Domainumzug
Ein Domainumzug ist der Wechsel Ihrer Internetadresse zu einem anderen Anbieter. Der Name selbst bleibt gleich, nur die Firma dahinter ändert sich. Dafür holen Sie beim bisherigen Anbieter einen Freigabecode und geben ihn beim neuen ein. Alles, was an der Adresse hängt, also Webseite und Postfächer, muss am neuen Ort vorher fertig eingerichtet sein.
Was das genau bedeutet
Eine Autowerkstatt zieht in eine größere Halle. Was zuerst passiert, ist nicht das Ausräumen, sondern das Einrichten: Hebebühne montiert, Strom gelegt, Werkzeugwand bestückt, Telefon geschaltet. Erst wenn drüben alles läuft, wird der Schlüssel der alten Halle übergeben. Wer die Reihenfolge tauscht, steht mit vollem Transporter vor einem leeren Raum und nimmt an diesem Tag keine Aufträge an.
Genau so läuft ein Domainumzug. Der Freigabecode ist dieser Schlüssel. Es ist eine Zeichenfolge, die Ihr bisheriger Anbieter herausgibt und die nur begrenzte Zeit gilt. Wer sie beim neuen Anbieter einträgt, weist damit nach, dass er über den Namen bestimmen darf. Bei .de-Adressen heißt der Code Auth-Code, bei anderen Endungen ähnlich, das Prinzip ist dasselbe.
Wichtig ist, was dabei nicht mitzieht. Der Umzug bewegt nur den Namen, nicht Ihre Inhalte. Die Dateien Ihrer Webseite, die Nachrichten in Ihren Postfächern und die Zugangsdaten Ihrer Mitarbeiter liegen weiterhin dort, wo sie vorher lagen. Diese Dinge sind ein eigener Arbeitsschritt, und er ist der aufwendigere von beiden.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Der Nutzen liegt selten im Preis. Meist geht es um Erreichbarkeit im Störungsfall, um eine Verwaltung, in die Sie selbst hineinsehen können, oder darum, dass alle Verträge endlich an einer Stelle liegen. Das sind gute Gründe. Ein Wechsel für drei Euro im Monat ist meistens keiner.
Der Preis eines schlechten Umzugs wird dagegen nicht in Euro bezahlt. Einen Tag ohne Postfach heißt: keine Anfragen, keine Auftragsbestätigungen, keine Lieferantenmails. Und niemand meldet Ihnen, dass er Sie nicht erreicht. Die Kundin, deren Anfrage im Nichts landet, schreibt einfach dem nächsten Betrieb.
Deshalb ist der eigentliche Wert eines Umzugs die Vorbereitung. Der technische Vorgang selbst ist unspektakulär und dauert oft nur Stunden. Die Arbeit steckt in der Liste dessen, was alles an dieser Adresse hängt.
So gehen Sie vor
- Schreiben Sie auf, was an der Adresse hängt. Jedes Postfach mit der Person, die es liest, jede stille Weiterleitung, die Webseite, ein Buchungswerkzeug, der Empfänger Ihres Kontaktformulars, Newsletter, Kassensystem, Zugänge von Steuerbüro oder Lieferanten. Diese Liste ist der eigentliche Umzugsplan.
- Bauen Sie den neuen Ort fertig auf. Webseite als Kopie einspielen, alle Postfächer anlegen, Speicherplatz und Passwörter vorbereiten. Alte Nachrichten müssen vorher übertragen werden, sonst bleiben sie beim bisherigen Anbieter liegen. Das ist Facharbeit für Ihre Betreuung, Sie liefern die Liste aus Schritt eins.
- Fordern Sie den Freigabecode an. Bei vielen Anbietern steht er im Kundenkonto zum Abruf bereit, sonst genügt eine formlose Mail an den Support. Kündigen Sie den alten Vertrag dabei ausdrücklich nicht. Der Umzug beendet ihn von selbst.
- Starten Sie den Wechsel und bleiben Sie ansprechbar. Der neue Anbieter fragt den Code ab und stößt den Vorgang an. Danach kommen Bestätigungsmails, die manchmal beantwortet werden müssen, oft mit knapper Frist. Prüfen Sie an diesem Tag Ihr Postfach häufiger als sonst.
- Lassen Sie den alten Platz noch einen Monat laufen. Kündigen Sie erst, wenn Seite und Postfächer am neuen Ort nachweislich funktionieren und Sie eine vollständige Kopie der alten Daten besitzen. Diese wenigen Euro sind die günstigste Rückfahrkarte, die es gibt.
Typische Fehler
Vier Missverständnisse, die einen ruhigen Wechsel zu einem hektischen machen.
Kann ich nicht einfach kündigen und den Namen neu bestellen?
Das ist der riskanteste Weg. Nach einer Kündigung wird die Adresse zu einem Termin freigegeben, den Sie nicht bestimmen. In dieser Lücke darf jeder sie registrieren, und es gibt Firmen, die genau darauf warten. Der Umzug mit Freigabecode hält den Namen dagegen durchgehend bei Ihnen.
Ziehen meine alten E-Mails automatisch mit?
Nein. Umgestellt wird nur, wohin künftige Post geliefert wird. Ihre bisherigen Nachrichten, Ordner und Adressbücher liegen auf dem alten Server und müssen vorher kopiert werden. Wer das übersieht, merkt es oft erst Wochen später, wenn eine alte Rechnung gesucht wird.
Wie lange dauert so ein Umzug?
Der Wechsel selbst ist meist innerhalb eines Werktages erledigt, bei .de-Adressen häufig in wenigen Stunden. Rechnen Sie trotzdem mit ein bis zwei Wochen für das Ganze. Die Zeit geht für Bestandsaufnahme, Aufbau und Kontrolle drauf, nicht für den Knopfdruck.
Verliere ich dabei meine Plätze bei Google?
Wenn der Name gleich bleibt und jede Unterseite unter derselben Adresse erreichbar bleibt, ändert sich für Suchmaschinen nichts. Ärger entsteht, wenn beim Umzug gleichzeitig die Seitenstruktur umgebaut wird. Wie man beides sauber trennt, steht im Beitrag zum Umzug ohne Rankingverlust.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Wir beginnen jeden Wechsel mit einer Inventurliste und einem Termin, den Sie mitbestimmen. Umgezogen wird nie an einem Tag, an dem Sie Angebote hinausschicken müssen. Bis alles steht, laufen beide Umgebungen parallel, und die alte wird erst abgeschaltet, wenn Sie uns bestätigen, dass in jedem Postfach wieder Nachrichten ankommen. Falls der bisherige Anbieter den Freigabecode verzögert: Das ist Alltag, und dafür gibt es geregelte Wege.
Steht ein Wechsel an?
Wenn mit der Adresse auch die Webseite umzieht, kommt es auf die Reihenfolge an. Der Beitrag zeigt, wie Sie beides trennen, ohne bei Google Boden zu verlieren. Der Sichtbarkeits-Check hält vorher fest, wie Ihre Seite heute technisch dasteht.