Google Search Console für Einsteiger: die wichtigsten drei Berichte
Ihre Webseite ist online. Aber kommt sie bei Google überhaupt an? Wonach suchen die Leute, bevor sie bei Ihnen landen? Die Google Search Console beantwortet genau diese Fragen, kostenlos und ohne Umweg über eine Agentur. Sie müssen dafür nicht das ganze Werkzeug verstehen. Drei Berichte reichen.
Was die Search Console ist und was sie nicht ist
Die Google Search Console ist ein kostenloses Werkzeug von Google. Sie zeigt Ihnen, wie Google Ihre Webseite sieht: welche Seiten in der Suche auftauchen, bei welchen Suchbegriffen, wie oft jemand darauf klickt und wo technische Probleme stecken.
Wichtig ist die Abgrenzung, weil hier viel durcheinandergeht. Die Search Console misst, was vor dem Klick passiert: die Suche, das Suchergebnis, den Klick. Ein Statistik-Werkzeug wie Matomo oder Google Analytics misst, was nach dem Klick passiert: welche Seiten jemand anschaut, wie lange, ob am Ende eine Anfrage herauskommt. Beide zusammen ergeben ein Bild. Welches Statistik-Werkzeug dazu passt, klären wir im Beitrag Matomo oder Google Analytics.
Kurz gesagt: Search Console gleich Sichtbarkeit bei Google. Statistik-Werkzeug gleich Verhalten auf Ihrer Webseite. Zwei verschiedene Fragen, zwei verschiedene Werkzeuge.
Einrichten dauert etwa zehn Minuten
Sie brauchen ein Google-Konto und Zugriff auf Ihre Webseite oder auf Ihre Domain-Verwaltung. Der Ablauf sieht so aus:
- Property anlegen. Google fragt, ob Sie eine „Domain" oder ein „URL-Präfix" eintragen wollen. Die Domain-Variante erfasst alles auf einmal, mit und ohne www. Sie ist die bessere Wahl, verlangt aber einen Eintrag bei Ihrem Domain-Anbieter.
- Inhaberschaft bestätigen. Das geht über einen DNS-Eintrag, eine hochgeladene Datei oder einen kleinen Code im Kopfbereich Ihrer Webseite. Wer Ihre Seite betreut, erledigt das in wenigen Minuten.
- Sitemap einreichen. Eine Sitemap ist eine Liste aller Ihrer Seiten für Suchmaschinen. Sie liegt meist unter /sitemap.xml. Diese Adresse tragen Sie unter „Sitemaps" ein.
Danach dauert es ein paar Tage, bis Daten auflaufen. Die Search Console sammelt nicht rückwirkend. Genau deshalb lohnt es sich, sie einzurichten, bevor Sie sie brauchen.
Bericht 1: Leistung. Wonach die Leute wirklich suchen
Der Leistungsbericht ist der wertvollste Teil des ganzen Werkzeugs. Er zeigt vier Zahlen und listet darunter die Suchanfragen und Seiten dazu auf.
| Zahl | Bedeutung | Was Sie daraus lesen |
|---|---|---|
| Impressionen | Wie oft Ihre Seite in den Suchergebnissen angezeigt wurde | Ob Google Sie überhaupt für ein Thema in Betracht zieht |
| Klicks | Wie oft jemand tatsächlich geklickt hat | Ob Ihr Eintrag im Ergebnis überzeugt |
| CTR | Anteil der Klicks an den Impressionen | Wie gut Titel und Beschreibung ziehen |
| Position | Durchschnittlicher Platz im Ergebnis | Wie weit Sie vom sichtbaren Bereich entfernt sind |
Der interessanteste Blick ist der Reiter Suchanfragen. Dort stehen die echten Formulierungen, die Menschen bei Google eingetippt haben, bevor Ihre Seite erschien. Das ist keine Vermutung und kein gekaufter Datensatz. Das sind Ihre potenziellen Kund:innen mit ihren eigenen Worten. Wie Sie daraus eine ganze Themenliste bauen, zeigen wir in der Keyword-Recherche für lokale Betriebe.
Zwei Muster lohnen sich besonders:
- Viele Impressionen, kaum Klicks. Google zeigt Sie, aber niemand klickt. Meist liegt es am Suchergebnis selbst. Überarbeiten Sie Titel und Beschreibung dieser Seite.
- Position zwischen 8 und 20. Diese Begriffe sind fast oben. Hier bringt eine bessere Seite oft mehr als ein völlig neues Thema.
Bericht 2: Seiten. Was Google von Ihnen kennt
Unter „Indexierung" finden Sie den Bericht Seiten. Er teilt Ihre Webseite in zwei Gruppen: indexiert und nicht indexiert. Indexiert heißt, Google hat die Seite aufgenommen und kann sie anzeigen. Nicht indexiert heißt, sie taucht in der Suche nicht auf. Egal wie gut der Text ist.
