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Rich Results

Lexikon Erweiterte Suchergebnisse, früher Rich Snippets 5 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Rich Results sind Suchergebnisse, die mehr zeigen als Titel, Adresse und drei Zeilen Text: Sterne, Preise, Öffnungszeiten, Veranstaltungstermine oder Fragen zum Aufklappen. Google setzt sie aus Zusatzangaben zusammen, die unsichtbar im Quelltext einer Seite stehen. Einen Anspruch darauf gibt es nicht. Google entscheidet bei jeder Suchanfrage neu, ob es diese Darstellung wählt.

Was das genau bedeutet

An einem Ärztehaus hängt neben der Tür ein Klingelbrett. Zwölf Schilder, alle gleich groß, alle in derselben Schrift, verschieden ist nur der Name. Ein Kosmetikstudio im zweiten Stock hat zusätzlich einen beleuchteten Schaukasten im Eingang: Bilder der Behandlungen, Preise, Öffnungszeiten. Wer vorbeigeht, nimmt zwölf Namen wahr und diesen einen Kasten.

Eine Trefferliste sieht ähnlich aus. Zehn Einträge in derselben Machart, und dazwischen einer mit Sternen und den Zeiten für heute. Dieser eine Eintrag ist ein Rich Result. Er steht deshalb nicht weiter oben, er sieht nur anders aus.

Ein Unterschied zum Schaukasten ist entscheidend: Den Kasten hängen Sie selbst auf. Das Rich Result baut Google. Sie liefern nur das Material, nämlich die Zusatzangaben im Quelltext, die strukturierte Daten heißen. Ob daraus etwas Sichtbares wird, entscheidet die Suchmaschine jedes Mal neu. Deshalb kann ein Treffer heute Öffnungszeiten zeigen und nächste Woche nicht mehr, ohne dass jemand etwas geändert hat.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Der offensichtliche Vorteil ist Fläche. Ein Treffer mit Zusatzangaben nimmt in der Liste mehr Raum ein als zwei schlichte zusammen. Wer auf dem Telefon durch die Ergebnisse wischt, bleibt an dem hängen, was anders aussieht als der Rest.

Der zweite Vorteil wird oft übersehen: Diese Angaben beantworten Fragen schon vor dem Klick. Habt ihr sonntags offen? Was kostet der Kurs? Ist noch ein Platz frei? Manche Leute klicken danach nicht mehr, und das ist gut so. Ein Anruf um halb acht abends, weil jemand die Öffnungszeit nirgends gefunden hat, kostet Sie mehr als ein ausgebliebener Klick.

Und drittens arbeiten dieselben Angaben doppelt. Woraus Google einen Treffer baut, daraus setzen auch KI-Dienste ihre Auskünfte über Ihren Betrieb zusammen. Sie machen die Arbeit einmal und bedienen zwei Wege.

So gehen Sie vor

  1. Klären Sie zuerst, was bei Ihnen überhaupt infrage kommt. Für Handwerk und Praxen ist das der Betrieb selbst mit Adresse, Telefon und Öffnungszeiten. Für ein Studio mit Kursen sind es Termine, für ein Lokal die Speisekarte, für einen Onlineverkauf Preis und Verfügbarkeit.
  2. Schreiben Sie die Angaben zuerst sichtbar auf die Seite. Ausgezeichnet werden darf nur, was ein Besucher auch lesen kann. Öffnungszeiten, die ausschließlich im Quelltext stehen, sind ein Verstoß gegen die Regeln und fliegen bei einer Prüfung raus. Erst der sichtbare Text, dann die Auszeichnung.
  3. Lassen Sie die Auszeichnung einbauen. Es ist ein kleiner Block im Quelltext, der die Angaben benennt: Das ist eine Adresse, das ein Preis, das eine Uhrzeit. Für Besucher ändert sich nichts. Ein technischer Schritt für die Person, die Ihre Webseite betreut, in manchen Redaktionssystemen erledigt ihn ein Zusatzmodul.
  4. Prüfen Sie das Ergebnis mit dem Testwerkzeug von Google. Google stellt einen kostenlosen Test für erweiterte Suchergebnisse bereit. Sie geben eine Adresse ein und bekommen zurück, welche Angaben erkannt wurden und wo etwas fehlt. Achtung bei der Deutung: Erkannt heißt erkannt, nicht angezeigt.
  5. Sehen Sie nach einigen Wochen selbst nach. Suchen Sie Ihren Firmennamen und Ihre wichtigste Leistung und schauen Sie, wie Ihr Treffer aussieht. Passiert nach zwei Monaten nichts, liegt es meist nicht an der Auszeichnung. Manche Formen zeigt Google bei kleinen Betrieben schlicht selten.

Typische Fehler

Vier Erwartungen, die bei diesem Thema regelmäßig enttäuscht werden.

Kann ich mir einfach fünf Sterne in den Quelltext schreiben?

Technisch ja, wirkungslos bis schädlich. Bewertungen, die ein Betrieb sich selbst gibt, werden nicht angezeigt. Wer es versucht, riskiert, dass Google alle Zusatzangaben dieser Webseite eine Zeit lang ignoriert. Bei lokalen Betrieben stammen die Sterne ohnehin fast immer aus dem Google-Unternehmensprofil.

Alles ist ausgezeichnet, der Test meldet grün, und trotzdem sehe ich nichts.

Das ist der Normalfall und kein Fehler. Der Test sagt nur, dass die Angaben lesbar sind. Ob Google sie anzeigt, entscheidet es je Suchanfrage und je Gerät. Rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen, und vergleichen Sie mit Mitbewerbern in derselben Suche.

Steigt meine Platzierung dadurch?

Nein. Die Auszeichnung ist kein Bewertungskriterium, sie verändert das Aussehen des Treffers und nicht seinen Platz. Der Umweg ist trotzdem denkbar: Ein auffälligerer Treffer wird eher geklickt. Versprechen sollte Ihnen das niemand.

Muss meine Webseite dafür neu gebaut werden?

In aller Regel nicht. Die Angaben kommen als Zusatz in den Quelltext, das sichtbare Aussehen bleibt unverändert. Aufwand entsteht dann, wenn Öffnungszeiten oder Preise auf der Seite fehlen oder nur in einem Bild stecken.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir fangen bei diesem Thema nie mit dem Quelltext an, sondern mit einer langweiligen Frage: Stimmen Ihre Angaben eigentlich? Falsche Öffnungszeiten sauber ausgezeichnet sind schlechter als gar keine Auszeichnung, weil sie sich dann auch noch verbreiten, bis in KI-Antworten hinein. Also gehen wir Adresse, Zeiten, Leistungen und Preisrahmen einmal mit Ihnen durch, bringen sie sichtbar auf die Seite und zeichnen erst danach aus, was wirklich da ist. Sterne versprechen wir nicht, weil sie niemand versprechen kann.

Wie sieht Ihr Treffer bei Google heute aus?

Welche Angaben sich auszeichnen lassen und wie das im Alltag funktioniert, steht im Beitrag zu strukturierten Daten. Der kostenlose Sichtbarkeits-Check sieht unter anderem nach, ob Ihre Seite überhaupt Zusatzangaben mitliefert.

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