Daten & Messung

Webanalyse

Lexikon Auch: Analytics 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Webanalyse ist die Auswertung, was Besucher auf Ihrer Seite tun: woher sie kommen, welche Seiten sie ansehen, wo sie abspringen. Sie zeigt Muster von Gruppen, nicht einzelne Menschen. Datenschutzfreundliche Werkzeuge kommen dabei ohne persönliche Profile aus.

Was das genau bedeutet

Eine Buchhändlerin sieht von ihrem Tresen aus fast alles. Die meisten gehen zuerst nach rechts zu den Neuerscheinungen. Das Regal mit den Reiseführern hinten links betritt kaum jemand. Und an manchen Nachmittagen legen zwei Leute ihr Buch wieder hin, weil die Schlange an der Kasse zu lang ist. Für ihre Webseite hat sie diesen Tresen nicht. Webanalyse ist der Versuch, ihn nachzubauen.

Vier Fragen beantwortet sie zuverlässig: Wie viele Menschen waren da. Wie sind sie hergekommen, also über die Suche, über Ihr Google-Profil, über einen Link oder direkt. Welche Seiten haben sie angesehen. Und an welcher Stelle haben sie aufgehört. Mehr ist es im Kern nicht, und mehr brauchen die meisten Betriebe auch nicht.

Der Unterschied zwischen den Werkzeugen liegt vor allem im Umgang mit Daten. Manche legen ein Profil über viele Seiten hinweg an und geben die Daten weiter. Andere zählen nur zusammenfassend auf dem eigenen Server und speichern nichts, was eine Person wiedererkennbar macht. Diese Wahl entscheidet mit darüber, ob Sie ein Zustimmungsfenster brauchen. Was in Ihrem Fall genügt, beurteilt eine Datenschutzberatung, nicht wir.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Ohne Zahlen wird über Geschmack gestritten. Der Sohn findet die Startseite zu blass, der Meister findet sie zu bunt, und am Ende entscheidet, wer lauter ist. Mit ein paar Zahlen liegt wenigstens auf dem Tisch, welche Seite überhaupt jemand aufruft.

Zweitens sehen Sie, wo Ihre Pflegezeit hingehört. Fast jeder Betrieb hat zwei oder drei Seiten, die den Großteil des Besuchs tragen, und ein Dutzend, die niemand ansieht. Die wenigen guten verdienen bessere Fotos und aktuelle Preise, der Rest darf schlicht bleiben.

Und drittens ist die Auswertung ein Rauchmelder. Wenn der Besuch über Nacht einbricht, liegt das selten am Markt, sondern an etwas Kaputtem: eine Seite ist nach einem Umbau nicht mehr erreichbar, das Zertifikat ist abgelaufen, die Seite lädt zu langsam. Ohne Zahlen merken Sie das erst, wenn wochenlang niemand angerufen hat.

So gehen Sie vor

  1. Schreiben Sie zuerst drei Fragen auf. Zum Beispiel: Ruft überhaupt jemand die Seite mit den Notdienstzeiten auf? Kommen die Besucher aus unserem Landkreis? Wird die Preisseite gelesen oder übersprungen? Wer ohne Fragen ein Werkzeug einbaut, bekommt eine Übersicht voller Kurven und schließt sie wieder.
  2. Wählen Sie das Werkzeug nach Datensparsamkeit, nicht nach Bekanntheit. Es gibt Auswertungen, die auf Ihrem eigenen Server laufen und keine Daten weitergeben. Der Einbau ist ein technischer Schritt und Sache der Person, die Ihre Webseite betreut. Lassen Sie sich sagen, was gespeichert wird und wie lange.
  3. Lassen Sie die wichtigen Handlungen mitzählen. Seitenaufrufe allein sagen wenig. Interessant wird es, wenn auch abgeschickte Formulare und Klicks auf die Telefonnummer erfasst werden. Das ist etwas anderes als reine Besucherzählung und muss eigens eingerichtet werden.
  4. Sehen Sie einmal im Monat fünfzehn Minuten hinein, immer denselben Ausschnitt. Vergleichen Sie dabei mit demselben Monat des Vorjahres, nicht mit dem Vormonat. Sonst halten Sie jede Sommerflaute für ein Problem und jeden Herbst für einen Erfolg.
  5. Notieren Sie die Schlussfolgerung, nicht die Zahl. Nicht „412 Aufrufe", sondern „die Notdienstseite wird vor allem abends aufgerufen, die Telefonnummer steht dort aber ganz unten". Aus diesem Satz folgt eine Änderung, aus der Zahl nicht.

Typische Fehler

Vier Fragen, die beim ersten Blick in eine Auswertung fast immer kommen.

Sind das die echten Besucherzahlen?

Nein, es sind gute Näherungen. Ein Teil der Zugriffe stammt von automatischen Programmen, ein anderer Teil wird durch Browsereinstellungen oder fehlende Zustimmung gar nicht gezählt. Für Vergleiche über die Zeit reicht das völlig. Zwei verschiedene Werkzeuge werden aber nie dieselbe Zahl zeigen.

Brauche ich dafür ein Zustimmungsfenster?

Das hängt vom Werkzeug und seinen Einstellungen ab. Manche Lösungen lassen sich in Deutschland ohne Banner betreiben, andere nicht. Diese Frage sollten Sie vor der Auswahl klären lassen und nicht danach, denn ein Wechsel bedeutet, dass die alten Zahlen nicht mehr vergleichbar sind.

Meine Absprungrate ist hoch, ist das schlimm?

Meistens nicht. Wer Ihre Öffnungszeiten sucht, sie oben findet und die Seite wieder schließt, ist zufrieden und wird trotzdem als Absprung gezählt. Beunruhigend ist der Wert nur dort, wo die Seite eine Anfrage auslösen soll.

Zähle ich meine eigenen Besuche mit?

Ja, solange nichts dagegen unternommen wird. Gerade bei kleinen Zahlen verfälscht das viel, wenn Sie selbst täglich auf die Seite schauen. Der eigene Anschluss lässt sich ausschließen, darum kümmert sich die Person, die die Auswertung eingerichtet hat.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir richten eine Auswertung erst ein, wenn feststeht, welche Entscheidung davon abhängen soll. Sonst entsteht ein Werkzeug, das Daten sammelt, die niemand ansieht, und das ist datenschutzrechtlich das Gegenteil von sparsam. Wir bevorzugen Lösungen, bei denen die Daten auf Ihrem Server bleiben, und stellen sie so ein, dass möglichst wenig gespeichert wird. Und wir schicken keine zwölfseitigen Monatsberichte. Drei Zeilen mit dem, was sich geändert hat, und ein Satz dazu, was wir daraus vorschlagen, sind nützlicher.

Welche Auswertung passt zu Ihrem Betrieb?

Im Beitrag daneben stellen wir zwei verbreitete Werkzeuge gegenüber, mit Blick auf Datenschutz und Aufwand. Der kostenlose Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre Seite technisch und inhaltlich an.

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