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Duplicate Content

Lexikon Auch: doppelter Inhalt 5 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Von Duplicate Content spricht man, wenn derselbe oder ein fast gleicher Text an mehreren Adressen im Netz steht, etwa auf zwei Seiten Ihrer Webseite oder wortgleich vom Hersteller übernommen. Suchmaschinen suchen sich dann eine Fassung aus, zeigen die und lassen die übrigen weg. Bestraft werden Sie dafür nicht, aber Sie geben die Auswahl aus der Hand.

Was das genau bedeutet

Drei Fahrradhändler in derselben Stadt verkaufen dasselbe Modell. Alle drei stellen die Beschreibung des Herstellers auf ihre Webseite, Wort für Wort, samt Rahmenhöhen und Reichweitenangabe. Wer das liest, weiß danach alles über das Rad und nichts über die drei Läden. Eine Suchmaschine muss sich trotzdem für eine Fassung entscheiden, und sie nimmt selten die des kleinsten Anbieters.

Der zweite Fall entsteht im eigenen Haus, meist in bester Absicht. Sie legen für drei Nachbarorte je eine Seite an und tauschen darin den Ortsnamen aus. Für Sie sind das drei Seiten. Für eine Maschine ist es eine Seite mit drei Aufklebern, und sie zeigt eine davon.

Der dritte Fall ist rein technisch. Dieselbe Seite ist mit und ohne www erreichbar, mit und ohne Schrägstrich am Ende und noch einmal mit einem Anhängsel aus einer Anzeige. Sie sehen eine Seite, eine Maschine sieht vier Adressen mit gleichem Inhalt. Dafür gibt es den Canonical, einen unsichtbaren Hinweis im Quelltext, welche Adresse die Hauptfassung ist.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Das Ärgerliche ist nicht die Doppelung, sondern der Kontrollverlust. Von zwei ähnlichen Seiten erscheint eine, und nicht unbedingt die, die Sie sich ausgesucht hätten. Wer für eine Aktion eine eigene Seite gebaut hat und im Ergebnis die alte Leistungsseite sieht, hat genau dieses Problem.

Schwerer wiegt, was ein übernommener Text nicht leistet. „Passt das Rad in meinen Kofferraum? Wer repariert es, wenn etwas klemmt? Was kostet die Durchsicht nach dem ersten Jahr?" Nichts davon steht in einer Herstellerbeschreibung, und genau das entscheidet vor Ort über den Kauf.

Ein Hinweis noch zur Grenze: Fremde Texte im Wortlaut zu übernehmen, etwa von einem Mitbewerber, ist kein Suchmaschinenthema mehr, sondern ein Fall für das Urheberrecht. Beim Hersteller ist die Nutzung meist ausdrücklich erlaubt. Bei allen anderen sollten Sie fragen.

So gehen Sie vor

  1. Suchen Sie einen Ihrer eigenen Sätze in Anführungszeichen. Nehmen Sie einen auffälligen Satz von einer Produkt- oder Leistungsseite, setzen Sie ihn in Anführungszeichen und geben Sie ihn bei Google ein. Erscheinen zwanzig andere Webseiten mit demselben Satz, ist dieser Text nicht Ihrer.
  2. Legen Sie Ihre Ortsseiten nebeneinander auf einen Bildschirm. Zwei Fenster, links Bremen, rechts Delmenhorst. Was ist außer Ortsname und Telefonnummer verschieden? Wenn nichts, muss eine der beiden echten Inhalt bekommen, etwa eine Referenz vor Ort oder eine Besonderheit im Einzugsgebiet.
  3. Ersetzen Sie Herstellertexte durch das, was nur Sie sagen können. Drei Absätze genügen: für wen das Produkt taugt, was daran am häufigsten reklamiert wird, wovon Sie abraten und warum. Die Herstellerangaben dürfen darunter stehen, als technische Liste. Oben gehört das hin, was Sie am Tresen ohnehin erzählen.
  4. Lassen Sie die Adressvarianten auf eine Fassung zusammenlegen. Das betrifft www und ohne www, die verschlüsselte und die unverschlüsselte Adresse und den Schrägstrich am Ende. Das ist ein technischer Schritt für die Person, die Ihre Webseite betreut. Sie braucht dafür Zugriff auf den Server oder das Redaktionssystem.

Typische Fehler

Vier Annahmen, die beim Thema doppelter Text hartnäckig weiterleben.

Bestraft Google mich für doppelte Texte?

Für den Normalfall nicht. Es gibt keine Abwertung, die auf Ihre ganze Webseite durchschlägt, weil zwei Seiten sich ähneln. Google wählt eine Fassung aus und zeigt die andere seltener oder nicht. Etwas anderes gilt für Webseiten, die massenhaft fremde Inhalte einsammeln, um damit Werbung zu verkaufen. Das ist ein anderer Fall.

Der Hersteller erlaubt mir seinen Text ausdrücklich, wo ist das Problem?

Erlaubt und wirksam sind zwei Paar Schuhe. Die Erlaubnis schützt Sie rechtlich, sie verschafft Ihnen aber keine Sichtbarkeit. Sie treten mit demselben Text gegen den Hersteller und gegen jeden anderen Händler an, der ihn ebenfalls benutzt. Nehmen Sie ihn als Grundlage, nicht als fertigen Seiteninhalt.

Reicht es, wenn ich ein paar Wörter austausche?

Nein. Ein Text, in dem jedes dritte Wort durch ein sinnverwandtes ersetzt wurde, bleibt derselbe Text und liest sich obendrein schlechter. Der Unterschied muss inhaltlich sein: eine eigene Einschätzung, ein Preisrahmen, ein Beispiel aus Ihrer Werkstatt. Danach ist die Frage nach der Dopplung von selbst erledigt.

Meine Seite gibt es mit und ohne www. Ist das schlimm?

Das ist der häufigste und zugleich harmloseste Fall, und er ist an einem Nachmittag erledigt. Wichtig ist nur, dass es danach eine Hauptadresse gibt, auf die alles andere führt.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir legen keine Seiten im Dutzend an. Bevor eine zweite Seite zu einem Thema entsteht, fragen wir, welche Frage sie beantwortet, die die erste nicht beantwortet. Fällt uns keine ein, wird daraus ein Absatz auf der bestehenden Seite statt einer eigenen Adresse. Bei Produkt- und Leistungstexten gehen wir denselben Weg: Wir fragen ab, was Sie einem Kunden am Tresen sowieso erzählen, und schreiben genau das auf. Das dauert länger als ein Kopiervorgang, ist dafür aber der einzige Text auf Ihrer Webseite, den kein anderer hat.

Steht auf Ihrer Seite ein Text, den es nur bei Ihnen gibt?

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