Webtechnik

DNS

Lexikon Domain Name System 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

DNS ist die Abkürzung für Domain Name System. Es beantwortet bei jedem Aufruf im Netz eine einzige Frage: Auf welchem Rechner liegt das, was hinter diesem Namen steckt? Dabei wird Ihre Adresse in die Nummer des zuständigen Servers übersetzt. Wird ein solcher Eintrag geändert, sehen manche Besucher noch für einige Stunden den alten Stand.

Was das genau bedeutet

Denken Sie an eine Steuerkanzlei in einem Bürohaus mit acht Mietern. Wer hinein will, liest zuerst das Tableau in der Eingangshalle: Name, dann dritter Stock, Zimmer 12. Das Tableau ist nicht die Kanzlei, es sagt nur, wo sie sitzt. Diese Auskunft leistet DNS für Ihre Webseite. Der Name bleibt gleich, die Nummer dahinter darf sich ändern.

Unten im Haus stehen die Briefkästen, und die sind eine zweite, unabhängige Sache. Die Post kann längst in ein anderes Gebäude gehen, während die Besprechungsräume im dritten Stock bleiben. Im Netz ist es genauso: Ein Eintrag regelt, wo die Webseite liegt, ein anderer, wer die E-Mails annimmt. Beide dürfen bei verschiedenen Firmen geführt werden, und genau das stiftet regelmäßig Verwirrung.

Bleibt die Sache mit der Wartezeit. Damit nicht bei jedem Klick neu nachgefragt werden muss, merken sich Internetanbieter und Geräte die Auskunft für eine Weile. Es ist, als hätten Besucher sich den Weg auf einen Zettel geschrieben. Wer den Zettel in der Tasche hat, geht weiter in den dritten Stock, auch wenn das Tableau längst etwas anderes zeigt.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Viele Störungen, die im Betrieb dramatisch klingen, sind in Wahrheit ein Eintrag an dieser Stelle. Unter Ihrer Adresse erscheint etwas Fremdes, das Postfach bleibt still. Wer weiß, dass es diese Ebene gibt, stellt die richtige Frage, statt eine Webseite neu bauen zu lassen, die gar nicht kaputt ist.

Der zweite Punkt ist Kontrolle. Wer diese Einträge verwaltet, entscheidet, wohin Ihre Besucher und Ihre Geschäftspost geleitet werden. Das ist eine kleine, aber sehr wirksame Befugnis. Sie sollte bei einer Firma liegen, die Sie erreichen können, und die Zugangsdaten gehören in Ihre eigenen Unterlagen.

Und drittens ist es eine Frage der Terminplanung. Weil Änderungen nicht sofort überall ankommen, gehört jede Umstellung in ein Zeitfenster, in dem der Betrieb wenig Anfragen erwartet und trotzdem jemand erreichbar ist.

So gehen Sie vor

  1. Finden Sie heraus, wo die Einträge liegen. Verwaltet werden sie entweder bei der Firma, bei der Ihre Adresse registriert ist, oder bei Ihrem Serveranbieter. Beides ist üblich, oft sind es zwei verschiedene Häuser. Die Antwort steht im Kundenkonto unter Nameserver, Ihr Anbieter nennt sie Ihnen auf Nachfrage in einer Minute.
  2. Lassen Sie sich den heutigen Stand geben. Bevor etwas geändert wird, brauchen Sie ein Abbild aller Einträge. Das erstellt die Person, die Ihre Technik betreut, in wenigen Minuten. Sie legen die Datei zu Ihren Unterlagen, damit sich jeder Fehlgriff zurücknehmen lässt.
  3. Bitten Sie vor einer Umstellung um eine kurze Haltbarkeit. Jeder Eintrag trägt eine Angabe, wie lange er zwischengespeichert werden darf. Setzt man sie einen Tag vorher herunter, ist die Umstellung danach in Minuten statt in Stunden überall sichtbar. Auch das ist ein technischer Handgriff für Ihre Betreuung.
  4. Legen Sie die Änderung auf einen ruhigen Vormittag. Nicht Freitagnachmittag, nicht am Tag vor dem Urlaub, nicht vor einer Aktion, für die Sie Anzeigen geschaltet haben. Wenn etwas hakt, brauchen Sie Stunden Luft und einen erreichbaren Ansprechpartner.
  5. Prüfen Sie danach aus zwei Richtungen. Rufen Sie Ihre Seite auf dem Handy im Mobilfunknetz auf, nicht im Firmen-WLAN, wo oft noch der alte Zettel klebt. Und lassen Sie sich von außerhalb eine Testmail schicken, auf die Sie antworten.

Typische Fehler

Die Umstellung ist durch, ich sehe aber noch die alte Seite. Ist etwas kaputt?

Meist nicht. Ihr Gerät hat sich die frühere Auskunft gemerkt und benutzt sie weiter. Probieren Sie es über das Mobilfunknetz. Erst wenn nach einem Tag von überall her der alte Stand kommt, stimmt wirklich etwas nicht.

Müssen Webseite und E-Mail beim selben Anbieter liegen?

Nein. Beide werden über verschiedene Einträge gesteuert und dürfen getrennt laufen. Wichtig ist nur, dass beim Wechsel des einen der andere ausdrücklich mitgedacht wird. Genau hier entsteht der klassische Ausfall: Die Seite zieht um, der Eintrag für die Post zieht versehentlich mit.

Kann ich diese Einträge selbst ändern?

Technisch stehen sie in Ihrem Kundenkonto, ein paar Zeilen mit Kürzeln und Nummern. Ohne Erfahrung ist das aber kein guter Ort zum Ausprobieren, denn ein Zahlendreher legt Seite und Postfach lahm. Der sichere Weg ist: Zugang behalten, Änderungen von Ihrer Betreuung ausführen lassen.

Mein Anbieter fragt nach dem Nameserver. Was ist das?

Der Nameserver ist die Stelle, die alle Auskünfte zu Ihrer Adresse herausgibt, also das Haus, in dem das Tableau hängt. Sie steht in Ihrem Domainkonto und sieht aus wie ns1.anbietername.de. Wer diesen Eintrag ändert, verlegt die gesamte Auskunft an einen anderen Ort.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir fassen diese Einträge nie ohne ein Abbild des Vorzustands an, und wir schreiben jede Zeile in Klartext in Ihre Unterlagen: Was zeigt wohin, wer verwaltet es, wo liegt der Zugang. Umgestellt wird morgens, der Teil für die Post zuerst. Das kostet uns einen halben Tag mehr und erspart Ihnen die Sorte Vormittag, an dem niemand im Betrieb Angebote verschicken kann.

Weiß jemand im Betrieb, wo Ihre Einträge liegen?

Nameserver, Postfächer und Serverplatz kommen meist im selben Vertrag. Worauf es bei der Wahl ankommt, steht im Beitrag zum Hosting. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre Seite technisch und inhaltlich an, die Zustellung Ihrer E-Mails prüft er nicht.

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