Statische Website
Eine statische Website besteht aus fertigen Dateien, die genau so beim Besucher ankommen, wie sie auf dem Server liegen. Im Hintergrund arbeitet keine Datenbank und kein Redaktionssystem, deshalb lädt sie sehr schnell und bietet kaum Angriffsfläche. Der Preis dafür: Änderungen trägt nicht der Betrieb selbst ein, sondern die Person, die die Seite betreut.
Was das genau bedeutet
Ein Blumengeschäft am Bahnhof arbeitet vor. Um sieben stehen dreißig fertig gebundene Sträuße in Eimern neben der Tür, nach Preis sortiert. Wer den Zug erwischen will, greift zu, zahlt und ist nach zwanzig Sekunden wieder draußen. Niemand wartet, weil in diesem Moment niemand etwas herstellen muss. Eine statische Website ist dieser Eimer. Was Ihr Besucher sieht, war fertig, bevor er kam.
Der Gegenentwurf steht zwei Straßen weiter, wo jeder Strauß erst am Tresen entsteht: Wunsch abfragen, Blumen aus dem Kühlraum holen, binden, einschlagen. Das kann mehr, dauert länger und setzt voraus, dass jemand am Tresen steht. Genau so arbeitet ein Redaktionssystem. Es holt bei jedem Aufruf die Texte aus einer Datenbank, also aus einem geordneten Speicher voller Tabellen, und stellt die Seite in diesem Augenblick zusammen.
Daraus folgt beides, der Vorteil und der Preis. Es gibt keine Anmeldung, kein Bedienfeld und keine Datenbank, also auch nichts, woran ein fremdes Programm herumprobieren könnte. Umgekehrt gilt: Wenn Sie einen Preis ändern wollen, muss jemand die Datei ändern und neu auf den Server legen. Sträuße binden sich nicht von allein nach.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Der greifbarste Gewinn ist die Arbeit, die wegfällt. Es gibt keine Erweiterungen, die monatlich aktualisiert werden wollen, und keine Programmiersprache auf dem Server, deren alte Fassung irgendwann keine Sicherheitsupdates mehr bekommt. Was nicht vorhanden ist, kann auch nicht veralten. Zu sehen ist das vor allem bei den laufenden Kosten.
Der zweite Gewinn ist Tempo, und zwar dort, wo es wehtut. Am Rechner im Büro merkt man den Unterschied selten. Auf einer Baustelle mit einem Balken Empfang schon, denn dort spart die Seite sich den ganzen Umweg über Datenbank und Zusammenbau.
Der dritte Punkt ist keine Empfehlung, sondern eine Frage an Sie: Wie oft ändern Sie wirklich selbst etwas? Wer wöchentlich Angebote austauscht, wird eine statische Seite als Bremse empfinden. Wer einmal im Quartal ein Foto tauscht, wird die Ruhe schätzen. Es gibt auch Mischformen, bei denen Sie in einem Bedienfeld schreiben und die Seiten trotzdem fertig ausgeliefert werden. Fragen Sie danach, bevor Sie sich festlegen.
So gehen Sie vor
- Blicken Sie zwölf Monate zurück. Wie oft wurde an Ihrer Webseite tatsächlich etwas geändert, und was war es? Weniger als eine Änderung im Monat, und meist an denselben zwei Stellen: das spricht deutlich für fertige Dateien.
- Trennen Sie das Bewegliche vom Rest. Öffnungszeiten, Urlaubshinweise und offene Stellen ändern sich, Leistungsbeschreibungen und Anfahrt fast nie. Manches davon gehört ohnehin besser ins Google-Unternehmensprofil, wo es schneller ankommt.
- Klären Sie vorher, wie Sie Änderungen loswerden. Wer trägt sie ein, wie melden Sie sie an, wie lange dauert es und was kostet es. Lassen Sie sich eine Reaktionszeit zusagen, zum Beispiel einen Werktag. Ohne diese Absprache wird aus dem Vorteil ein Ärgernis.
- Fragen Sie nach dem Kontaktformular. Fertige Dateien können keine Nachricht verschicken, dafür braucht es einen kleinen Dienst im Hintergrund. Das ist ein technischer Schritt, den die betreuende Person einrichtet. Lassen Sie sich in Klartext sagen, welcher Dienst das ist und wo die Nachrichten landen.
- Sichern Sie sich den Ausgang. Fertige Dateien laufen bei praktisch jedem Anbieter. Lassen Sie sich die Dateien und die Zugangsdaten zu Ihrer Adresse aushändigen und legen Sie beides ab. Genau das ist der Punkt, an dem eine statische Seite einem gemieteten System überlegen ist.
Typische Fehler
Vier Missverständnisse, die fast immer am Wort „statisch" hängen.
Heißt statisch, dass sich auf der Seite nichts bewegt?
Nein. Aufklappbare Menüs, Bildergalerien, Karten, Formulare und Animationen funktionieren genauso. Das Wort beschreibt nur, wie die Seite zum Besucher kommt, nämlich fertig statt frisch zusammengesetzt. Wie lebendig sie sich anfühlt, entscheidet die Gestaltung.
Kann ich dann gar nichts mehr selbst ändern?
In der einfachen Form nicht, und das sollte man vorher wissen. Es gibt aber Aufbauten, bei denen einzelne Bereiche für Sie freigegeben sind, etwa Öffnungszeiten oder Neuigkeiten, während der Rest fest bleibt. Fragen Sie konkret, welche Stellen Sie selbst bearbeiten dürfen.
Ist eine statische Seite automatisch schnell?
Sie hat einen Vorsprung, mehr nicht. Ein Foto mit sechs Megabyte lädt auch als fertige Datei langsam, und zehn eingebundene Videos bleiben zehn Videos. Statisch nimmt eine Bremse heraus, nicht alle.
Mögen Suchmaschinen nicht lieber ein bekanntes System?
Nein. Google sieht das Ergebnis, nicht den Weg dorthin: Text, Überschriften, Ladezeit, Verschlüsselung. Womit die Seite gebaut wurde, spielt dabei keine Rolle.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Wir entscheiden das nicht nach Technikvorliebe, sondern anhand einer einzigen Liste: Welche Stellen Ihrer Seite haben sich im letzten Jahr geändert, wie oft, und wer hat es gemacht. Steht dort dreimal „Öffnungszeiten Weihnachten", brauchen Sie kein System, das jede Nacht Updates einspielen will. Wir sagen dann aber auch klar, was Sie danach nicht mehr allein können, und schreiben in den Vertrag, wie schnell wir Änderungen umsetzen. Diese Seite hier ist übrigens selbst so gebaut.
Wie viel Technik braucht Ihre Seite wirklich?
Auf unserer Webdesign-Seite steht, wie wir diese Frage im ersten Gespräch klären. Der kostenlose Sichtbarkeits-Check misst währenddessen, wo Ihre heutige Seite technisch und inhaltlich steht, von der Ladezeit bis zu den Überschriften.