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Google & Local

Mehrere Filialen bei Google verwalten, ohne sich selbst Konkurrenz zu machen

Weblandschaften 2026-08-01 6 Min. Lesezeit

Sie haben eine zweite Filiale eröffnet, und plötzlich läuft es online schlechter statt besser. Anrufe landen im falschen Haus, die neue Adresse taucht nirgends auf, und in der Suche erscheint immer nur der alte Standort. Das liegt selten am Zufall. Meistens liegt es daran, wie die Standorte angelegt und beschrieben sind.

Ein Profil je Standort, ohne Ausnahme

Die wichtigste Regel zuerst: Jede Filiale mit eigener Anschrift und eigenen Öffnungszeiten braucht ein eigenes Google-Unternehmensprofil. Nicht ein Profil mit drei Adressen im Beschreibungstext. Nicht ein Profil, dessen Adresse regelmäßig gewechselt wird.

Der Grund ist einfach. Google nennt als Faktoren für lokale Ergebnisse die Relevanz, die Entfernung und die Bekanntheit eines Eintrags. Die Entfernung wird dabei über die hinterlegte Adresse berechnet. Ohne eigenen Eintrag existiert Ihre zweite Filiale in dieser Rechnung schlicht nicht. Sie können in einer Stadt sitzen und trotzdem unsichtbar sein, während der Wettbewerb zwei Straßen weiter auftaucht.

Voraussetzung ist, dass es den Standort wirklich gibt: eigene Räume, erreichbar für Kund:innen, dauerhaft besetzt während der angegebenen Zeiten. Ein Briefkasten, ein Coworking-Schreibtisch oder die Adresse Ihres Steuerberaters reichen nicht. Wer hier trickst, riskiert eine Sperre des gesamten Kontos. Was dann passiert, beschreiben wir im Beitrag über das gesperrte Google-Unternehmensprofil.

Kurz gesagt: Zwei echte Filialen mit zwei Profilen sind keine Doppelung. Zwei Profile für dieselbe Filiale schon. Das ist der Unterschied zwischen richtig und riskant.

Wo Eigenkonkurrenz wirklich entsteht

Viele fürchten, sich mit mehreren Profilen selbst zu schaden. Das ist fast nie das Problem. Die eigentliche Eigenkonkurrenz, im Fachjargon Kannibalisierung genannt, entsteht auf Ihrer Webseite.

Typisch ist dieser Fall: Es gibt drei Filialen, aber nur eine Seite mit der Überschrift „Unsere Standorte" und darunter drei Adressblöcke. Für Google gibt es damit keine Seite, die eindeutig zu Delmenhorst gehört, und keine, die eindeutig zu Oldenburg gehört. Die Suchmaschine hat nichts, das sie einer bestimmten Stadt zuordnen kann.

Noch häufiger ist die Variante mit kopierten Seiten. Es gibt drei Standortseiten, aber der Text ist dreimal derselbe, nur Ort und Telefonnummer wurden ausgetauscht. Google erkennt das und wählt eine der drei Seiten aus. Die anderen beiden verschwinden praktisch. Genau dann konkurrieren Ihre Standorte tatsächlich miteinander.

Standortseiten, die sich wirklich unterscheiden

Jede Filiale bekommt eine eigene Unterseite mit eigener Adresse in der URL, etwa /standort-oldenburg. Und diese Seite muss eigene Substanz haben. Diese Übersicht hilft beim Sortieren:

ElementPro Standort eigenDarf gleich sein
Titel und H1ja, mit Ortsnamenein
Adresse, Telefon, Öffnungszeitenjanein
Fotosja, echte Bilder dieses Hausesnein
Team der Filialeja, Namen und Gesichternein
Anfahrt, Parken, Haltestellejanein
Bewertungen dieses Standortsjanein
Leistungsbeschreibungengern mit lokalem Bezugteilweise ja
Rechtliches, Design, Navigationneinja

Faustregel: Wenn Sie auf einer Standortseite den Ortsnamen austauschen könnten und niemandem würde es auffallen, ist die Seite zu dünn. Schreiben Sie stattdessen, was diesen Standort ausmacht. Welches Team arbeitet dort? Welche Leistungen gibt es nur hier? Welche Besonderheiten hat das Einzugsgebiet? Wie das im Detail aussieht, zeigen wir auf unserer Seite zu Landingpages.

Verlinken Sie außerdem jedes Google-Profil auf die zugehörige Standortseite, nicht auf die Startseite. Wer aus dem Profil für Oldenburg kommt, soll direkt in Oldenburg landen und nicht erst suchen müssen. Ein kürzerer Weg zur passenden Information macht es wahrscheinlicher, dass daraus ein Anruf oder eine Anfrage wird.

