Themencluster
Ein Themencluster ist eine Gruppe von Seiten zu einem einzigen Thema, die untereinander verweisen. Eine Übersichtsseite erklärt das Ganze, mehrere Unterseiten beantworten je eine Einzelfrage, und alle verlinken zurück auf die Übersicht. So wird erkennbar, dass Sie das Thema tatsächlich abdecken und nicht nur streifen.
Was das genau bedeutet
Wer im Baumarkt einen Dichtungsring braucht, geht zum Schild „Sanitär" und dort ins passende Regal. Niemand würde Dichtungen zwischen Gartenmöbel und Wandfarbe legen und darauf hoffen, dass man sie schon findet. Eine Abteilung mit Schild, geordneten Regalen und Wegweisern dazwischen: Genau das ist ein Themencluster auf einer Webseite.
Bei einem Heizungsbauer sieht das so aus. Die Übersichtsseite heißt „Heizung erneuern" und beschreibt den ganzen Vorgang. Darunter hängen einzelne Seiten: was eine neue Anlage ungefähr kostet, wie eine Wärmepumpe im Altbau funktioniert, wie die Förderung beantragt wird, wie lange die Baustelle dauert. Jede Unterseite verweist zurück auf die Übersicht, und die Übersicht verweist auf jede Unterseite.
Wichtig ist, was ein Cluster nicht ist: dasselbe fünfmal mit anderen Worten. Fünf Seiten, die alle „Heizung erneuern in Bremen" heißen, stehen sich gegenseitig im Weg. Jede Seite braucht eine eigene Frage, die nur sie beantwortet.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Menschen betreten Ihr Thema an ganz verschiedenen Stellen. Der eine sucht nach dem Preis, die nächste nach der Förderung, der dritte nach dem Ablauf. Mit einem Cluster hat jede dieser Fragen ihre eigene Tür, und alle Türen führen in dasselbe Haus.
Der zweite Nutzen ist Aufräumen. Wenn zwei Ihrer Seiten dieselbe Frage beantworten, muss eine Suchmaschine sich für eine entscheiden, und sie entscheidet sich nicht immer für die, mit der Sie Geld verdienen. Ein Cluster verhindert das, weil jede Seite ihre Zuständigkeit hat.
Und drittens wird das Schreiben leichter. Statt der ungeliebten Frage „worüber sollen wir denn mal etwas schreiben" gibt es eine Liste offener Unterfragen, die abgearbeitet wird. Das lässt sich auch an Mitarbeitende verteilen.
So gehen Sie vor
- Nehmen Sie ein einziges Thema, und zwar ein lohnendes. Nicht das, über das Sie am liebsten reden, sondern das, aus dem die größten Aufträge kommen. Ein Cluster nach dem anderen, sonst bleiben zwei halbe liegen.
- Sammeln Sie die Fragen, die Ihnen dazu wirklich gestellt werden. Aus Angebotsgesprächen, aus Telefonnotizen, aus dem Kasten mit weiteren Fragen unterhalb der Google-Treffer. Zwanzig Fragen sind eine gute Ausbeute.
- Ordnen Sie die Fragen zu Seiten. Eine echte Frage je Seite. Zwei Fragen, auf die Sie fast dieselbe Antwort geben würden, gehören zusammen auf eine Seite. Was übrig bleibt, ist Ihr Bauplan.
- Bauen Sie zuerst die Übersichtsseite. Sie erklärt das Thema von vorn bis hinten und darf zunächst auf wenige Unterseiten verweisen. Ein Cluster darf über Monate wachsen, das ist normal und sogar günstig.
- Verlinken Sie in beide Richtungen, jedes Mal neu. Neue Unterseite fertig, sofort den Verweis auf der Übersichtsseite ergänzen. Ohne diese Verbindungen haben Sie kein Cluster, sondern nur einen Stapel Texte.
Typische Fehler
Vier Fragen, die beim Aufbau regelmäßig auftauchen.
Kann ich nicht einfach eine sehr lange Seite schreiben?
Bei kleinen Themen ist das sogar besser. Ein Cluster lohnt sich erst, wenn es mehrere Fragen gibt, die jeweils eine eigene ausführliche Antwort verdienen. Zerlegen Sie ein schmales Thema künstlich, entstehen dünne Seiten, und die schwächen das Ganze.
Wie viele Unterseiten braucht ein Cluster?
Dafür gibt es keine Zahl, und wer Ihnen eine nennt, rät. Es sind so viele, wie es echte Fragen gibt. Drei Seiten, die je eine Frage vollständig beantworten, wirken stärker als zehn, die sich gegenseitig wiederholen.
Zwei meiner Seiten behandeln fast dasselbe. Soll ich eine löschen?
Besser zusammenlegen. Nehmen Sie das Beste aus beiden auf eine Seite und lassen Sie die alte Adresse dauerhaft auf die neue umleiten. Diese Umleitung richtet die Person ein, die Ihre Webseite betreut. Einfach löschen verschenkt alles, was die alte Seite sich erarbeitet hatte.
Brauche ich dafür einen Blog?
Nein. Ein Cluster kann vollständig aus Leistungsseiten bestehen. Ein Magazinbereich ist nur eine bequeme Ablage für Fragen, die nicht direkt etwas verkaufen. Wichtig ist die Verbindung untereinander, nicht die Schublade, in der die Seiten liegen.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Wir zeichnen zu Beginn die Landkarte eines Themas auf und lassen darin bewusst Lücken stehen. Nicht jede denkbare Unterseite wird gebaut, sondern nur die, für die es eine Frage aus dem Betrieb gibt. Eine Seite, die niemand braucht, macht ein Cluster nicht größer, sondern schwächer, weil sie Aufmerksamkeit von den Seiten abzieht, an denen Aufträge hängen. Deshalb enden unsere Landkarten oft mit fünf Seiten und einer Liste, die wartet.
Wo fängt Ihr erstes Thema an?
Der Beitrag zeigt, wie eine Seite aufgebaut ist, die aus Besuchern Anfragen macht. Der kostenlose Sichtbarkeits-Check schaut sich Titel, Überschriften und Struktur Ihrer bestehenden Seiten an.