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Alt-Text

Lexikon Alternativtext für Bilder 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Der Alt-Text ist eine kurze Beschreibung dessen, was auf einem Bild zu sehen ist. Er wird nicht angezeigt, sondern beim Bild hinterlegt. Blinde und sehbehinderte Menschen bekommen ihn von ihrem Vorleseprogramm gesagt, Suchmaschinen lesen ihn mit, und wenn ein Bild nicht lädt, erscheint er an dessen Stelle.

Was das genau bedeutet

Bei einem Gebrauchtwagenhändler ruft jemand an und fragt nach dem Kombi aus der Anzeige. „Wie sieht der denn aus?" Antwortet der Verkäufer „Der ist schön", weiß der Anrufer nichts. Antwortet er „Silbergrau, Baujahr 2019, Anhängerkupplung, ein Kratzer an der Beifahrertür", hat der Anrufer den Wagen vor Augen und kann entscheiden. Ein Alt-Text ist genau diese zweite Antwort, nur aufgeschrieben.

Daraus ergibt sich von selbst, was hineingehört: das, was man sehen würde. Kein Urteil über die Qualität des Fotos, keine Aneinanderreihung von Suchbegriffen und schon gar nicht der Dateiname aus der Kamera. Ein Satz reicht in aller Regel.

Nicht jedes Bild braucht allerdings eine Beschreibung. Reine Dekoration, etwa ein Farbverlauf hinter einer Überschrift oder ein Trennmuster, bekommt einen bewusst leeren Alt-Text. Vorleseprogramme überspringen das Bild dann stillschweigend. Ein leeres Feld ist an dieser Stelle eine Aussage und kein Versäumnis. Fehlt der Alt-Text dagegen ganz, liest das Programm oft hilflos den Dateinamen vor.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Menschen mit Sehbehinderung sind Kundschaft wie alle anderen. Sie bestellen, buchen Termine und rufen an. Für sie entscheidet die Bildbeschreibung darüber, ob eine Seite benutzbar ist oder nur aus Lücken besteht. Für manche Angebote ist Barrierefreiheit inzwischen zusätzlich gesetzlich geregelt. Ob und ab wann Ihr Betrieb davon erfasst ist, beantwortet eine Rechtsberatung, nicht wir.

Der zweite Grund ist die Bildersuche, und der wird bei Handwerk und Gestaltung regelmäßig unterschätzt. Wer nach „Terrasse Holzdielen grau" sucht und dabei Bilder ansieht, ist mitten in der Entscheidung. In dieser Ergebnisliste stehen Sie nur, wenn zu Ihren Fotos Text gehört, denn ein Bild allein ist für eine Suchmaschine stumm.

Und drittens laden Bilder nicht immer. Im Funkloch, bei sparsam eingestellten Datentarifen oder bei einer Störung bleibt der Platz leer, und dort steht dann genau ein Satz: Ihr Alt-Text. Ohne ihn sieht Ihre Seite in diesem Moment aus wie ein Bauzaun.

So gehen Sie vor

  1. Gehen Sie Ihre Seiten durch und stellen Sie sich bei jedem Bild eine Frage. Wenn ich das jemandem am Telefon beschreiben müsste, was sage ich? Diesen Satz notieren Sie. Für eine kleine Webseite ist das eine Aufgabe von einer knappen Stunde.
  2. Trennen Sie Inhaltsbilder von Schmuckbildern. Ein Inhaltsbild trägt Information: das Ergebnis einer Sanierung, das Team mit Namen, ein Grundriss, ein Werkstück. Ein Schmuckbild ist nur da, damit die Seite nicht kahl wirkt. Nur die erste Gruppe braucht eine Beschreibung.
  3. Beschreiben Sie das Sichtbare, nicht Ihre Absicht. Nicht „unser tolles Team", sondern „vier Mitarbeiterinnen in Arbeitskleidung vor dem Firmenwagen". Acht bis fünfzehn Wörter genügen meistens. Die Wendung „Bild von" können Sie weglassen, das Vorleseprogramm sagt ohnehin schon, dass ein Bild folgt.
  4. Passen Sie auf bei Bildern, in denen Text steckt. Öffnungszeiten, Preise oder eine Karte als Grafik sind für Vorleseprogramme unsichtbar. Der Text gehört dann in die Beschreibung, besser aber gleich als echter Text auf die Seite. Sonst schließen Sie einen Teil Ihrer Kundschaft von genau den Angaben aus, wegen derer sie gekommen ist.
  5. Tragen Sie die Texte im System ein. In WordPress und in den meisten Baukästen gibt es in der Bildverwaltung ein Feld namens „Alternativtext". Bilder, die fest im Design stecken, etwa die Kopfgrafik oder das Logo, liegen dagegen im Quelltext. Diese wenigen trägt derjenige nach, der Ihre Webseite technisch betreut.

Typische Fehler

Diese vier Punkte sorgen bei Bildbeschreibungen für Missverständnisse.

Kann ich dort nicht einfach meine Suchbegriffe unterbringen?

Das ist eine alte Masche, die längst nicht mehr wirkt. Schlimmer ist die andere Seite: Ein blinder Mensch hört dann statt einer Beschreibung eine Wortliste. Die Seite wird dadurch nicht nur unhöflich, sondern unbenutzbar.

Muss wirklich jedes einzelne Bild beschrieben werden?

Jedes Bild braucht das Feld, aber nicht jedes einen Text darin. Dekoration bekommt es leer, damit sie übersprungen wird. Die Entscheidung fällt nach einer einzigen Frage: Ginge Information verloren, wenn dieses Bild fehlte?

Reicht nicht ein guter Dateiname?

Nein. Sprechende Dateinamen wie badsanierung-vorher.jpg sind nützlich, ersetzen die Beschreibung aber nicht. Vorgelesen wird der Alt-Text, und wo keiner steht, kommt im Zweifel so etwas wie „I M G Unterstrich 4 8 2 1" heraus.

Wie lang darf so eine Beschreibung sein?

Ein Satz. Brauchen Sie mehr, etwa bei einem Grundriss oder einer Preistabelle als Grafik, gehört die ausführliche Fassung als sichtbarer Text neben das Bild. Davon haben dann alle etwas, auch Ihre sehenden Besucher.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Bildbeschreibungen schreiben wir nicht selbst zu Ende. Wir bereiten sie vor, aber bei Vorher-Nachher-Bildern und Aufnahmen aus der Werkstatt lassen wir sie uns diktieren. Auf einem Foto sehen wir eine graue Wand. Der Betrieb sieht eine Kellerwand nach dem Sanierputz, zwei Tage vor dem Anstrich. Nur die zweite Beschreibung hilft jemandem weiter. Zum Abschluss bekommen Sie eine Liste aller Bilder, bei denen noch nichts hinterlegt ist. Die ist nach jedem neuen Foto von Ihnen wieder nützlich, deshalb geben wir sie aus der Hand.

Sind Ihre Bilder für alle lesbar?

Der Beitrag im Magazin zeigt, wie Sie Fotos fürs Netz vorbereiten, von der Dateigröße bis zum Format. Der Sichtbarkeits-Check prüft davon getrennt die Grundlagen Ihrer Seite, darunter die Ladezeit, auf die Bilder den größten Einfluss haben.

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