Webtechnik

Baukasten

Lexikon Auch: Homepage-Baukasten 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Ein Baukasten ist ein Dienst, bei dem Sie Ihre Webseite im Browser zusammenklicken. Speicherplatz, Technik und Aktualisierungen übernimmt der Anbieter, dafür zahlen Sie monatlich. Der entscheidende Punkt steht am Ende: Die fertige Seite ist an diesen Anbieter gebunden und lässt sich später meist nicht mitnehmen.

Was das genau bedeutet

Wer auf dem Wochenmarkt Käse verkaufen möchte, mietet einen Stand. Der Veranstalter stellt Stellplatz, Zelt, Strom und Kühlwagen, kümmert sich um Genehmigungen und räumt abends auf. Sie bringen Ware, Kasse und Schürze mit und können am nächsten Samstag anfangen. Genau so fühlt sich ein Baukasten an, und deshalb ist er für viele ein vernünftiger Einstieg.

Nur gehört das Zelt eben dem Veranstalter. Steigt die Standmiete, zieht der Markt um oder wollen Sie in eine eigene Ladenzeile, dann nehmen Sie Ware und Stammkundschaft mit, aber nicht den Stand. Bei einer Baukastenseite heißt das: Ihre Texte und Fotos bekommen Sie in aller Regel heraus. Die gestaltete Seite selbst nicht, denn sie funktioniert nur innerhalb dieses einen Systems.

Enthalten ist dafür alles, worum Sie sich sonst kümmern müssten. Der Speicherplatz, die Aktualisierungen, die verschlüsselte Verbindung, oft ein Kontaktformular und ein Vorrat an Gestaltungsvorlagen, meist eine Adresse im ersten Jahr. Für einen Betrieb ohne technische Betreuung ist das ein echter Vorteil: Es gibt niemanden, der ein Update vergessen könnte.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Der niedrige Einstiegspreis verdeckt gern die Rechnung dahinter. Nehmen Sie Ihren Monatsbetrag und multiplizieren Sie ihn mit sechzig. Das ist die Summe für fünf Jahre, und genau diese Zahl gehört in den Vergleich, nicht der Preis für den ersten Monat. Je nach Anbieter und Tarif fällt das Ergebnis sehr unterschiedlich aus, deshalb rechnen Sie es bitte selbst.

Der zweite Punkt ist die Grenze des Systems. Ein Baukasten kann genau das, was der Anbieter vorgesehen hat. Fehlt Ihnen die Anbindung an Ihre Kassensoftware, eine bestimmte Buchungsstrecke oder eine Preisliste, die sich automatisch aktualisiert, dann bleibt das so. Nachrüsten kann man dort nichts.

Und der dritte Punkt ist der Ausstieg. Wer nach vier Jahren wechselt, baut die Seite neu auf. Dabei ändern sich meist auch die Adressen der Unterseiten, und ohne Weiterleitungen verlieren Sie genau die Positionen bei Google, die Sie sich in diesen vier Jahren erarbeitet haben. Das ist der eigentliche Preis, und er steht in keinem Tarif.

So gehen Sie vor

  1. Sichern Sie sich zuerst Ihre Adresse. Die Internetadresse Ihres Betriebs muss auf Ihren Namen laufen, nicht auf den des Anbieters. Fragen Sie ausdrücklich nach, wer als Inhaber eingetragen ist, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
  2. Klären Sie den Ausstieg, bevor Sie einsteigen. Eine Mail an den Anbieter genügt: Welche Daten bekomme ich bei einer Kündigung, in welchem Format, und wie lange bleibt die Seite danach erreichbar? Eine ausweichende Antwort ist auch eine Antwort.
  3. Prüfen Sie Ihre zwei Sonderfälle an der Testversion. Jeder Betrieb hat etwas Eigenes: die Anfahrtsbeschreibung mit Karte, den Speiseplan, das Anfrageformular mit Dateianhang. Bauen Sie genau diese Dinge im kostenlosen Testzeitraum nach, nicht die Startseite. Dort zeigt sich, ob es reicht.
  4. Führen Sie parallel einen eigenen Ordner. Alle Texte in einer Datei, alle Fotos in Originalgröße, dazu Ihre Kundenstimmen und Ihr Logo als Vektordatei. Wenn Sie das von Anfang an tun, ist ein späterer Wechsel eine Sache von Tagen statt von Wochen.
  5. Setzen Sie sich eine Erinnerung auf zwölf Monate. Dann sehen Sie nach: Kommen Anfragen über die Seite? Fehlt Ihnen etwas? Wie hoch ist der Preis nach der Einführungszeit? Ein Baukasten ist eine gute Entscheidung auf Zeit, aber nur, wenn diese Zeit auch einmal abläuft.

Typische Fehler

Vier Annahmen, die beim Vergleich regelmäßig danebenliegen.

Ist der Baukasten nicht in jedem Fall die günstigste Lösung?

Am Anfang fast immer, auf Dauer nicht unbedingt. Die Miete läuft weiter, solange die Seite steht, auch im fünften Jahr. Günstig ist sie dann, wenn Sie die eingesparte Betreuung wirklich brauchen. Teuer wird sie, wenn Sie zusätzlich jemanden bezahlen, der Ihnen beim Klicken hilft.

Gehört mir denn nicht automatisch meine Internetadresse?

Nicht selbstverständlich. Bei Paketen mit inbegriffener Adresse steht mitunter der Anbieter als Inhaber im Register. Sie können die Adresse dann nicht ohne Weiteres mitnehmen. Das lässt sich klären und meist auch ändern, aber eben vorher und nicht in der Kündigungsfrist.

Kann ich später einfach zu einem anderen System umziehen?

Umziehen können Sie Ihre Inhalte, nicht Ihre Seite. Gestaltung und Aufbau entstehen im System des Anbieters und existieren außerhalb nicht. Rechnen Sie mit einem Neuaufbau.

Findet Google eine Baukastenseite schlechter?

Nicht grundsätzlich. Google interessiert der Inhalt, nicht das Werkzeug. Achten Sie aber darauf, ob Sie Seitentitel und Beschreibung frei bearbeiten können und wie schnell die Seite am Handy erscheint. Einige Baukästen liefern reichlich unsichtbares Beiwerk mit, und das bremst.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir verkaufen keine Baukästen und reden sie auch nicht schlecht. Für einen Betrieb, der gerade erst anfängt und in einem Jahr wissen will, ob über die Seite überhaupt Anfragen kommen, ist das ein vernünftiger Weg. Wir raten in diesem Fall zu zwei Dingen, und beide kosten nichts: Die Internetadresse läuft auf Ihren Namen, und alle Texte und Fotos liegen zusätzlich in einem eigenen Ordner. Damit bleibt der spätere Umstieg eine Entscheidung, die Sie treffen, und keine, die Ihnen abgenommen wird.

Was kostet eine Webseite auf fünf Jahre?

Der Beitrag daneben stellt Miete, Eigenbau und Betreuung nebeneinander und rechnet die Posten aus, die sonst untergehen. Und falls bei Ihnen schon eine Baukastenseite steht: Der kostenlose Sichtbarkeits-Check sagt Ihnen, wie weit sie inhaltlich trägt, bevor Sie überhaupt über einen Wechsel nachdenken.

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