SEO

Technisches SEO

Lexikon Technische Suchmaschinenoptimierung 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Technisches SEO ist der Teil der Suchmaschinenarbeit, den Ihre Besucher nie zu Gesicht bekommen: ob Suchmaschinen Ihre Seiten abrufen und aufnehmen dürfen, wie schnell alles lädt, ob die Verbindung verschlüsselt ist, wohin alte Adressen führen und welche Zusatzangaben im Quelltext stehen. Stimmt hier etwas nicht, bleiben selbst hervorragende Texte wirkungslos, weil sie niemand zu sehen bekommt.

Was das genau bedeutet

Eine Bäckerei lebt vom Handwerk und vom Verkaufsraum. Getragen wird sie aber von Technik, die kein Kunde je sieht: Ofensteuerung, Kühlung, Wasseranschluss, Abzug. Fällt die Kühlung nachts aus, ist am Morgen die beste Rezeptur ohne Bedeutung. Technisches SEO ist diese Haustechnik Ihrer Webseite.

Damit eine Seite in der Suche erscheinen kann, müssen zwei Dinge nacheinander klappen. Erstens ruft ein Programm von Google Ihre Seite ab, so wie ein Bote, der abends die Post abholt. Zweitens wird die abgeholte Seite ins Verzeichnis aufgenommen. Beides sind getrennte Schritte, und beide können einzeln scheitern.

Scheitern können sie an erstaunlich kleinen Dingen. Eine einzige Zeile in einer Textdatei kann dem Boten den Zutritt verwehren. Ein vergessener Schalter aus der Bauphase kann sagen: bitte nicht ins Verzeichnis aufnehmen. Und wenn dieselbe Seite unter vier verschiedenen Adressen erreichbar ist, verteilt sich ihre Bewertung auf vier Stellen, statt sich an einer zu sammeln.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Technische Fehler wirken selten allmählich. Sie wirken wie ein Schalter: Eine Seite ist im Verzeichnis oder sie ist es nicht. Deshalb sitzen hier die wenigen Probleme, die auf einen Schlag alles kosten, und ebenso die wenigen Reparaturen, die auf einen Schlag etwas bringen.

Der zweite Punkt ist das Tempo, und das merken Sie auch am Umsatz. Wer im Auto steht, mit halbem Balken Empfang, und fünf Sekunden auf Ihre Startseite wartet, ruft in dieser Zeit schon jemand anderen an.

Der dritte Punkt ist tröstlich: Diese Arbeit hat ein Ende. Anders als Texte, die gepflegt werden wollen, ist das meiste hier einmal richtig eingerichtet und bleibt dann stabil. Nötig ist danach eine Kontrolle im Jahr und nach jedem Umbau.

So gehen Sie vor

  1. Zählen Sie, was Google von Ihnen kennt. Tippen Sie in die Suche site: gefolgt von Ihrer Adresse, also etwa site:ihrbetrieb.de. Google zeigt dann die Seiten, die es aufgenommen hat. Fehlen wichtige Seiten oder erscheinen viel mehr als erwartet, ist beides ein Hinweis auf ein Problem.
  2. Schauen Sie auf das Schloss in der Adresszeile. Fehlt es oder warnt der Browser vor der Verbindung, ist das ein Fall für Ihren Hoster, also die Firma, bei der Ihre Webseite liegt. Ein Zertifikat für die Verschlüsselung ist dort meist im Paket enthalten und in wenigen Minuten aktiviert.
  3. Rufen Sie Ihre Seite mobil im Funknetz auf, nicht im WLAN. Zählen Sie mit, wie lange es dauert, bis Sie Ihre Telefonnummer sehen. Alles über vier Sekunden ist ein Befund, den Sie weitergeben sollten. Meist liegt es an zu großen Bildern.
  4. Lassen Sie die Google Search Console einrichten. Dieses kostenlose Werkzeug zeigt, welche Seiten aufgenommen wurden und aus welchem Grund nicht. Das Einrichten setzt einen Eingriff an der Webseite oder beim Anbieter Ihres Domainnamens voraus, macht also die Person, die Ihre Webseite betreut.
  5. Melden Sie jeden Umbau vorher an. Neue Seitenstruktur, neuer Domainname, neues System: Dabei ändern sich Adressen, und jede alte Adresse braucht eine dauerhafte Umleitung auf ihre Nachfolgerin. Das richtet ebenfalls Ihre Betreuung ein, und es gehört vor den Start ins Angebot.

Typische Fehler

Vier Situationen, in denen wir am häufigsten zu Hilfe gerufen werden.

Meine Seite ist seit Wochen online und steht trotzdem nicht bei Google.

Der mit Abstand häufigste Grund ist ein Schalter aus der Bauphase, der der Suchmaschine sagt, die Seite bitte nicht aufzunehmen. Er wird beim Start gern vergessen. Danach kommen fehlende Verlinkung von außen und schlicht Geduld: Neue Seiten brauchen einige Tage bis Wochen.

Ich habe einen Baukasten, ist die Technik dann nicht erledigt?

Vieles ist dort voreingestellt, das stimmt. Nicht abgenommen wird Ihnen aber, Bilder in vernünftiger Größe hochzuladen, doppelte Adressen zu vermeiden und nach einem Umbau die alten Adressen umzuleiten. Genau diese drei Punkte machen in der Praxis die meiste Arbeit.

Muss ich bei der Ladezeit 100 von 100 Punkten erreichen?

Nein, und der Ehrgeiz kostet unnötig Geld. Die Punktzahl aus einem Testwerkzeug ist eine Laborsituation. Google bewertet, was echte Besucher erleben. Was dahintersteckt, steht im Beitrag über Ladezeit und Core Web Vitals.

Wir bekommen eine neue Webseite. Kann ich die einfach draufspielen?

Nur mit Plan. Wenn sich Adressen ändern und niemand die alten umleitet, fangen Sie bei den betroffenen Seiten wieder bei null an, obwohl Ihr Betrieb derselbe ist. Wie ein Wechsel ohne Verluste abläuft, steht im Beitrag zum Umzug einer Webseite.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Bei uns steht diese Prüfung vor jedem Gespräch über Texte. Es hilft niemandem, eine Leistungsseite zu verbessern, die gar nicht im Verzeichnis von Google steht. Was wir dabei finden, teilen wir in drei Stapel: Punkte, die Ihr Hoster erledigen muss, Punkte, die wir an der Seite selbst machen, und Punkte, die nur unangenehm aussehen und nichts kosten. Der dritte Stapel ist meist der größte, und er darf liegen bleiben.

Sieht Google Ihre Seiten überhaupt?

Auf unserer SEO-Seite steht, welche technischen Punkte wir übernehmen und welche beim Hoster liegen. Der kostenlose Sichtbarkeits-Check liefert vorab einen ersten Befund, ohne dass jemand Zugang zu Ihrem Hosting braucht.

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