Überschriftenstruktur
Die Überschriftenstruktur ist die Gliederung einer Seite in eine Hauptüberschrift und die Zwischenüberschriften darunter, im Fachjargon H1, H2 und H3. Pro Seite gibt es genau eine Hauptüberschrift, alles Weitere ordnet sich ihr unter. Suchmaschinen, Vorleseprogramme und eilige Leser erschließen sich eine Seite über diese Ebenen und nicht über die Schriftgröße.
Was das genau bedeutet
Denken Sie an ein Gartencenter, das Sie zum ersten Mal betreten. Unter der Decke hängen große Schilder: Erde und Dünger, Werkzeug, Zimmerpflanzen, Kasse. An den Regalen kleben kleinere: Blumenerde, Rindenmulch, Hochbeet. Niemand liest alle. Man liest die großen, biegt einmal ab und liest dann erst die kleinen. Eine Webseite wird auf dieselbe Weise abgesucht.
Entscheidend ist dabei etwas, das man leicht übersieht: Ein Schild wird nicht dadurch zum Gangschild, dass es größer gedruckt ist, sondern dadurch, wo es hängt. Im Netz ist das genauso. Die Ebene einer Überschrift steckt im Aufbau der Seite, nicht in ihrem Aussehen. Wer eine Zeile nur fett setzt und vergrößert, hat ein Schild gemalt, aber nicht aufgehängt. Für das Auge sieht es richtig aus, für jedes Programm bleibt es ein normaler Satz.
Und es gibt nur ein Schild über dem Eingang. Stünde derselbe Firmenname zusätzlich über jedem Gang, wüsste niemand mehr, wo er ist. Deshalb trägt jede Seite genau eine Hauptüberschrift, die das Thema dieser einen Seite benennt. Darunter folgen die Zwischenüberschriften der Reihe nach, ohne eine Ebene zu überspringen.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Fast niemand liest eine Webseite von oben nach unten. Gelesen wird sprunghaft, und auf dem Handy sieht man immer nur einen kleinen Ausschnitt. Die Zwischenüberschriften sind in diesem Zustand das einzige Geländer. Wer daran nicht binnen Sekunden erkennt, dass hier die Antwort auf seine Frage steht, ist wieder weg, ohne dass Sie davon je erfahren.
Für Menschen, die ein Vorleseprogramm benutzen, ist die Gliederung sogar der Hauptzugang. Solche Programme können auf Tastendruck von Überschrift zu Überschrift springen, genau wie andere mit den Augen. Fehlen die Ebenen, bleibt nur, den ganzen Text von vorn anzuhören. Das tut niemand freiwillig.
Dazu kommt ein Nebeneffekt in der Suche. Google zieht Zwischenüberschriften heran, um zu erkennen, welche Teilfragen eine Seite abdeckt. Eine Überschrift, die wie eine echte Kundenfrage klingt, ist deshalb wertvoller als eine, die nur ein Kapitel benennt.
So gehen Sie vor
- Schreiben Sie die Überschriften einer Seite untereinander ab. Nur die Überschriften, ohne den Text dazwischen. Ergibt diese Liste ein brauchbares Inhaltsverzeichnis? Merken Sie beim Abschreiben, dass es fast keine gibt, haben Sie den Befund schon.
- Sorgen Sie für genau eine Hauptüberschrift. Sie steht oben und benennt das Thema der Seite. Häufigster Fund bei bestehenden Webseiten: Der Firmenname im Seitenkopf ist als Hauptüberschrift ausgezeichnet. Dann heißt jede Seite gleich, und die eigentliche Aussage rutscht eine Ebene tiefer.
- Formulieren Sie Zwischenüberschriften als Aussage oder Frage. „Unsere Leistungen" ist ein Etikett und sagt nichts. „Heizung wird nicht warm: was wir zuerst prüfen" sagt etwas. Wer die Zeile laut vorliest und dabei nichts erfährt, hat noch ein Etikett vor sich.
- Lassen Sie die Ebenen technisch nachsehen. In Baukästen und in WordPress wählt man sie in einem Feld, meist beschriftet mit „Überschrift 1" bis „Überschrift 6". Ob im Hintergrund ankommt, was Sie ausgewählt haben, zeigen kostenlose Prüfwerkzeuge. Diesen Handgriff übernimmt üblicherweise die Person, die Ihre Webseite betreut.
- Sortieren Sie die Abschnitte nach Dringlichkeit. Die Reihenfolge der Überschriften ist die Reihenfolge, in der gelesen wird. Was Ihre Kundschaft am dringendsten wissen will, gehört nach oben, die Betriebsgeschichte nach unten. Diese Umsortierung kostet keine Zeile neuen Text.
Typische Fehler
Vier Fragen, die beim Aufräumen einer Gliederung aufkommen.
Kann ich den Text nicht einfach größer und fett machen?
Optisch ergibt das dasselbe Bild, technisch nicht. Für ein Vorleseprogramm und für eine Suchmaschine bleibt eine fett gesetzte Zeile ein gewöhnlicher Absatz. Umgekehrt gilt übrigens dasselbe: Eine echte Überschrift darf ruhig klein und unauffällig gestaltet sein, sie zählt trotzdem.
Darf eine Seite zwei Hauptüberschriften haben?
Kaputt geht dabei nichts, aber die Aussage „darum geht es hier" gibt es dann doppelt. Manche Vorlagen setzen zusätzlich den Werbespruch im Seitenkopf auf diese Ebene. Vorrang hat die Zeile, die das Thema benennt, nicht die, die den Betrieb lobt.
Muss mein Suchbegriff in jede Überschrift?
Nein. In die Hauptüberschrift gehört er, weil sie das Thema festlegt. Darunter reicht die Sprache, die Sie auch im Gespräch benutzen würden. Zeilen, in denen derselbe Begriff immer wieder auftaucht, lesen sich stockend und bringen längst keinen Vorteil mehr.
Wie viele Zwischenüberschriften braucht ein Text?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Faustregel: Sehen Sie auf dem Handy über zwei Bildschirmlängen keine Überschrift, fehlt eine. Steht unter einer Überschrift nur ein einzelner kurzer Satz, ist sie vermutlich zu viel.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Bei uns entsteht die Gliederung vor dem Text. Wir schreiben zuerst nur die Überschriften einer Seite untereinander und legen Ihnen dieses Gerüst vor. Sie sehen daran in einer Minute, ob die Seite Ihre Kundschaft in der richtigen Reihenfolge abholt, und Änderungen kosten an dieser Stelle nichts. Bei übernommenen Webseiten machen wir zuerst die vorhandenen Ebenen sichtbar. Der häufigste Fund ist eine lange Seite ganz ohne Zwischenüberschrift, dafür mit drei Hauptüberschriften im Kopfbereich.
Ergeben Ihre Überschriften ein Inhaltsverzeichnis?
Der kostenlose Sichtbarkeits-Check liest die Überschriften Ihrer Seite aus und zeigt, ob es eine Hauptüberschrift gibt und wie die Ebenen darunter aufgebaut sind. Der Beitrag daneben hilft beim Formulieren.