Anruf-Tracking
Anruf-Tracking bedeutet, die Anrufe zu zählen, die über Ihre Webseite oder Ihr Google-Profil zustande kommen. Der einfache Weg misst, wie oft jemand auf Ihre Telefonnummer tippt. Der aufwendige Weg zeigt für jede Werbequelle eine eigene Rufnummer an, damit Sie am Klingeln erkennen, woher der Anruf kam.
Was das genau bedeutet
In einer Autowerkstatt lässt sich abends leicht sagen, wie viele Fahrzeuge auf dem Hof standen. Der Meister sieht sie ja. Wie viele Menschen am selben Tag angerufen haben, weiß er ungefähr, und woher diese Anrufer von der Werkstatt wussten, weiß niemand. Das Telefon ist die meistbenutzte Tür des Betriebs, und ausgerechnet an dieser Tür hängt kein Zählwerk.
Genau dieses Zählwerk baut Anruf-Tracking ein. In der einfachen Form zählt es nicht das Gespräch, sondern die Absicht: Ihre Rufnummer ist auf dem Handy als Schaltfläche hinterlegt, und jeder Fingertipp darauf wird als Vorgang gespeichert. Sie erfahren also, wie viele Menschen von der Seite aus wählen wollten und über welche Unterseite sie dorthin kamen.
Die aufwendige Form arbeitet mit wechselnden Rufnummern. Wer über eine Anzeige kommt, sieht die Nummer 0421 111, wer über die Suche kommt, die Nummer 0421 222. Beide landen bei Ihnen. Am Apparat sehen Sie dann, welcher Weg den Anruf gebracht hat. Das ist genauer, kostet monatlich Geld und hat einen Haken: Ihre Rufnummer steht dann nicht mehr überall gleich, was der örtlichen Suche schadet.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Bei Handwerk, Praxen und Werkstätten kommt der Auftrag fast immer über einen Anruf. Wenn Sie diesen Anruf nicht zählen, sieht jede Auswertung Ihrer Webseite falsch aus. Die Seite wirkt dann wie ein Ort, an dem nichts passiert, obwohl sie den ganzen Tag das Telefon füttert.
Das führt zu Entscheidungen, die nach hinten losgehen. Werbung wird abgestellt, weil sie angeblich nichts bringt. Eine Leistungsseite wird gekürzt, weil sie wenig Formulare erzeugt, während sie in Wahrheit die meisten Anrufe auslöst. Die Zahl fehlt, also entscheidet das Bauchgefühl.
Dazu kommt ein Punkt, der mit Werbung nichts zu tun hat: Sie sehen, wann angerufen wird. Wenn die Hälfte der Versuche zwischen zwölf und halb zwei stattfindet, also genau in Ihrer Mittagspause, ist die Lösung kein größeres Werbebudget, sondern ein Anrufbeantworter mit klarer Ansage oder eine Rückrufbitte auf der Seite.
So gehen Sie vor
- Legen Sie fest, welcher Anruf für Sie zählt. Ein Terminwunsch, eine Preisanfrage, ein Notfall. Vertreteranrufe und Nachfragen bestehender Kundschaft gehören nicht dazu. Ohne diese Unterscheidung zählen Sie später Klingeln statt Kundschaft.
- Sorgen Sie dafür, dass die Nummer anwählbar ist. Auf dem Handy muss ein Tipp auf die Nummer die Wahlfunktion öffnen. Dafür wird die Nummer als sogenannter Telefonlink hinterlegt. Das ist eine kleine Änderung im Seitenquelltext, die die Person übernimmt, die Ihre Webseite betreut.
- Lassen Sie diesen Tipp als Ereignis zählen. In jedem gängigen Auswertungswerkzeug lässt sich das einrichten, auch in den datenschutzfreundlichen ohne Cookies. Bitten Sie darum, dass die Zahl in der monatlichen Übersicht neben den Formularen auftaucht, sonst schaut sie nie jemand an.
- Fragen Sie am Apparat trotzdem weiter. Ein Zettel neben dem Telefon mit der Frage „Wie sind Sie auf uns gekommen?" liefert das, was keine Messung liefert: den Grund. Empfehlung vom Nachbarn, Schild am Firmenwagen, Suche im Netz. Zwei Wochen genügen für ein brauchbares Bild.
- Sehen Sie sich die Anrufe aus dem Google-Profil getrennt an. Ihr Google-Unternehmensprofil zählt eigene Anrufe, die nie über Ihre Webseite laufen. Diese Zahl steht in der Statistik des Profils. Addieren Sie beide, sonst halbieren Sie sich selbst.
Typische Fehler
Vier Fragen, die beim Messen von Anrufen fast immer aufkommen.
Ist ein Klick auf die Nummer schon ein Anruf?
Nein. Gezählt wird der Versuch. Manche legen wieder auf, andere wählen die Nummer vom Festnetz aus ab. Die Zahl ist trotzdem nützlich, weil sie im Zeitverlauf verlässlich vergleichbar ist. Nur als Auftragszahl dürfen Sie sie nicht lesen.
Darf ich Gespräche mitschneiden, um sie auszuwerten?
Ein Mitschnitt ist etwas völlig anderes als eine Zählung. Er ist nur zulässig, wenn beide Seiten vorher zugestimmt haben, und die Zustimmung muss belegbar sein. Für die Frage, welche Werbung Anrufe bringt, brauchen Sie keinen Mitschnitt. Wir raten kleinen Betrieben davon ab.
Brauche ich für jede Quelle eine eigene Rufnummer?
Nur wenn Sie regelmäßig Geld in bezahlte Anzeigen stecken und wissen müssen, ob sich das rechnet. Solange Ihr Werbebudget klein ist, steht der monatliche Preis für wechselnde Nummern in keinem Verhältnis. Der Telefonlink und die Frage am Apparat reichen dann völlig.
Warum weicht die Zahl im Google-Profil von meiner Webseite ab?
Weil es zwei getrennte Wege sind. Wer in der Kartenansicht auf „Anrufen" tippt, hat Ihre Webseite nie geöffnet. Erwarten Sie also keine Übereinstimmung, sondern führen Sie beide Zahlen nebeneinander.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Wir fangen bei diesem Thema immer mit dem billigsten Schritt an: Nummer anwählbar machen, Tipp darauf zählen, Zahl in den Monatsbericht. Das kostet einmal eine halbe Stunde und beantwortet die meisten Fragen. Wechselnde Rufnummern schlagen wir erst vor, wenn ein Betrieb dauerhaft Anzeigen schaltet und ohne diese Trennung nicht entscheiden kann. Und wir sagen dann dazu, was das für Ihre überall gleiche Rufnummer bedeutet, statt es unter den Tisch fallen zu lassen.
Klingelt Ihr Telefon wegen der Webseite?
Auf unserer Seite zur Conversion-Optimierung steht, wie aus Besuchern Anrufe und Anfragen werden. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich davor an, wie Ihre Seite technisch und inhaltlich dasteht.