Index-Abdeckung
Die Index-Abdeckung ist ein Bericht in der Google Search Console. Er teilt alle Adressen Ihrer Webseite in zwei Gruppen: aufgenommen und nicht aufgenommen. Hinter jeder ausgelassenen Adresse steht ein Grund, etwa eine Weiterleitung, eine Sperre oder ein Duplikat. Der Bericht heißt bei Google inzwischen Seitenindexierung.
Was das genau bedeutet
Eine Kfz-Werkstatt schickt im Herbst vierhundert Karten für den Reifenwechsel raus. Zwei Wochen später liegen vierzig davon wieder im eigenen Briefkasten, jede mit einem Vermerk: verzogen, Empfänger unbekannt, Annahme verweigert. Erst dieser Rücklauf zeigt der Werkstatt, wo ihre Adressliste alt geworden ist. Ohne ihn wüsste sie nur, dass weniger Leute kommen als erwartet.
Der Bericht ist dieser Rücklaufstapel für Ihre Webseite. Er sagt Ihnen nicht, wie gut Ihre Seiten sind. Er sagt Ihnen, welche davon bei Google überhaupt angekommen sind und was mit den übrigen passiert ist.
Die Vermerke klingen technischer, als sie gemeint sind. Seite mit Weiterleitung bedeutet: Diese Adresse zeigt inzwischen woanders hin, meist gewollt. Alternative Seite mit kanonischem Tag bedeutet: Es gibt eine Hauptfassung, dies hier ist die Zweitfassung, auch das ist oft in Ordnung. Blockiert durch robots.txt und ausgeschlossen durch noindex bedeuten dagegen: Hier wurde etwas gesperrt. Die einzige Frage ist dann, ob absichtlich.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Wenn eine Seite nicht gefunden wird, gibt es zwei mögliche Ursachen: Sie fehlt im Verzeichnis, oder sie steht drin und nur zu weit hinten. Das sind verschiedene Probleme mit verschiedenen Lösungen. Dieser Bericht beantwortet die Frage in wenigen Klicks, statt dass Sie raten.
Er zeigt außerdem Adressen, von denen Sie nichts ahnten. Übrig gebliebene Testseiten, die Aktionsseite vom vorletzten Sommer, Druckansichten, dieselbe Seite noch einmal mit einem Anhängsel aus einer Werbekampagne. Solche Adressen sammeln sich in jedem System an, und ausgerechnet sie führen dazu, dass Google die falsche Fassung zeigt.
Und er warnt früh. Steigt die Zahl der nicht aufgenommenen Adressen nach einem Umbau sprunghaft, ist beim Umbau etwas schiefgelaufen. Diese Kurve sehen Sie oft Wochen bevor Ihnen auffällt, dass weniger Anfragen hereinkommen.
So gehen Sie vor
- Klären Sie zuerst den Zugang. Der Bericht liegt in der Google Search Console, und die zeigt Daten erst, wenn Ihre Webseite dort als Eigentum bestätigt wurde. Dazu muss eine Datei auf den Server oder ein Eintrag beim Anbieter Ihrer Internetadresse gesetzt werden. Das erledigt Ihre Webbetreuung. Lassen Sie sich anschließend als Nutzer eintragen, damit Sie selbst hineinsehen können.
- Öffnen Sie den Bericht und lesen Sie nur die zwei Zahlen oben. Links stehen die aufgenommenen Adressen, rechts die nicht aufgenommenen. Notieren Sie beide mit Datum. Diese zwei Zahlen sind Ihre Vergleichsgröße für später, alles andere darunter ist Detail.
- Legen Sie Ihre wichtigsten Adressen daneben. Der Bericht hat oben ein Suchfeld. Geben Sie dort nacheinander Ihre Leistungsseiten ein. Was Sie interessiert, ist nicht die Gesamtzahl, sondern ob die zehn Seiten dabei sind, mit denen Sie Ihr Geld verdienen.
- Sortieren Sie die Gründe auf drei Stapel. Erstens gewollt, etwa Weiterleitungen und Zweitfassungen. Zweitens gleichgültig, etwa Anhängsel aus Kampagnen. Drittens Fehler, also alles, was gesperrt ist, obwohl es sichtbar sein soll. Nur der dritte Stapel bedeutet Arbeit.
- Melden Sie eine Reparatur zurück und setzen Sie sich eine Frist. Nach einer Korrektur gibt es im Bericht den Knopf Fehlerbehebung überprüfen. Damit weiß Google, dass es lohnt, noch einmal vorbeizusehen. Tragen Sie sich einen Termin in vier Wochen ein, denn die Prüfung läuft im Hintergrund und meldet sich nicht von selbst.
Typische Fehler
Vier Fragen, die beim ersten Blick in diesen Bericht fast immer aufkommen.
Muss ich alle nicht aufgenommenen Adressen reparieren?
Nein, und der Versuch kostet nur Zeit. Bei einer normalen Firmenwebseite gehört ein guter Teil dieser Liste dorthin: Weiterleitungen, Zweitfassungen, Seiten, die Sie selbst gesperrt haben. Wichtig sind nur die Adressen, die eigentlich sichtbar sein sollen.
Warum stehen dort Adressen, die es bei mir gar nicht gibt?
Weil Google jede Adresse aufführt, die es irgendwo aufgeschnappt hat. Das können Reste eines alten Systems sein, Tippfehler in fremden Links oder Adressen mit Anhängseln aus Newslettern. Solange sie sauber mit einer Fehlermeldung antworten, ist das kein Problem.
Die Zahlen schwanken jede Woche. Ist das ein schlechtes Zeichen?
Kleine Bewegungen sind normal, Google prüft laufend nach. Aussagekräftig sind nur Sprünge, also wenn plötzlich ein größerer Teil Ihrer Adressen die Seite wechselt. Deshalb ist es sinnvoll, die zwei Zahlen aus dem zweiten Schritt monatlich zu notieren.
Ich habe eine Sitemap eingereicht. Warum ist trotzdem nicht alles aufgenommen?
Weil eine Sitemap ein Vorschlag ist und keine Bestellung. Google sieht sich die vorgeschlagenen Adressen an und entscheidet danach weiterhin selbst. Der Bericht hat für eingereichte Adressen sogar eine eigene Ansicht, und genau dort sehen Sie den Unterschied zwischen Angebot und Ergebnis.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Wir lesen diesen Bericht von hinten nach vorn: erst die Gründe, dann die Zahlen. Eine hohe Zahl nicht aufgenommener Adressen ist für sich genommen nämlich harmlos, entscheidend ist, was dahintersteht. Was Sie von uns bekommen, ist deshalb keine Bildschirmkopie, sondern eine Tabelle in normalen Sätzen: welche Adresse, welcher Grund, und in der letzten Spalte gewollt oder nicht. Meistens ist die Spalte kurz. Aber sie enthält fast immer eine Seite, deren Fehlen niemandem aufgefallen wäre.
Wissen Sie, welche Ihrer Seiten Google kennt?
Der Einstieg in die Search Console zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Bericht einrichten und lesen. Der Sichtbarkeits-Check prüft parallel dazu, wie Ihre Seite technisch und inhaltlich dasteht.