Breadcrumb
Ein Breadcrumb ist die kleine Pfadzeile ganz oben auf einer Unterseite, zum Beispiel Startseite, dann Leistungen, dann Dachsanierung. Sie zeigt dem Besucher, an welcher Stelle Ihrer Webseite er gerade steht, und lässt ihn mit einem Klick eine Ebene höher gehen. Suchmaschinen lesen denselben Pfad und zeigen ihn im Treffer oft anstelle der langen Adresse.
Was das genau bedeutet
In einem Gartencenter hängen über den Gängen Schilder: Garten, darunter Bewässerung, darunter Schläuche und Kupplungen. Wer vor den Kupplungen steht und merkt, dass er eigentlich eine Regentonne braucht, läuft nicht zum Eingang zurück. Er schaut nach oben und geht einen Gang zurück. Die Schilder sagen ihm nicht, wie er hergekommen ist, sondern wo er ist.
Genau das leistet die Pfadzeile. Sie steht unscheinbar über der Überschrift, und jedes Glied bis auf das letzte ist anklickbar. Das letzte Glied ist die Seite selbst und bleibt bewusst ohne Link, sonst würde man auf der Stelle treten. Die Zeile oben auf dieser Seite ist übrigens genau so eine.
Damit Google den Pfad auch im Suchergebnis anzeigt, reicht die sichtbare Zeile nicht. Sie braucht zusätzlich eine unsichtbare Angabe im Quelltext, die der Maschine sagt: Das hier ist eine Pfadangabe mit diesen drei Stufen. Solche Zusatzangaben heißen strukturierte Daten. Ohne sie ist der Pfad nur für Menschen da, was auch schon etwas wert ist.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Der erste Gewinn liegt auf dem Handy. Dort steckt das Menü hinter drei kleinen Strichen, die man erst antippen muss, die Pfadzeile dagegen steht sofort sichtbar über der Überschrift. Für jemanden, der aus einer Suche kommt, ist sie oft der einzige Hinweis darauf, dass es zu diesem Thema noch mehr gibt.
Der zweite Gewinn steht in der Trefferliste. Statt einer Adresse voller Schrägstriche und Kürzel liest man dort den Pfad in Klartext. Das macht vor dem Klick klar, dass die Unterseite zu einem größeren Bereich gehört. Erzwingen lässt es sich nicht, Google entscheidet das je Treffer.
Der dritte Gewinn ist der unerwartete: Eine Pfadzeile lässt sich nur bauen, wenn Ihre Seiten geordnet sind. Der Versuch, sie einzuführen, fördert zuverlässig Seiten zutage, die nirgendwo hingehören, weil sie einmal für eine Aktion entstanden sind.
So gehen Sie vor
- Zeichnen Sie Ihre Webseite als Baum auf ein Blatt Papier. Die Startseite oben, darunter die Hauptbereiche, darunter die einzelnen Seiten. Mehr als drei Ebenen braucht kaum ein Betrieb. Was Sie nirgends einhängen können, ist Ihr erster Befund.
- Geben Sie jeder Seite genau einen festen Platz. Manche Seiten passen an zwei Stellen, etwa ein Referenzprojekt, das zu Dach und zu Fassade gehört. Entscheiden Sie sich für einen Hauptplatz. Der Pfad zeigt den Aufbau Ihrer Webseite, nicht den Weg, den der Besucher genommen hat.
- Benennen Sie die Glieder so, wie Ihre Kundschaft spricht. Also Leistungen statt Portfolio und Über uns statt Unternehmen. Kurz halten, sonst bricht die Zeile auf schmalen Bildschirmen um.
- Lassen Sie die Zeile einbauen, zusammen mit der Auszeichnung. Beides gehört zusammen: der sichtbare Pfad und die unsichtbare Angabe im Quelltext. In vielen Redaktionssystemen ist das eine Einstellung, in anderen Handarbeit. Die Person, die Ihre Webseite betreut, weiß, welcher Fall vorliegt.
- Prüfen Sie das Ergebnis auf einem Telefon. Öffnen Sie zwei, drei Unterseiten und sehen Sie nach: Passt die Zeile ohne Umbruch? Lässt sich jedes Glied mit dem Daumen treffen? Führt der Klick auf die mittlere Stufe wirklich zur Übersicht und nicht zur Startseite?
Typische Fehler
Vier Fragen, die bei diesem eher unauffälligen Bauteil regelmäßig aufkommen.
Meine Webseite hat fünf Seiten. Brauche ich das überhaupt?
Nein. Wo alle Seiten direkt an der Startseite hängen, ist der Pfad Dekoration. Nützlich wird er ab der zweiten Ebene, also sobald es eine Übersicht mit mehreren Unterseiten darunter gibt.
Ist das nicht dasselbe wie der Zurück-Knopf im Browser?
Nein, und der Unterschied ist wichtig. Der Zurück-Knopf zeigt Ihren Verlauf, also wo Sie herkommen. Der Pfad zeigt die Ordnung der Webseite. Wer über eine Suche direkt auf einer Unterseite landet, hat gar keinen Verlauf. Für ihn ist die Pfadzeile der einzige Weg nach oben.
Wir haben eine Pfadzeile, aber Google zeigt sie im Treffer nicht an.
Dafür gibt es zwei Erklärungen. Entweder fehlt die unsichtbare Auszeichnung im Quelltext, dann sieht die Maschine nur ein paar Links. Oder sie ist vorhanden und Google entscheidet sich trotzdem dagegen. Einen Anspruch darauf gibt es nicht.
Kann ich in den Pfad Suchbegriffe schreiben, um besser gefunden zu werden?
Davon raten wir ab. Ein Glied namens „Dachsanierung Bremen Umgebung günstig" hilft niemandem beim Zurechtfinden und sieht im Treffer nach Verkaufsdruck aus. Die Pfadzeile ist ein Orientierungsmittel. Sie wirkt, indem sie kurz und ehrlich ist.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Wir bauen die Pfadzeile nicht als letzten Handgriff ein, sondern zeichnen sie ganz am Anfang auf. Sie ist der schnellste Test für eine Gliederung: Wenn sich der Weg zu einer Seite nicht in zwei oder drei Wörtern sagen lässt, stimmt die Ordnung nicht, und das repariert man besser vor dem Schreiben als danach. Sichtbaren Pfad und Auszeichnung im Quelltext liefern wir immer zusammen. Wo eine Webseite flach ist und bleiben soll, lassen wir die Zeile weg und sagen Ihnen auch, warum.
Findet sich Ihre Kundschaft auf Ihrer Webseite zurecht?
Wie Sie die unsichtbaren Zusatzangaben für Google einsetzen, steht im Beitrag zu strukturierten Daten. Der kostenlose Sichtbarkeits-Check sieht sich unter anderem an, wie Ihre Seite aufgebaut und ausgezeichnet ist.