Webtechnik

Domain

Lexikon Auch: Internetadresse 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Eine Domain ist der Name, unter dem Ihre Webseite im Netz zu finden ist, zum Beispiel ihr-betrieb.de. Gekauft wird so ein Name nicht, er wird jahresweise gemietet, und Sie dürfen ihn jederzeit zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Entscheidend ist deshalb nur eine Frage: Wer steht als Inhaber im Vertrag?

Was das genau bedeutet

Nehmen wir eine Bäckerei, die seit Jahrzehnten an derselben Ecke steht. Das große Schild über dem Schaufenster gehört ihr nicht, es hängt an der Fassade des Vermieters. Solange die Miete läuft, findet jeder den Laden. Eine Domain ist genau dieses Schild, nur im Netz. Sie kostet meist wenige Euro im Jahr, und sie bleibt Ihnen, solange der kleine Vertrag dahinter läuft.

Der Name besteht aus zwei Teilen. Vorn steht das Wort, das Sie sich ausgesucht haben, hinten die Endung, bei uns fast immer .de. Diese Endung verwaltet eine zentrale Vergabestelle. Bestellt und bezahlt wird Ihre Adresse aber nicht dort, sondern bei einem Anbieter, der zwischen Ihnen und dieser Stelle sitzt und die Bestellung weiterreicht.

Wichtig ist ein Unterschied, den man leicht überliest. Der Inhaber ist die Person oder Firma, der die Adresse zugeordnet ist. Nur sie darf über den Namen bestimmen, ihn kündigen oder mitnehmen. Wer die technischen Einstellungen vornimmt, ist eine zweite, davon unabhängige Rolle. Beides darf in einer Hand liegen, aber die erste Rolle sollten Sie selbst besetzen.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Ihre Adresse überlebt fast alles andere. Webseiten werden neu gebaut, Systeme gewechselt, Anbieter getauscht. Der Name bleibt, und an ihm hängt mehr, als man auf Anhieb sieht: die Mailadressen des ganzen Teams, der Aufdruck auf dem Transporter, die Fußzeile Ihrer Rechnungen, jedes Plakat der letzten Jahre.

Deshalb ist die Inhaberfrage kein Papierkram. Steht dort ein Dienstleister, gehört Ihnen der Name im Zweifel nicht, und ein Wechsel wird zur Verhandlung. Auffallen tut das nie im Alltag, sondern genau dann, wenn eine Zusammenarbeit endet, und meist unter Zeitdruck.

Der dritte Punkt ist Ruhe. Ein Name, der über Jahre gleich bleibt, sammelt Verweise, Erwähnungen und Lesezeichen ein. Ein Wechsel ohne guten Grund wirft davon einen Teil weg, selbst wenn technisch alles sauber gemacht wird.

So gehen Sie vor

  1. Klären Sie, wer als Inhaber eingetragen ist. Bei .de-Adressen sind diese Angaben nicht mehr öffentlich abfragbar. Fragen Sie deshalb schriftlich bei Ihrem Anbieter oder Ihrer Agentur nach und lassen Sie sich die Antwort per Mail bestätigen. Ein Bildschirmfoto aus dem Kundenkonto genügt.
  2. Sorgen Sie für einen eigenen Zugang. Nicht das Passwort einer anderen Firma, sondern ein Konto, das auf Ihren Betrieb läuft. Wer selbst hineinkommt, kann im Ernstfall handeln, statt auf einen Rückruf zu warten.
  3. Hinterlegen Sie eine unabhängige Kontaktadresse. Alle Nachrichten zur Verlängerung gehen an die Mailadresse, die im Domainkonto steht. Liegt die auf derselben Adresse, erreicht Sie die Warnung ausgerechnet dann nicht, wenn etwas schiefgeht. Eine zweite Adresse, notfalls eine private, löst das.
  4. Sehen Sie einmal im Jahr auf Laufzeit und Zahlungsweg. Läuft die Verlängerung automatisch, ist die hinterlegte Karte noch gültig, geht die Rechnung an jemanden, den es im Betrieb noch gibt? Eine vergessene Verlängerung ist der ärgerlichste Weg, einen Namen zu verlieren.
  5. Prüfen Sie bei einem neuen Namen die Rechte. Kurz, am Telefon buchstabierbar, ohne Stolperfallen. Und vorher nachsehen, ob jemand denselben Namen als Marke schützen ließ. Diese Prüfung leistet eine Kanzlei für Markenrecht, nicht der Domainanbieter.

Typische Fehler

Vier Fragen, die in Übergabegesprächen fast immer zu spät gestellt werden.

Gehört mir die Domain, wenn ich sie jedes Jahr bezahle?

Nicht zwangsläufig. Die Rechnung sagt nur, wer zahlt. Wer bestimmen darf, steht im Inhabereintrag, und beides kann auseinanderfallen. Die Nachfrage kostet fünf Minuten und erspart Ihnen später eine unangenehme Überraschung.

Soll ich mir gleich alle Endungen sichern?

Für einen regionalen Betrieb reicht .de in aller Regel. Eine zweite Adresse lohnt höchstens bei einem Umlaut im Namen oder einer Schreibweise, die oft verwechselt wird. Diese Zweitadresse leiten Sie dann auf die Hauptadresse weiter, statt sie mit eigenen Inhalten zu füllen.

Bringt ein Suchwort im Namen bessere Plätze bei Google?

Früher half das, heute kaum noch. Eine Adresse wie dachdecker-bremen-guenstig.de klingt eher nach Anzeige als nach Handwerksbetrieb. Der eigene Firmenname ist meist die bessere Wahl, weil man ihn wiedererkennt und am Telefon nicht diktieren muss.

Was passiert, wenn ich die Verlängerung verpasse?

Zuerst wird die Seite abgeschaltet und Post an Ihre Firmenadressen kommt nicht mehr an. Danach folgt eine Frist, in der Sie den Namen zurückholen können, oft gegen Gebühr. Läuft auch die ab, ist er frei und darf von jedem registriert werden.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Bei uns steht die Domain im Erstgespräch vor allen Fragen zu Design und Inhalt. Wir tragen sie auf Ihren Betrieb ein, nicht auf uns, und Sie bekommen die Zugangsdaten schriftlich, auch wenn wir die Verwaltung übernehmen. Liegt eine Adresse schon woanders, klären wir zuerst den Inhabereintrag und holen ihn nach, bevor gebaut wird. Das ist ein unspektakulärer halber Vormittag, der genau den einen Fall verhindert, der später richtig weh tut.

Steht Ihr Betrieb im Domainvertrag?

Adresse und Serverplatz kommen meist aus derselben Hand. Der Beitrag zum Hosting zeigt, worauf Sie beim Anbieter achten sollten. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich an, wie Ihre Seite technisch und inhaltlich dasteht.

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