GEO
GEO ist die Abkürzung für Generative Engine Optimization. Gemeint ist die Arbeit daran, dass Ihr Betrieb in den Antworten von KI-Diensten wie ChatGPT, Perplexity oder Google vorkommt. Anders als bei der klassischen Suche geht es nicht um Platz eins in einer Liste, sondern nur um eine einzige Frage: Werden Sie überhaupt genannt?
Was das genau bedeutet
Ein Gast sucht heute anders. Statt „Restaurant Bremen Findorff" in ein Suchfeld zu tippen, fragt er: „Wo kann ich in Findorff draußen mit vier Leuten und Hund essen?" Und er bekommt keine zehn blauen Links, sondern drei Namen mit je einem Satz dazu. Wer unter diesen drei Namen nicht auftaucht, kommt für diesen Gast nicht vor, egal wie weit oben er in der gewohnten Trefferliste stünde.
Eine KI verhält sich dabei wie ein Concierge, der Empfehlungen ausspricht. Ein Concierge empfiehlt nur, was er kennt und wo er sich sicher ist. Wenn Ihre Öffnungszeiten auf der eigenen Webseite anders stehen als im Google-Profil und im Lieferportal noch einmal anders, ist er sich nicht sicher und nennt lieber jemand anderen. Genau daran arbeitet GEO: an Eindeutigkeit.
Woher die KI ihr Wissen über Sie hat, ist dabei kein Geheimnis. Sie zieht es aus Ihrer Webseite, aus Ihrem Google-Unternehmensprofil, aus Bewertungen, aus Verzeichnissen und aus dem, was die örtliche Presse schreibt. Was sie nicht sieht, ist Ihr Design. Sie liest Text.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Bei der klassischen Suche gab es immer eine zweite Chance. Wer nicht auf Platz drei stand, wurde vielleicht auf Platz sieben angeklickt. Eine KI-Antwort hat keine zweite Seite. Es gibt die genannten Betriebe, und es gibt alle anderen.
Dazu kommt, welche Art von Fragen dort gestellt wird. Es sind fast immer Empfehlungsfragen: Wen kann ich nehmen? Wer macht das in meiner Nähe? Wer hat kurzfristig Zeit? Das sind genau die Fragen, hinter denen ein konkreter Auftrag steckt, nicht bloßes Stöbern.
Wie groß dieser Anteil bei kleinen regionalen Betrieben heute schon ist, wissen wir nicht, und wir nennen dazu bewusst keine Zahl. Beobachten können Sie es aber selbst, und der erste Schritt weiter unten kostet Sie zehn Minuten.
So gehen Sie vor
- Machen Sie den Test selbst. Öffnen Sie ChatGPT und Perplexity und stellen Sie die drei Fragen, mit denen Kundschaft Sie suchen würde, in ganzen Sätzen. Notieren Sie, ob Ihr Name fällt und wer stattdessen genannt wird. Das ist Ihr Ausgangspunkt.
- Schreiben Sie Ihre Eckdaten als Text aus. Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, Preisrahmen, Besonderheiten wie Notdienst oder Barrierefreiheit. Was nur in einem Bild, einer Grafik oder einer PDF-Speisekarte steht, kann eine KI nicht zuverlässig lesen.
- Sorgen Sie überall für dieselbe Auskunft. Webseite, Google-Profil, Verzeichnisse, Facebook, Lieferportale. Name, Adresse und Öffnungszeiten müssen sich gleichen, bis zur Schreibweise der Straße. Widersprüche sind der häufigste Grund, warum ein Betrieb weggelassen wird.
- Antworten Sie in der Form, in der gefragt wird. Nehmen Sie eine echte Kundenfrage als Überschrift und schreiben Sie zwei bis drei Sätze darunter, die sie vollständig beantworten. Erst danach die ausführliche Erklärung. Dieser kurze Absatz ist das, was zitiert wird.
- Wiederholen Sie Schritt eins alle drei Monate. Immer mit denselben Fragen, sonst können Sie nichts vergleichen. Erst diese Wiederholung zeigt Ihnen, ob sich etwas bewegt, und die Antworten ändern sich schneller als Google-Platzierungen.
Typische Fehler
Vier Annahmen, die beim Thema KI-Suche besonders häufig vorkommen.
Kann ich meinen Betrieb bei ChatGPT anmelden?
Nein. Es gibt kein Eintragsformular und keinen Platz, den man kaufen kann. Wer Ihnen einen garantierten Eintrag in KI-Antworten verkaufen will, verkauft Ihnen nichts. Der einzige Weg führt über das, was im Netz über Sie auffindbar ist.
Reicht es nicht, wenn meine Webseite gut aussieht?
Für Menschen zählt der erste Eindruck, für eine KI zählt lesbarer Text. Eine schöne Seite, deren Öffnungszeiten in einer Grafik stecken und deren Speisekarte eine PDF-Datei ist, liefert der KI schlicht keine Fakten. Sie empfiehlt dann den Betrieb, der seine Angaben ausgeschrieben hat.
Sollte ich meine Texte von einer KI schreiben lassen, damit KI sie mag?
Das hilft nicht. Solche Texte klingen glatt, enthalten aber selten etwas, das man zitieren könnte. Zitiert werden konkrete Angaben: Ihr Einzugsgebiet, Ihre Notdienstzeiten, was eine typische Reparatur kostet, wie schnell Sie Termine vergeben. Diese Dinge weiß nur Ihr Betrieb.
Ist GEO etwas völlig anderes als SEO?
Nein, aber es ist auch nicht dasselbe. Die Grundlage ist gleich: saubere Fakten, klare Texte, eine schnelle Seite. Der Unterschied liegt darin, wie ausgespielt wird, denn statt einer Liste entsteht eine Antwort. Wir haben den Vergleich in einem eigenen Beitrag zu GEO und SEO gegenübergestellt.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Wir behandeln GEO nicht als neues Produkt, sondern als zweite Prüfung derselben Grundlagen. Bevor wir irgendetwas an einer Seite ändern, stellen wir die Fragen, die Ihre Kundschaft stellen würde, und schreiben auf, wer heute genannt wird. Meistens zeigt sich dabei schnell, woran es liegt: an Angaben, die nur im Bild stehen, an Öffnungszeiten, die an drei Stellen verschieden sind, oder an Leistungen, die nirgends ausgeschrieben werden. Das lässt sich reparieren, und es hilft der klassischen Suche gleich mit.
Nennt die KI Ihren Betrieb?
Auf unserer Seite zur KI-Suche steht, wie wir vorgehen und was dabei tatsächlich messbar ist. Wenn Sie lieber mit den Grundlagen beginnen: Der Sichtbarkeits-Check zeigt, wie gut Ihre Seite heute maschinell lesbar ist.