Broken Link
Ein Broken Link ist ein Verweis, der ins Leere führt. Die Seite dahinter wurde gelöscht, umbenannt oder von Anfang an falsch geschrieben, und wer darauf klickt, landet auf einer Fehlerseite. Solche Links entstehen auch ohne Ihr Zutun, weil sich fremde Webseiten ändern, ohne Ihnen Bescheid zu sagen.
Was das genau bedeutet
In einer Tierarztpraxis liegt am Empfang eine laminierte Kurzwahlliste neben dem Telefon. Die Sieben ist das Labor, die Neun der Notdienst der Nachbarpraxis. Das Labor hat vor zwei Jahren die Nummer gewechselt. Seitdem hört jeder, der die Sieben drückt, eine Ansage. Aufgefallen ist es lange nicht, weil die Sieben selten gebraucht wird, und weil das Telefon nicht meldet, dass die Liste veraltet ist.
Links verhalten sich genauso. Sie zeigen weiter dorthin, wo einmal etwas war, und prüfen nie nach, ob dort noch etwas ist. Im Text sieht ein toter Link aus wie jeder andere: farbig, unterstrichen, einladend. Der Unterschied zeigt sich erst nach dem Klick, und zwar nur beim Besucher.
Zwei Sorten sollten Sie auseinanderhalten. Interne Links zeigen auf Ihre eigenen Unterseiten. Die brechen beim Umbau, beim Umbenennen einer Seite oder beim Löschen einer alten Aktionsseite, und Sie können sie selbst reparieren. Externe Links zeigen auf fremde Seiten, etwa auf die Innung oder einen Hersteller. Über die haben Sie keine Kontrolle, und sie brechen ohne Vorwarnung.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Ein toter Link trifft nie jemanden, der gerade untätig herumklickt. Er trifft die Person, die weiterwollte: zum Preisbeispiel, zum Anfahrtsplan, zum Formular. Diese Person geht danach selten auf die Suche. Sie geht zurück in die Trefferliste, und dort steht der nächste Betrieb.
Dazu kommt der Eindruck. Eine Fehlerseite ist das einzige Bauteil einer Webseite, das dem Besucher unmissverständlich sagt: Hier kümmert sich gerade niemand. Ob er daraus zu Recht schließt, dass es mit dem Rückruf ähnlich läuft, spielt keine Rolle.
Für Suchmaschinen ist ein einzelner defekter Verweis kein Drama. Interne Links sind aber der Weg, auf dem Ihre Unterseiten erreicht werden. Bricht er im Menü oder in der Fußzeile, wird alles dahinter seltener abgerufen.
So gehen Sie vor
- Klicken Sie Ihre eigene Webseite einmal von oben nach unten durch. Menü, Fußzeile, Startseite, jede Leistungsseite. Die Fußzeile zuerst, dort stehen die ältesten Links. Eine halbe Stunde reicht meistens.
- Nehmen Sie sich danach die Links vor, die aus Texten heraus zeigen. Beiträge, Referenzen, Stellenanzeigen. Dort stehen Verweise auf ein Herstellerdatenblatt oder einen Zeitungsartikel, und fremde Seiten räumen ihre Adressen regelmäßig um.
- Lassen Sie den Rest von einem Programm suchen. Es gibt kostenlose Prüfwerkzeuge, die eine ganze Webseite abgehen und jeden gefundenen Link einmal anfragen. Bedienen kann das die Person, die Ihre Webseite betreut. Sie brauchen davon nur die fertige Liste mit Fundstelle und Ziel.
- Entscheiden Sie bei jedem Fund zwischen drei Möglichkeiten. Gibt es die Zielseite unter einer neuen Adresse, korrigieren Sie den Link. Haben Sie eine eigene Seite gelöscht, das Thema gibt es aber weiter, richten Sie eine dauerhafte Weiterleitung auf die Nachfolgeseite ein. Ist der Inhalt nirgends mehr vorhanden, nehmen Sie den Link heraus und formulieren den Satz um.
- Legen Sie zwei feste Termine im Jahr fest. Tote Links wachsen nach, ohne dass jemand etwas falsch macht. Dazwischen lohnt ein Blick in die Google Search Console, die meldet, welche Adressen sie nicht gefunden hat. Dafür muss Ihre Webseite dort einmal bestätigt sein, ein technischer Einrichtungsschritt.
Typische Fehler
Vier Fragen, die uns beim Aufräumen alter Webseiten regelmäßig begegnen.
Würde ich nicht merken, wenn bei mir ein Link kaputt ist?
In aller Regel nicht. Besucher melden so etwas fast nie, sie klicken zurück und sind weg. Und Sie selbst springen auf der eigenen Webseite direkt dorthin, wo Sie etwas ändern wollen. Genau deshalb bleiben tote Links jahrelang stehen.
Verliere ich durch tote Links meine Platzierung bei Google?
Ein paar defekte Verweise werfen Sie nicht aus der Suche. Der Schaden entsteht woanders: bei Besuchern, die abspringen, und bei Unterseiten, die über einen kaputten internen Link nicht mehr erreichbar sind.
Dann verlinke ich sicherheitshalber gar nicht mehr nach außen?
Das wäre die falsche Lehre. Verweise auf Hersteller, Innung, Presse oder Verein belegen, dass es Ihren Betrieb im Ort wirklich gibt, und Besucher erwarten sie. Der Aufwand liegt in der Pflege, nicht im Verzicht. Setzen Sie diese Links einfach mit auf die Prüfliste.
Kann ich alle kaputten Adressen einfach auf die Startseite umleiten?
Diese Abkürzung ärgert genau die Leute, die etwas Bestimmtes wollten. Wer auf eine Seite über Zahnreinigung geklickt hat und auf der Startseite landet, sucht nicht weiter. Leiten Sie auf die inhaltlich passende Seite um. Wo es keine gibt, ist eine gute Fehlerseite mit Suchfeld und Kontaktweg die ehrlichere Lösung.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
Tote Links sind der einzige Mangel an einer Webseite, der von allein nachwächst. Deshalb behandeln wir sie nicht als einmalige Aufräumaktion. Vor jedem Umbau schreiben wir die alten Adressen mit und legen sie neben die neuen, damit nichts stillschweigend verschwindet. Und wir bauen die Fehlerseite so, dass sie zurück zu den Leistungen und zum Kontakt führt. Wenn wir Ihnen danach eine Liste geben, steht darauf nicht „alles in Ordnung", sondern jeder Fund mit der Entscheidung dahinter.
Wohin führen die Links, die niemand mehr klickt?
Der Beitrag daneben zeigt, wie Fehlerseiten und Weiterleitungen zusammenspielen. Der kostenlose Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre Webseite technisch und inhaltlich an, von den Überschriften bis zur Ladezeit.