Webtechnik

Pagespeed

Lexikon Auch: Ladegeschwindigkeit 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Pagespeed beschreibt, wie schnell Ihre Webseite aufgebaut wird. Google misst das kostenlos mit dem Werkzeug PageSpeed Insights und vergibt Punkte von 0 bis 100. Diese Punktzahl entsteht unter Laborbedingungen auf einem simulierten Gerät. Aussagekräftiger ist der zweite Teil desselben Berichts: die Zeiten, die Google bei echten Besuchern Ihrer Seite gemessen hat.

Was das genau bedeutet

In einer Kfz-Werkstatt endet eine Reparatur mit der Runde über den Hof. Leerer Wagen, ebene Fläche, kein Verkehr, Schrittgeschwindigkeit. Klingt gut, also raus damit. Der Kunde fährt anschließend um halb acht auf die Umgehungsstraße, zu viert, mit Dachbox und Anhänger, bei drei Grad. Erst dort entscheidet sich, ob die Reparatur trägt. Beide Fahrten sind ehrlich gemessen. Sie messen nur nicht dasselbe.

Genau so verhält sich die Punktzahl in PageSpeed Insights. Sie ist die Runde über den Hof: immer dasselbe simulierte Gerät, immer dieselbe künstlich gebremste Verbindung. Weiter oben im selben Bericht steht der andere Teil, überschrieben mit dem Hinweis auf echte Nutzer. Diese Zeiten stammen von Menschen, die Ihre Seite in den letzten Wochen wirklich aufgerufen haben. Steht dort nichts, hatte sie zu wenig Besucher, und Ihnen bleibt nur der Hofwert.

Was die Sekunden frisst, ist selten geheimnisvoll. Meist sind es Fotos, die unverkleinert aus der Handykamera hochgeladen wurden. Danach kommen Schriften und Skripte von fremden Servern sowie Erweiterungen, die auf jeder Seite mitlaufen, obwohl sie nur an einer Stelle gebraucht werden.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Der Ort, an dem sich Wartezeit entscheidet, ist fast nie der Schreibtisch. Es ist das Handy, im Mobilfunknetz, oft unterwegs. Wer im Auto sitzt und den nächsten Betrieb sucht, tippt nach ein paar Sekunden Leere auf Zurück und öffnet den Treffer darunter. Sie erfahren davon nichts.

Für die Platzierung bei Google ist Geschwindigkeit ein Faktor unter vielen. Zwischen zwei ordentlichen Seiten entscheidet sie selten. Zwischen einer, die in zwei Sekunden steht, und einer, die acht braucht, entscheidet sie sehr wohl, und zwar zusätzlich bei jedem Menschen, der wartet.

Der Ärgerlichste an langsamen Seiten ist, wen es trifft: die Eiligen. Wer in Ruhe stöbert, wartet. Wer einen Rohrbruch hat, wartet nicht. Das sind ausgerechnet die Anfragen, die Sie am liebsten hätten.

So gehen Sie vor

  1. Messen Sie zuerst wie ein Kunde. Nehmen Sie Ihr Handy, schalten Sie das WLAN aus und öffnen Sie Ihre Seite über die Mobilfunkverbindung. Zählen Sie mit, bis Sie etwas lesen können. Diese Zahl kennt kein Werkzeug, und sie ist die ehrlichste, die Sie bekommen.
  2. Rufen Sie danach PageSpeed Insights auf. Adresse eingeben, Auswertung abwarten, dann bewusst nicht auf die große Zahl schauen, sondern auf den oberen Abschnitt mit den Werten echter Besucher. War Ihr eigener Test zäh, prüfen Sie zusätzlich einzelne Unterseiten.
  3. Verkleinern Sie Bilder, bevor Sie sie hochladen. Das ist der größte Hebel ohne fremde Hilfe. Eine Breite von etwa 2000 Bildpunkten reicht für jede Webseite, und fast jedes Handy kann Fotos beim Teilen verkleinern.
  4. Werfen Sie raus, was niemand vermisst. Die Landkarte auf jeder Unterseite, obwohl sie nur zur Kontaktseite gehört. Sechs Schriftschnitte, von denen zwei sichtbar sind. Ein Chatfenster, über das seit einem Jahr nichts kam. Jedes entfernte Bauteil ist die sicherste Beschleunigung.
  5. Geben Sie den technischen Rest ab und lassen Sie sich Zahlen zeigen. Wie Dateien gepackt ausgeliefert werden, wie lange ein Browser sie behalten darf, welche Skripte warten können: Das gehört zur Person, die Ihre Seite betreut. Bitten Sie um Sekunden vorher und nachher, nicht um Punkte.

Typische Fehler

Vier Missverständnisse, die dieses Thema fast immer begleiten.

Ich habe 98 Punkte, warum wirkt die Seite trotzdem träge?

Weil die Punktzahl auf einem gedachten Gerät entsteht und nicht auf Ihrem. Sie sagt nur: Unter genormten Bedingungen ist nichts grob falsch. Ihr Besucher hat vielleicht ein sechs Jahre altes Telefon und zwei Balken Empfang. Maßstab sind die Werte echter Besucher, Gegenprobe ist Ihr eigener Test.

Straft Google meine Seite ab, wenn sie langsam ist?

Abstrafung ist das falsche Bild, es gibt keine Strafe und keine Sperre. Geschwindigkeit fließt als einer von vielen Punkten in die Bewertung ein. Der spürbarere Verlust entsteht ohnehin davor: bei den Menschen, die während des Wartens abspringen.

Löst ein teureres Hosting das Problem?

Manchmal ein Stück weit, denn ein überlastetes Billigpaket antwortet langsam. Meistens liegt die Wartezeit aber nicht am Server, sondern an dem, was er ausliefert: zu große Bilder und zu viele nachgeladene Bausteine. Ein schnellerer Server verschickt dieselben schweren Dateien nur schneller.

Muss ich jetzt jedes einzelne Bild von Hand bearbeiten?

Nein. Neue Bilder verkleinern Sie beim Hochladen, das ist Gewohnheit statt Aufwand. Den Altbestand wandelt die betreuende Person in einem Durchgang mit einem Werkzeug um. Wichtig ist nur, dass beides passiert und nicht nur eines.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir versprechen keine Punktzahl. Punkte lassen sich hübsch machen, ohne dass eine Seite spürbar schneller wird. Stattdessen messen wir mit einem echten Gerät im Mobilfunknetz und notieren die Sekunden bis zur ersten lesbaren Zeile. Danach nehmen wir uns die Posten vor, die diese Sekunden verursachen, fast immer in derselben Reihenfolge: Bilder, nachgeladene Fremdbausteine, unnötige Erweiterungen. Am Ende steht wieder eine Sekundenzahl zum Vergleichen.

Wie viele Sekunden wartet Ihre Kundschaft?

Der Beitrag daneben erklärt die drei Messwerte, mit denen Google das Ladeerlebnis bewertet. Der Sichtbarkeits-Check prüft Ihre Seite technisch und inhaltlich und sieht sich die Ladezeit dabei mit an.

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