der Klassiker. Das Angebot selbst rechnen Sie in Ihrem Programm, aber der Text drumherum kostet jedes Mal Überwindung. Kopieren Sie die folgende Anfrage und ersetzen Sie die gelb markierten Stellen durch Ihre eigenen Angaben.
Rolle: Du schreibst Angebotstexte für [Art des Betriebs, zum Beispiel: einen Sanitärbetrieb mit vier Mitarbeitenden]. Aufgabe: Formuliere den Begleittext zu einem Angebot über [Leistung, zum Beispiel: den Austausch einer Heizungspumpe]. Ausgangslage: [zwei Sätze, was der Kunde wissen muss]. Der Ton soll sachlich und freundlich sein, ohne Werbesprache. Beispiel: So klingen wir sonst. [hier drei bis fünf Sätze aus einem eigenen früheren Angebot einfügen] Form: Anrede, drei kurze Absätze, ein Satz zum weiteren Ablauf, Grußformel. Höchstens 150 Wörter. Keine Preise nennen, die trage ich selbst ein. Keine Superlative.Die gelb markierten Stellen sind Platzhalter. Ersetzen Sie sie, bevor Sie die Anfrage abschicken.
Warum keine Preise: Zahlen sind die unzuverlässigste Sorte Inhalt. Lassen Sie sie grundsätzlich weg und setzen Sie sie selbst ein. -
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Beispiel 2: Antwort auf eine schlechte Bewertung
Hier ist der Nutzen am größten, weil man solche Antworten selten im ersten Ärger gut hinbekommt. Wichtig: Kopieren Sie den Namen der bewertenden Person nicht mit hinein.
Rolle: Du beantwortest öffentliche Bewertungen für einen kleinen Betrieb. Aufgabe: Schreibe eine Antwort auf die untenstehende Bewertung. Was davon stimmt: [ehrlich benennen, zum Beispiel: Wir haben den Termin tatsächlich zweimal verschoben]. Was nicht stimmt: [falls zutreffend]. Die Antwort soll den berechtigten Teil einräumen, ohne sich kleinzumachen, und ein Gespräch anbieten. Bewertung: [Text der Bewertung einfügen, ohne den Namen der Person] Form: Höchstens 60 Wörter, Wir-Form, sachlich. Keine Floskeln wie „Wir bedauern sehr". Kein Rabatt und kein Geschenk anbieten. Kein Ausrufezeichen.Bewährte Regel: Schreiben Sie die Antwort heute und veröffentlichen Sie sie morgen. Was Sie über Nacht noch ändern wollen, hätte Sie sonst geärgert. Mehr dazu im Beitrag Auf negative Bewertungen richtig antworten. -
6
Beispiel 3: Beitrag für Social Media
Drei Vorschläge auf einmal anfordern lohnt sich: Sie nehmen meistens den zweiten und bauen einen Satz aus dem dritten ein.
Rolle: Du schreibst kurze Beiträge für die Seite eines Betriebs, dessen Kundschaft aus der Nachbarschaft kommt. Aufgabe: Schreibe drei Vorschläge für einen Beitrag über [Anlass, zum Beispiel: unsere erste offene Werkstatt am Samstag, ungefähr vierzig Gäste, viele Kinder dabei]. Beispiel: So klingen wir sonst. [zwei eigene frühere Beiträge einfügen] Form: Je Vorschlag höchstens vier Sätze. Höchstens zwei Emojis. Kein Ausrufezeichen am Satzende. Am Schluss eine echte Frage an die Leserinnen und Leser, keine rhetorische.Kleiner Test vor dem Veröffentlichen: Lesen Sie den Beitrag laut vor. Wenn Sie beim Vorlesen die Augen verdrehen, klingt er nicht nach Ihnen. Dann fehlt meistens der Baustein „Beispiel". -
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Beispiel 4: Ein langes Schreiben zusammenfassen
Sechs Seiten von einer Behörde, ein Vertragsentwurf, die Mail eines Lieferanten mit zwanzig Absätzen. Hier geht es nicht um schönen Text, sondern darum, dass Sie schnell wissen, was zu tun ist.