Das ist der Bericht, den die meisten Betriebe nie öffnen und der die unangenehmsten Überraschungen enthält. Typische Gründe, warum eine Seite fehlt:
- Durch „noindex" ausgeschlossen. Ein Schalter aus der Bauphase, den niemand umgelegt hat. Kommt öfter vor, als man denkt.
- Gefunden, zurzeit nicht indexiert. Google kennt die Seite, hält sie aber für zu dünn oder zu ähnlich zu anderen. Ein Hinweis auf Inhalte, die zu knapp sind.
- Nicht gefunden (404). Verweise auf Seiten, die es nicht mehr gibt. Nach einem Relaunch der Klassiker.
- Weiterleitung. Meist unkritisch, solange die Weiterleitung dauerhaft eingerichtet ist.
Ganz oben in der Search Console sitzt außerdem die URL-Prüfung. Dort geben Sie eine einzelne Adresse ein und sehen sofort, ob Google sie kennt. Nach jeder neuen Seite lohnt sich dieser Griff, inklusive der Schaltfläche „Indexierung beantragen".
Bericht 3: Core Web Vitals und Nutzerfreundlichkeit
Unter „Nutzerfreundlichkeit" oder „Core Web Vitals" bewertet Google, wie schnell und stabil sich Ihre Seite anfühlt. Gemessen wird das nicht im Labor, sondern bei echten Besucher:innen mit echten Handys und echtem Mobilfunk.
Sie sehen Ihre Adressen in drei Töpfen: gut, verbesserungswürdig, schlecht. Wenn dort Seiten im roten Bereich stehen, ist das ein handfester Hinweis. Langsame Seiten kosten Anfragen, lange bevor sie Rankings kosten. Was Sie konkret verbessern können, steht im Beitrag Ladezeit und Core Web Vitals.
Ein Hinweis zur Geduld: Dieser Bericht braucht genug Besucher:innen, um überhaupt Daten zu zeigen. Kleine Webseiten sehen dort manchmal monatelang nichts. Das ist kein Fehler.
Ihre Routine: eine Viertelstunde im Monat
Sie müssen die Search Console nicht täglich öffnen. Die Daten sind ohnehin zwei bis drei Tage alt. Ein fester Termin im Monat reicht völlig:
- Leistungsbericht auf „Letzte 3 Monate" stellen und mit dem Vorzeitraum vergleichen. Steigen Impressionen und Klicks?
- Drei Suchanfragen notieren, die viele Impressionen und wenige Klicks haben. Titel und Beschreibung dieser Seiten anpassen.
- Seitenbericht öffnen. Ist die Zahl der indexierten Seiten plausibel? Sind neue Fehler dazugekommen?
- E-Mail-Benachrichtigungen aktiviert lassen. Bei ernsten Problemen meldet sich Google von selbst.
Drei Fehldeutungen, die Sie sich sparen können
„Meine Position ist 4,8, also bin ich auf Platz 5." Nein. Die Position ist ein Durchschnitt über alle Suchanfragen, Orte und Geräte. Jemand in der Nachbarstadt sieht etwas anderes als Sie. Schauen Sie deshalb immer auf einzelne Suchbegriffe, nicht auf den Gesamtschnitt.
„Die Klickzahlen sind niedriger als in meiner Statistik." Das ist normal. Die Search Console zählt nur Klicks aus der Google-Suche. Ihr Statistik-Werkzeug zählt alle Besuche, also auch Direkteingaben, Links von anderen Seiten und Social Media. Unterschiedliche Zahlen bedeuten hier keinen Fehler.
„Ich sehe nicht alle Suchbegriffe." Stimmt. Google blendet sehr seltene Anfragen aus Datenschutzgründen aus. Die Summe der einzelnen Begriffe ist deshalb kleiner als die Gesamtzahl. Auch das ist kein Fehler, sondern Absicht.
Was die Search Console nicht kann
Sie zeigt nur die klassische Google-Suche. Ihr Google Unternehmensprofil hat eine eigene Statistik, und die ist für lokale Betriebe oft wichtiger als die Webseite selbst. Wie Sie dort mehr herausholen, steht im Beitrag Google Unternehmensprofil optimieren. Auch Anrufe, die aus einer Google-Suche entstehen, tauchen hier nicht auf. Wie Sie so etwas trotzdem messen können, zeigen wir unter Messen ohne Cookies.
Fazit: Ihre nächsten Schritte
Die Search Console ist das ehrlichste Werkzeug, das Sie zu Ihrer Sichtbarkeit bekommen können, und es kostet nichts. So fangen Sie an:
- Einrichten und Sitemap einreichen. Heute, nicht wenn Sie Zeit haben. Die Daten laufen erst ab jetzt auf.
- Leistungsbericht lesen. Notieren Sie die zehn häufigsten Suchanfragen. Das ist Ihre Themenliste für die nächsten Monate.
- Seitenbericht prüfen. Steht jede wichtige Seite unter „indexiert"? Wenn nicht, hat das immer einen konkreten Grund.
- Einen Monatstermin setzen. Fünfzehn Minuten, immer am gleichen Tag. Regelmäßigkeit schlägt Gründlichkeit.
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