Webtechnik

CMS

Lexikon Content-Management-System 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Ein CMS, ausgeschrieben Content-Management-System, ist die Bedienoberfläche Ihrer Webseite: Sie melden sich an, klicken einen Bereich an, ändern Text oder Bild und speichern, ganz ohne Programmierkenntnisse. Bekannte Systeme sind WordPress und TYPO3. Ob sich eines lohnt, entscheidet weniger die Technik als die Frage, wer in Ihrem Betrieb tatsächlich Zeit hat, die Seite zu pflegen.

Was das genau bedeutet

In einem Hofladen hängen zwei Sorten Schilder. Über der Kasse die gedruckte Tafel mit dem Namen des Hofs und den Öffnungszeiten. Die bestellt man alle paar Jahre beim Schildermacher, sie sieht gut aus und niemand fasst sie an. Daneben steht eine Kreidetafel: Erdbeeren heute 4,50, morgen aus, dafür Kirschen. Die beschriftet die Chefin selbst, zwischen zwei Kunden, mit dem Lappen in der Hand.

Ein CMS ist die Kreidetafel Ihrer Webseite. Es lohnt sich genau an den Stellen, an denen sich etwas häufig ändert und an denen Sie nicht jedes Mal jemanden anrufen wollen. Für das gedruckte Schild, also für Aufbau, Gestaltung und die Seiten, die drei Jahre lang gleich bleiben, brauchen Sie keins.

Technisch steckt dahinter ein Unterschied, der später wichtig wird. Ihre Texte liegen bei einem CMS nicht als fertige Dateien auf dem Server, sondern in einer Datenbank, und die Seite wird bei jedem Aufruf neu zusammengesetzt. Das ermöglicht das Bearbeiten im Browser, und es ist zugleich der Grund, warum ein CMS regelmäßige Pflege braucht. Die Kreidetafel muss man auch abends hereinholen.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Der ganze Nutzen hängt an einem Satz: Was Sie selbst ändern können, ändern Sie auch. Die Feiertagszeiten, die neue Leistung, die Absage wegen Krankheit. Was erst eine Mail und zwei Tage Wartezeit kostet, bleibt dagegen stehen, und zwar monatelang.

Die Rechnung geht allerdings nur auf, wenn tatsächlich jemand die Kreide in die Hand nimmt. Wir sehen regelmäßig Zugänge, die seit der Übergabe nicht benutzt wurden. Dann hat der Betrieb ein pflegebedürftiges System bezahlt und nutzt keinen einzigen seiner Vorteile.

Deshalb ist die ehrliche Frage vor jeder Auswahl nicht, welches System das beste ist. Sie lautet: Welche drei Dinge wollen Sie selbst ändern können, und wer in Ihrem Betrieb macht das? Wer diese Frage beantwortet, hat die Systemwahl fast schon erledigt.

So gehen Sie vor

  1. Zählen Sie das vergangene Jahr durch. Was hat sich auf Ihrer Webseite wirklich geändert? Preise, Team, Leistungen, Zeiten, Fotos. Notieren Sie jede Änderung mit Monat. Bei zwei Zeilen brauchen Sie keine Kreidetafel, bei zwanzig unbedingt eine.
  2. Benennen Sie eine Person und einen Termin. Nicht „das Team", sondern ein Name, und ein fester Zeitpunkt, etwa der erste Dienstag im Monat. Ohne beides bleibt jedes System ungenutzt, egal wie einfach es zu bedienen ist.
  3. Lassen Sie sich die Bedienung an Ihrem eigenen Text vorführen. Nicht an einer Beispielseite. Bitten Sie darum, während des Gesprächs einen Preis zu ändern und ein Foto zu tauschen. Dauert das länger als fünf Minuten, wird es im Alltag niemand tun.
  4. Klären Sie, wer was darf. Eine Aushilfe soll Öffnungszeiten ändern können, ohne aus Versehen die Navigation zu verstellen. Solche Rollen legt man bei der Einrichtung fest, und man sollte es tun, bevor der erste Schaden entsteht.
  5. Fragen Sie nach Sicherung und Rücksprung, bevor Sie zusagen. Wer erstellt Sicherungskopien, wie oft, wo liegen sie, und wie lange dauert das Zurückspielen? Das ist ein technischer Punkt, den die betreuende Person beantwortet. Lassen Sie sich sagen, ob der Rücksprung schon einmal geübt wurde.

Typische Fehler

Vier Annahmen, die bei der Auswahl regelmäßig in die falsche Richtung führen.

Ist es nicht immer besser, alles selbst ändern zu können?

Selbst ändern zu können ist eine Möglichkeit, keine Ersparnis. Sie tauschen Rechnungen gegen Ihre eigene Zeit und übernehmen dazu die Verantwortung für Aktualisierungen und Sicherheit. Bei einem Betrieb, der zweimal jährlich etwas anpasst, ist der Anruf günstiger als das System.

Braucht heute nicht jede Webseite ein CMS?

Nein. Viele kleine Betriebe haben fünf Seiten, die drei Jahre lang gleich bleiben. Dafür ist eine Seite aus fertigen Dateien schneller, sicherer und günstiger. Ein CMS ist ein Werkzeug für häufige Änderungen, kein Qualitätsmerkmal.

Kann ich damit auch das Aussehen umbauen?

Meist nur in engen Grenzen, und das ist gut so. Ein CMS ist für Inhalte gedacht, nicht für Gestaltung. Systeme, die freies Verschieben erlauben, sehen nach ein paar Monaten oft uneinheitlich aus und lassen sich am Handy schwer bedienen.

Was passiert, wenn ich den Dienstleister wechsle?

Bei einem eigenständigen System gehört Ihnen alles, was nötig ist: der Speicherplatz, die Dateien, die Datenbank. Lassen Sie sich schriftlich geben, dass die Zugänge auf Ihren Namen laufen und Sie eine vollständige Kopie bekommen. Fragen Sie das am ersten Tag, nicht am letzten.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir fangen dieses Gespräch nie mit Systemnamen an, sondern mit Ihrem Kalender. Was hat sich im vergangenen Jahr geändert, und wer hätte es ändern sollen? Kommen dabei drei Zeilen heraus, raten wir vom CMS ab und bauen Ihnen eine Seite, die einfach steht. Kommt eine lange Liste heraus, richten wir genau die Felder zum Bearbeiten ein, die auf dieser Liste stehen, und sonst nichts. Ein Zugang mit zwanzig Menüpunkten, von denen zwei gebraucht werden, schreckt mehr ab, als er hilft.

Kreidetafel oder festes Schild?

Auf unserer Webdesign-Seite steht, wie wir diese Entscheidung mit Betrieben treffen und was danach jeweils an Betreuung anfällt. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre bestehende Seite an: Titel, Überschriften, strukturierte Daten, Ladezeit.

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