Namen, Kategorien und Beschreibungen sauber trennen

Der Firmenname muss in jedem Profil identisch sein, also überall „Möbelhaus Berger", nicht „Möbelhaus Berger Oldenburg". Ortsnamen im Profilnamen sind gegen die Richtlinien, außer sie stehen wirklich so am Schild. Der Ort wird über die Adresse zugeordnet, nicht über den Namen. Wie penibel Sie mit Schreibweisen sein sollten, steht in unserem Beitrag zur NAP-Konsistenz.

Bei den Kategorien gilt: Die Hauptkategorie ist normalerweise für alle Filialen gleich, weil Sie überall dasselbe Geschäft betreiben. Die Zusatzkategorien dürfen abweichen, wenn eine Filiale zusätzliche Leistungen anbietet. Ein Beispiel: Alle drei Standorte sind „Autowerkstatt", nur einer ist zusätzlich „Reifenhändler", weil dort das Reifenlager steht.

Die Beschreibung sollten Sie je Standort neu schreiben. Zwei bis drei Sätze genügen, mit einem konkreten Bezug zum Ort und zum Angebot vor Ort. Das ist schnell erledigt und unterscheidet Ihre Profile spürbar voneinander.

Verwaltung im Alltag

Legen Sie alle Standorte unter einem einzigen Google-Konto an, das dem Unternehmen gehört, nicht der Privatadresse eines Mitarbeiters. Ab etwa zehn Standorten bietet Google eine Verwaltung mit Gruppen und Sammelbearbeitung an. Auch darunter lohnt es sich, alles gebündelt zu halten.

Wenn ein Standort umzieht oder schließt

Beides passiert, und beides wird oft falsch gelöst. Bei einem Umzug innerhalb derselben Stadt ändern Sie die Adresse im bestehenden Profil. Legen Sie kein neues an. Nur so bleiben Bewertungen, Fotos und die aufgebaute Historie erhalten. Ändern Sie außerdem nicht gleichzeitig Name, Kategorie und Telefonnummer, sondern nacheinander mit ein paar Tagen Abstand. Zu viele Änderungen auf einmal führen zu einer Prüfung.

Bei einer Schließung gilt: Löschen Sie das Profil nicht. Markieren Sie den Standort als dauerhaft geschlossen. Google zeigt den Eintrag dann durchgestrichen an, und Menschen, die noch die alte Filiale suchen, sehen sofort, dass sich etwas geändert hat. Ein gelöschtes Profil hinterlässt dagegen eine Lücke, in die alte Karteneinträge und fremde Vorschläge nachrücken.

Richten Sie zusätzlich auf Ihrer Webseite eine Weiterleitung von der alten Standortseite auf die nächstgelegene ein. Und lassen Sie die alte Telefonnummer noch einige Monate auf einen aktiven Anschluss laufen. Beides kostet fast nichts und rettet Anfragen, die sonst ins Leere gehen.

Bewertungen und Zahlen je Standort lesen

Bewertungen lassen sich nicht zwischen Profilen verschieben. Jeder Standort baut sich seine eigene Reputation auf. Für eine neue Filiale heißt das: Sie startet bei null und braucht ein paar Monate. Bitten Sie dort gezielt um Rückmeldungen und beantworten Sie jede einzelne. Wie Sie mit kritischen Stimmen umgehen, steht in unserem Beitrag über Antworten auf schlechte Bewertungen.

Schauen Sie sich außerdem die Zahlen je Profil an: Aufrufe, Anrufe, Klicks auf die Route. Wenn eine Filiale deutlich zurückliegt, hat das meist einen erkennbaren Grund, etwa fehlende Fotos, wenige Bewertungen oder eine schwache Standortseite. Dann wissen Sie, wo Sie ansetzen. Bei der systematischen Arbeit daran hilft unsere SEO-Betreuung.

Ein Sonderfall bleibt: Wenn Sie neben Ihren Filialen auch Kund:innen vor Ort besuchen, kommt das Thema Servicegebiet dazu. Wie Sie das einrichten, ohne die Filialprofile zu schwächen, lesen Sie im Beitrag über das Servicegebiet ohne Ladenlokal.

Fazit: Ihre nächsten Schritte

Mehrere Standorte sind ein Vorteil, wenn jeder für sich sichtbar ist. So gehen Sie vor:

  1. Legen Sie für jede echte Filiale ein eigenes Google-Profil an, gebündelt unter einem Firmenkonto.
  2. Geben Sie jedem Standort eine eigene Unterseite mit eigenen Fotos, eigenem Team und eigener Anfahrt.
  3. Verlinken Sie jedes Profil auf die passende Standortseite, nicht auf die Startseite.
  4. Halten Sie den Firmennamen identisch und differenzieren Sie über Adresse, Zusatzkategorien und Beschreibung.
  5. Vergeben Sie Zugriffsrechte statt Passwörtern und prüfen Sie die Zahlen je Standort quartalsweise.

Wie sichtbar ist jede Ihrer Filialen?

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