Webtechnik

Open Graph

Lexikon Auch: OG-Tags 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Open Graph sind unsichtbare Angaben im Quelltext einer Seite. Sie legen fest, wie deren Link aussieht, sobald ihn jemand in WhatsApp, Facebook oder LinkedIn weitergibt: welches Bild erscheint, welche Überschrift darunter steht und welcher kurze Satz dazugehört. Fehlen diese Angaben, zeigen die meisten Dienste nur eine graue Fläche und die nackte Adresse.

Was das genau bedeutet

Ein Dachdecker steht mit dem Transporter in einer Reihenhaussiedlung. Der Nachbar von gegenüber schaut aus dem Fenster und liest, was auf dem Wagen steht: Name, Gewerk, Ortsvorwahl. Zwei Winter später tropft es bei ihm durch, und er erinnert sich ungefähr an das, was da vor der Tür stand. Wäre es ein weißer Kastenwagen ohne Beschriftung gewesen, wäre nichts geblieben.

In einem Messenger übernimmt Open Graph diese Beschriftung. Eine Kundin schreibt in der Nachbarschaftsgruppe „Die waren gut" und hängt Ihre Adresse an. Was dann in der Gruppe erscheint, ist Ihr Fahrzeug vor der Tür: entweder ein Foto mit Firmennamen und einem Satz zur Leistung, oder ein grauer Kasten, an dem der Daumen vorbeiscrollt.

Drei Angaben genügen dafür, und sie stehen je Unterseite einmal fest: das Vorschaubild, die Überschrift und der Satz darunter. Sie stecken im Quelltext, also in dem Teil der Seite, den nur Programme lesen. Wer Ihren Link weitergibt, kann daran nichts ändern. Diese Vorschau ist damit das Einzige an Ihrer Empfehlung, das Sie selbst in der Hand haben.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Die Weiterempfehlung im privaten Chat ist die wirksamste Werbung, die es für einen regionalen Betrieb gibt, und sie kostet Sie nichts. Genau in dem Moment, in dem sie stattfindet, sind Sie aber nicht dabei. Jemand tippt drei Wörter und schickt einen Link. Alles Weitere entscheidet die Vorschau.

Das betrifft mehr Stellen, als man vermutet. Ihr Link taucht in Elterngruppen auf, in Vereinschats, in der Signatur einer Mail, in einem Angebot, das jemand intern weiterleitet. Überall dort greifen dieselben Angaben.

Und der Aufwand fällt nur einmal an. Anders als eine Anzeige endet die Vorschau nicht, wenn ein Budget aufgebraucht ist. Sie arbeitet bei jeder Weitergabe mit, auch in fünf Jahren noch.

So gehen Sie vor

  1. Schicken Sie sich Ihre eigenen Links. Legen Sie in WhatsApp einen Chat mit sich selbst an und senden Sie dorthin Ihre Startseite und zwei wichtige Unterseiten. Warten Sie kurz, bis die Vorschau erscheint. Was Sie jetzt sehen, sieht auch jeder, der Sie empfiehlt.
  2. Suchen Sie ein Vorschaubild aus. Querformat, etwa doppelt so breit wie hoch, und ein Motiv, das man auf Daumengröße noch erkennt: der beschriftete Wagen, das Team vor der Werkstatt, ein fertiges Projekt. Schrift im Bild wird oft an den Rändern abgeschnitten, verlassen Sie sich also nicht darauf.
  3. Schreiben Sie Überschrift und Satz je Seite. In die Überschrift gehört, was Sie machen und wo, zum Beispiel „Dachdeckerei Sander, Bremen-Nord". In den Satz gehört, was die Person auf dieser Seite bekommt. Eine Zeile reicht, mehr wird ohnehin abgeschnitten.
  4. Lassen Sie die Angaben eintragen. Sie gehören in den Kopfbereich jeder einzelnen Seite. Das ist ein technischer Schritt für die Person, die Ihre Webseite betreut. In einem Redaktionssystem übernimmt das meist eine Erweiterung, in die Sie Bild und Text selbst einsetzen können.
  5. Prüfen Sie nach jeder Änderung erneut. Die Dienste merken sich die alte Vorschau eine Weile, deshalb erscheint sie oft noch tagelang. Facebook und LinkedIn bieten eigene Werkzeuge zum Neueinlesen an. Auch das gehört zur Betreuung, Sie melden nur, wenn weiter das falsche Bild auftaucht.

Typische Fehler

Vier Beobachtungen, die beim Teilen von Links immer wieder für Ärger sorgen.

Ich habe das Bild ausgetauscht, es erscheint trotzdem das alte.

Das ist der Normalfall und kein Fehler an Ihrer Seite. Messenger und Netzwerke speichern die Vorschau zwischen, damit sie beim Teilen sofort da ist. Bis das neue Bild überall ankommt, dauert es. Beschleunigen lässt es sich mit den Prüfwerkzeugen der Anbieter.

Reicht mein Logo als Vorschaubild nicht aus?

Ein Logo auf weißem Grund verschwindet im Chat fast, weil der Hintergrund selbst hell ist und das Bild breit zugeschnitten wird. Ein Foto aus dem Betrieb wirkt in dieser Größe deutlich besser. Das Logo hat seinen Platz im Bild, es sollte nur nicht allein darauf stehen.

Ist das nicht dasselbe wie der Titel bei Google?

Nein, das sind zwei Paar Schuhe. Der Meta-Titel steuert die Zeile in der Google-Trefferliste, Open Graph die Kachel im Chat. Sie dürfen gleich lauten, oft ist es aber sinnvoll, sie zu trennen.

Wir sind gar nicht bei Facebook, brauchen wir das trotzdem?

Ja, und zwar unabhängig davon. WhatsApp, Signal, LinkedIn, Slack und viele Mailprogramme lesen dieselben Angaben aus. Sie brauchen dafür kein Konto und keine Seite in einem Netzwerk. Es genügt, dass irgendjemand Ihren Link weiterreicht.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir legen nicht ein Bild für die ganze Webseite fest, sondern eines je Seitenart: eines für die Startseite, eines für jede Leistung, eines für Beiträge. Sonst erscheint bei jeder geteilten Unterseite dasselbe Motiv, und die Empfehlung wirkt wie ein Serienbrief. Dazu nehmen wir Fotos aus dem Betrieb statt gekaufter Symbolbilder, weil im Chat auffällt, wenn dasselbe Motiv schon bei drei anderen Firmen zu sehen war. Und wir schicken die Links vor dem Livegang durch WhatsApp und LinkedIn, weil beide unterschiedlich zuschneiden.

Was sehen Ihre Kunden, wenn sie Sie weiterempfehlen?

Der Beitrag daneben zeigt, wie kleine Betriebe soziale Netzwerke ohne täglichen Aufwand nutzen. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre Seite technisch und inhaltlich an, von den Titeln bis zur Ladezeit. Vorschaubilder prüft er nicht, dafür ist der Selbsttest oben da.

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