Rolle: Du liest lange Schreiben für jemanden, der wenig Zeit hat. Aufgabe: Fasse das folgende Schreiben zusammen. Sage mir vor allem, was ich tun muss und bis wann. Markiere ausdrücklich, was du nicht sicher aus dem Text ablesen kannst. Text: [Schreiben einfügen, vorher Namen, Adressen, Aktenzeichen und Kundennummern entfernen] Form: Erst drei Sätze, worum es überhaupt geht. Dann eine Liste „Was ich tun muss" mit Fristen. Dann eine Liste „Was unklar bleibt". Keine Einleitung, keine Zusammenfassung am Ende.Achtung bei Behördenpost und Verträgen: Die Zusammenfassung ist eine Lesehilfe, keine Auskunft. Fristen, Beträge und Rechtsfolgen prüfen Sie im Originalschreiben nach oder lassen sie von der zuständigen Stelle prüfen. Und entfernen Sie vorher wirklich alle Namen, Adressen und Aktenzeichen. -
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Nachfassen statt neu anfangen
Der häufigste Anfängerfehler ist, bei einem mittelmäßigen Ergebnis alles zu löschen und neu zu beginnen. Bleiben Sie im selben Gespräch und sagen Sie einfach, was Sie stört. Kurze Sätze reichen:
- ✓„Zu lang. Halbiere den Text."
- ✓„Zu werblich. Streiche alle Superlative und Ausrufezeichen."
- ✓„Der zweite Absatz passt. Den ersten bitte neu, sachlicher."
- ✓„Schreibe das so, dass es jemand ohne Fachkenntnisse versteht."
- ✓„Gib mir drei Varianten des letzten Satzes zur Auswahl."
Zwei bis drei solcher Runden bringen Sie meistens ans Ziel. Erst wenn nach der dritten Runde nichts besser wird, lohnt ein Neuanfang mit einer klareren Aufgabenbeschreibung.
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Immer gegenlesen, nie sensible Daten eingeben
Zwei Regeln, die Sie nie brechen sollten. Erstens: Was zurückkommt, ist ein Entwurf. Sie lesen ihn einmal komplett, prüfen jede Zahl, jeden Namen, jedes Datum und jeden Link, und streichen alles, was nicht nach Ihrem Betrieb klingt.
Zweitens, und das ist ein Datenschutzthema: Keine Kundennamen, keine Adressen, keine Telefonnummern, keine Personalunterlagen, keine Gesundheitsangaben, keine Bankdaten, keine Passwörter oder Zugangsdaten. Anonymisieren Sie, bevor Sie etwas einfügen. Wie das geht und warum, steht ausführlich in der Anleitung KI im Betriebsalltag. -
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Legen Sie sich eine eigene Sammlung an
Sobald eine Anfrage einmal gut funktioniert hat, kopieren Sie sie in eine Datei mit dem Namen „Unsere Anfragen". Beim nächsten Mal tauschen Sie nur die Angaben aus. Nach zwei Wochen haben Sie fünf oder sechs Vorlagen, und die Arbeit dauert noch Minuten statt einer halben Stunde.
Legen Sie die Datei dorthin, wo Ihr Team sie findet. So arbeiten am Ende alle mit denselben Bausteinen, und die Texte klingen nach einem Betrieb und nicht nach fünf verschiedenen.
Ergänzen Sie oben in der Datei drei Zeilen: was bei Ihnen nie in eine Anfrage gehört, wer die Texte gegenliest und wo Ihre Beispieltexte liegen. Dann ist die Sammlung gleichzeitig die Einarbeitung für neue Mitarbeitende.
Woran Sie merken, dass es geklappt hat
Typische Stolpersteine
„Ich habe gefragt und eine nichtssagende Antwort bekommen."
„Alle Texte klingen gleich, egal was ich schreibe."
„Die Antwort enthielt eine Angabe über meinen Betrieb, die ich nie gesagt habe."
„Ich weiß nicht, ob ich das Ergebnis einfach so veröffentlichen darf."
„Das Fenster war irgendwann voll und die Antworten wurden schlechter."
„Ich finde die Einstellung nicht, die hier beschrieben ist."
Wenn Sie nicht weiterkommen
Schicken Sie uns über die Nachrichten im Portal Ihre Anfrage und das Ergebnis, das Sie bekommen haben. Wir sagen Ihnen, woran es lag, und schreiben Ihnen eine Vorlage, die zu Ihrem Betrieb passt. Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags.
Verwandte Anleitungen
Stand: August 2026. Claude ist ein Produkt der Firma Anthropic, wir stehen in keiner Verbindung zu diesem Anbieter. Oberflächen, Bezeichnungen und Leistungsumfänge ändern sich. Maßgeblich ist immer die verlinkte Hilfe des Anbieters.