Sitemap
Eine Sitemap ist ein maschinenlesbares Verzeichnis aller Seiten Ihrer Webseite, meist eine Datei namens sitemap.xml. Suchmaschinen bekommen damit die vollständige Liste auf einen Schlag, statt sich von Link zu Link durchhangeln zu müssen. Sie ist ein Angebot und keine Garantie: Aufgenommen wird deshalb nicht automatisch alles.
Was das genau bedeutet
Ein Schornsteinfeger bekommt von der Hausverwaltung die Liste aller Wohnungen eines Mehrfamilienhauses, einschließlich der beiden im Hinterhaus, zu denen kein Klingelschild führt. Ohne diese Liste würde er die Treppe hochgehen, an jeder Tür klingeln, an der er vorbeikommt, und die beiden hinten schlicht übersehen. Mit der Liste weiß er vorher, was es gibt.
Suchmaschinen arbeiten ohne Liste wie dieser Schornsteinfeger: Sie folgen Links von Seite zu Seite. Was von nirgendwo verlinkt ist, finden sie spät oder gar nicht. Die Sitemap ist die Liste der Hausverwaltung.
In der Datei steht wenig mehr als das: eine Adresse pro Zeile und dahinter das Datum der letzten Änderung. Kein Text, kein Bild, keine Bewertung. Wenn Sie die Datei im Browser öffnen, sieht sie unaufgeräumt aus und ist voller spitzer Klammern. Das ist normal. Sie ist nicht für Menschen gemacht.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Fangen wir mit der unbequemen Wahrheit an: Bei einer Webseite mit zwölf Seiten und einem sauberen Menü bewirkt eine Sitemap wenig. Alles ist ohnehin in zwei Klicks erreichbar. Wir sagen das deutlich, weil die Datei gern als Wundermittel verkauft wird.
Interessant wird sie, sobald eine Webseite wächst. Ein Magazin mit fünfzig Beiträgen, eine Referenzsammlung, eigene Seiten für mehrere Orte oder Leistungen: Dort liegt vieles drei Ebenen tief, und frisch Veröffentlichtes wird deutlich schneller gefunden, wenn es auf der Liste steht.
Ihr eigentlicher Wert liegt aber woanders. Die Sitemap ist eine Vergleichsliste. In der Search Console steht anschließend nebeneinander, wie viele Adressen Sie eingereicht haben und wie viele davon aufgenommen wurden. Diese Gegenüberstellung ist der schnellste Weg zu der Frage, welche Seiten fehlen. Und sie zwingt Sie zu etwas, das erstaunlich selten existiert: einer vollständigen Liste Ihrer eigenen Seiten.
So gehen Sie vor
- Sehen Sie nach, ob es schon eine gibt. Rufen Sie Ihre Adresse mit /sitemap.xml am Ende auf. Bei den meisten Systemen erscheint dann eine Liste. Erscheint eine Fehlermeldung, prüfen Sie noch /sitemap_index.xml, denn manche Systeme teilen die Liste in mehrere Dateien auf.
- Klären Sie, wer die Datei erzeugt. Wichtig ist, dass sie automatisch entsteht und sich beim Veröffentlichen neuer Seiten selbst ergänzt. Redaktionssysteme und Baukästen können das, oft muss es nur eingeschaltet werden. Eine von Hand gepflegte Liste ist nach dem zweiten neuen Beitrag veraltet.
- Gehen Sie durch, was drinsteht. Hinein gehören nur Adressen, die Sie in der Suche haben wollen. Bestätigungsseiten nach einem Formular, interne Suchergebnisse, gesperrte Seiten und alte Adressen, die längst weiterleiten, gehören heraus. Eine Liste, die zur Hälfte aus Adressen besteht, die Google absichtlich auslässt, ist ein widersprüchliches Angebot.
- Reichen Sie die Datei einmal ein. In der Google Search Console gibt es dafür den Punkt Sitemaps, in den Sie den Dateinamen eintragen. Dazu muss Ihre Webseite dort bestätigt sein, was ein einmaliger technischer Schritt ist. Zusätzlich ist es üblich, die Adresse der Datei in der robots.txt zu nennen.
- Prüfen Sie das Datum nach jedem Umbau. Öffnen Sie die Datei und schauen Sie, ob die zuletzt veröffentlichte Seite darin steht. Fehlt sie, ist die automatische Erzeugung beim Umbau ausgefallen. Das passiert oft und fällt sonst monatelang niemandem auf.
Typische Fehler
Vier Fragen, bei denen zu dieser Datei regelmäßig zu viel erwartet wird.
Bringt mir eine Sitemap bessere Plätze bei Google?
Nein. Sie beeinflusst nicht, wie gut eine Seite bewertet wird, sondern nur, wie schnell sie gefunden wird. Wer Ihnen eine Sitemap als Maßnahme für bessere Platzierungen verkauft, verkauft Ihnen ein Inhaltsverzeichnis als Buch.
Reicht die Datei, damit alle meine Seiten aufgenommen werden?
Nein. Die Liste ist ein Vorschlag. Ob eine Seite in das Verzeichnis kommt, entscheidet Google danach immer noch selbst, unter anderem daran, ob die Seite genug eigenen Inhalt hat. Eine dünne Seite wird durch den Eintrag in einer Liste nicht wertvoller.
Meine Datei enthält zweihundert Adressen, meine Webseite hat zwanzig Seiten. Wie kommt das?
Das ist typisch für Redaktionssysteme. Sie tragen zusätzlich Kategorien, Schlagwortübersichten, Archivseiten nach Monaten und eigene Seiten für jedes hochgeladene Bild ein. Diese Adressen können Sie meist in den Einstellungen abwählen, und genau das sollten Sie tun.
Muss ich die Datei nach jeder Änderung neu einreichen?
Nein, einmal einreichen genügt. Danach wird sie regelmäßig von selbst abgerufen. Sinnvoll ist ein erneuter Blick nur nach größeren Umbauten, und zwar nicht wegen des Einreichens, sondern um zu sehen, ob die Datei überhaupt noch stimmt.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Für uns ist die Sitemap in erster Linie ein Prüfmittel. Wir vergleichen drei Listen miteinander: was tatsächlich auf dem Server liegt, was in der Datei angeboten wird und was Google davon aufgenommen hat. Wo diese drei auseinandergehen, steckt fast immer ein Fehler, den sonst niemand bemerkt hätte. Eine vergessene Leistungsseite, eine Seite, die es zweimal gibt, ein Ordner aus dem letzten Umbau. Wir legen die Datei deshalb immer automatisch an und pflegen sie nie von Hand.
Kennt Google alle Ihre Seiten?
Der Einstieg in die Search Console zeigt, wie Sie die Datei einreichen und danach ablesen, was aufgenommen wurde. Der Sichtbarkeits-Check prüft parallel Technik und Inhalt Ihrer Seite.