Webtechnik

Cache

Lexikon Auch: Zwischenspeicher 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Ein Cache ist ein Zwischenspeicher, in dem einmal geladene Inhalte liegen bleiben. Beim nächsten Aufruf holt der Browser sie von dort statt erneut vom Server, und das geht deutlich schneller. Der Preis dafür ist eine kleine Verzögerung in die andere Richtung: Frisch geänderte Inhalte erscheinen manchmal nicht sofort, weil noch die aufbewahrte Fassung ausgeliefert wird.

Was das genau bedeutet

In einem Sanitär- und Heizungsbetrieb hat jeder Transporter ein kleines Regal hinter dem Fahrersitz. Darin liegen die dreißig Teile, die sowieso ständig gebraucht werden: Dichtungen, Winkel, Klemmringe, Teflonband. Kein Monteur fährt für eine Dichtung zum Großhandel. Er greift ins Regal, und aus einer Stunde werden zwei Minuten. Ein Cache ist genau dieses Regal.

Und er hat genau denselben Haken. Ändert der Hersteller im Frühjahr die Bauform, liegt im Regal weiter die alte Ausführung. Der Monteur merkt es erst vor Ort, wenn nichts passt. Bei einer Webseite sieht das so aus: Sie ändern am Montag den Preis, laden Ihre Seite auf und sehen die alte Zahl. Nicht weil die Änderung verschwunden wäre, sondern weil Ihr Browser die bereits bekannte Fassung aus dem Regal nimmt.

Erschwerend kommt hinzu, dass mehrere Regale hintereinander stehen. Eines im Browser jedes Besuchers, oft eines auf dem Server Ihrer Webseite, manchmal noch eines davor. Deshalb kann dieselbe Seite bei Ihnen aktuell sein und bei Ihrer Kundin nicht. Jedes Regal hat zudem eine eigene Frist.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Der Nutzen liegt beim Wiederkommen. Wer Ihre Seite zum zweiten Mal öffnet, muss Logo, Schriften und Gestaltung nicht noch einmal übertragen. Das spart Wartezeit und, im Mobilfunknetz, auch Datenvolumen. Bei Betrieben, deren Kundschaft mehrfach nachschaut, etwa vor einem Termin, ist der Unterschied deutlich zu merken.

Der Ärger liegt beim Ändern, und er kostet mehr Zeit als gedacht, weil die Ursache selten erkannt wird. Stattdessen wird die Änderung ein zweites Mal gemacht, dann ein drittes Mal, dann jemand angerufen. Am Ende steht eine halbe Stunde Aufregung für etwas, das ein Tastendruck erledigt hätte.

Und es gibt eine Stelle, an der es wirklich unangenehm wird: bei Angaben mit Ablaufdatum. Eine Feiertagsöffnungszeit, ein Aktionspreis, ein abgesagter Termin. Wenn ausgerechnet dort noch der alte Stand ausgeliefert wird, merken Sie es nicht, Ihre Kundschaft aber schon.

So gehen Sie vor

  1. Machen Sie den Dreiklang, bevor Sie jemanden anrufen. Erstens hart neu laden, unter Windows mit Strg und F5, auf dem Mac mit Befehlstaste, Umschalt und R. Zweitens ein privates Fenster öffnen. Drittens am Handy nachsehen. Erscheint dort das Neue, war es Ihr eigener Zwischenspeicher.
  2. Fragen Sie im Zweifel jemanden. Ein Anruf bei einer Person, die Ihre Seite selten öffnet, ersetzt jede Vermutung. Was sie sieht, sehen die meisten Besucher auch.
  3. Lassen Sie den Speicher auf Serverseite leeren. Bleibt das Alte trotz aller Tests stehen, liegt es an einem Zwischenspeicher, an den Sie nicht herankommen. Viele Systeme haben dafür einen Knopf, andere nicht. Sagen Sie der Person, die Ihre Seite betreut, kurz Bescheid, das ist eine Sache von Minuten.
  4. Geben Sie ausgetauschten Bildern einen neuen Dateinamen. Wenn Sie ein Foto ersetzen, laden Sie es nicht unter demselben Namen wieder hoch. Ein neuer Name, und jeder Browser holt es garantiert frisch, weil er es noch nie gesehen hat.
  5. Prüfen Sie zeitkritische Änderungen auf einem fremden Gerät. Feiertagszeiten, Aktionen, Absagen. Nehmen Sie ein Telefon, das die Seite noch nie besucht hat, und schauen Sie nach. Erst dann gilt die Änderung als draußen.

Typische Fehler

Vier Situationen, die fast jeder Betrieb einmal durchmacht.

Ich habe etwas geändert, aber es steht immer noch das Alte da?

Das ist der Normalfall und fast nie ein Fehler. Laden Sie hart neu, öffnen Sie ein privates Fenster, sehen Sie am Handy nach. Wichtig: Machen Sie die Änderung nicht noch einmal, bevor Sie das geprüft haben. Sonst haben Sie am Ende zwei Änderungen und wissen nicht mehr, welche gilt.

Sollte ich den Zwischenspeicher einfach abschalten?

Davon raten wir ab. Sie tauschen dann eine seltene Unannehmlichkeit gegen eine dauerhafte: Jeder Besuch überträgt alles neu, die Seite wird langsamer, der Server hat mehr zu tun. Sinnvoller ist es, die Aufbewahrungsfristen passend zu setzen, kurz für Texte, lang für Logo und Gestaltung.

Ist Cache leeren dasselbe wie Cookies löschen?

Nein, auch wenn beides im selben Fenster steht. Der Zwischenspeicher enthält Kopien von Bildern und Dateien. Cookies sind Merkzettel für Anmeldungen und Einstellungen. Wer beides löscht, ist überall abgemeldet. Gegen veraltete Inhalte genügt der Zwischenspeicher.

Mein Kunde sieht ein altes Foto, ich nicht. Wie kann das sein?

Weil jedes Gerät sein eigenes Regal hat und Ihres bereits aufgeräumt wurde. Sein Browser hält die alte Datei noch für gültig, oft ein paar Tage lang. Genau dagegen hilft der neue Dateiname aus Schritt vier: Was anders heißt, gilt als neu und wird sofort geholt.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir bauen Seiten so, dass Gestaltungsdateien und Bilder bei jeder Änderung automatisch einen neuen Namensbestandteil bekommen. Dadurch läuft der Zwischenspeicher von selbst aus, und niemand muss daran denken. Bei der Übergabe gehört außerdem ein Satz dazu, den wir nie weglassen: Wenn eine Änderung fehlt, erst hart neu laden, dann am Handy nachsehen, dann anrufen. Diese Reihenfolge erspart beiden Seiten die meisten Fehlermeldungen, die gar keine sind.

Kommt Ihre Änderung auch wirklich an?

Zur laufenden Betreuung gehört bei uns die Gegenprobe nach jeder Änderung, auf einem Gerät, das Ihre Seite noch nicht kennt. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre Seite technisch und inhaltlich an, vom Titel bis zur Ladezeit.

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