Webtechnik

404-Fehler

Lexikon Auch: Seite nicht gefunden 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Ein 404-Fehler ist die Meldung, die erscheint, wenn jemand auf Ihrer Webseite eine Adresse aufruft, die es dort nicht gibt. Die Zahl ist die Antwort Ihres Servers und heißt übersetzt: Diesen Inhalt kenne ich nicht. Ursache sind meist Tippfehler, gelöschte Seiten oder Verweise von außen, die noch auf eine alte Adresse zeigen.

Was das genau bedeutet

Ein Augenoptiker zieht aus einer Seitenstraße an den Marktplatz, zweihundert Meter weiter. Eine Kundin, die ihre Brille abholen will, steht vor dem alten Laden. Hängt im Fenster ein Zettel mit Pfeil, neuer Anschrift und Telefonnummer, kommt sie an. Hängt dort nichts, dreht sie um und geht zum nächsten Optiker. Der leere Laden ist die Fehlerseite Ihrer Webseite.

Der Fehler steckt also nicht in der Meldung selbst. Es ist richtig und ehrlich, dass Ihr Server sagt, wenn es einen Inhalt nicht gibt. Was fehlt, ist der Zettel im Fenster. Die meisten Webseiten zeigen an dieser Stelle eine karge Standardseite mit einer englischen Zeile und ohne jeden Weg zurück.

Dabei sind längst nicht alle diese Fehler gleich wichtig. Der größte Teil entsteht durch aufgerufene Adressen, die es bei Ihnen nie gab, meist von Suchprogrammen, die etwas ausprobieren. Zählen tun nur zwei Sorten: solche, auf die von außen verlinkt wird, und solche, die aus Ihrer eigenen Seite heraus angeklickt werden können.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Wer auf einer Sackgasse landet, ruft selten an. Er geht zurück in die Trefferliste, und dort steht bereits der nächste Betrieb. Das Ärgerliche daran: Diese Person war schon fast bei Ihnen. Sie hatte den Klick gemacht, sie hatte den Namen. Verloren geht sie an einer Stelle, die in zwei Stunden Arbeit repariert wäre.

Für Suchmaschinen ist ein einzelner Fehler dagegen kein Drama, das gehört zum Alltag jeder Webseite. Unangenehm wird es, wenn Seiten mit echtem Wert verschwinden, etwa eine Leistungsseite, auf die andere verlinkt hatten. Dann fällt nicht nur die Seite weg, sondern auch das Vertrauen, das sich über die Jahre daran gesammelt hat.

Dazu kommt der Eindruck. Ein toter Link im eigenen Menü oder in einem verschickten Angebot lässt einen Betrieb schlampiger wirken, als er ist.

So gehen Sie vor

  1. Rufen Sie Ihre eigene Fehlerseite auf. Tippen Sie hinter Ihre Adresse einen Unsinn wie /gibtesnicht und sehen Sie sich an, was erscheint. Diesen Anblick haben Ihre Besucher. Meist ist er der beste Grund, sofort weiterzulesen.
  2. Machen Sie daraus eine hilfreiche Seite. Eine Überschrift in Ihrer Sprache, ein Satz Erklärung, ein Suchfeld, die drei wichtigsten Links und Ihre Telefonnummer. Das Layout bleibt wie auf der übrigen Seite, mit Menü und Fuß, damit die Person merkt, dass sie noch bei Ihnen ist.
  3. Sehen Sie nach, welche Adressen tatsächlich Fehler auslösen. Die Google Search Console führt sie unter den nicht gefundenen Seiten auf. Dafür muss Ihre Webseite dort bestätigt sein, üblicherweise durch Ihre Betreuung. Bitten Sie um die Liste mit den zehn häufigsten Treffern.
  4. Leiten Sie nur um, wo es ein echtes Ziel gibt. Für jede alte Adresse mit passendem Nachfolger richten Sie eine dauerhafte Umleitung dorthin ein. Wo es keinen sinnvollen Nachfolger gibt, darf und soll der Fehler bestehen bleiben.
  5. Reparieren Sie zuerst die Verweise im eigenen Haus. Links im Menü, in Texten, in PDF-Dateien, in Ihrer Signatur und auf Ihrem Google-Profil. Diese Fehler haben Sie selbst in der Hand, und sie treffen die Besucher, die schon interessiert sind.

Typische Fehler

Vier Reaktionen, die den Schaden eher vergrößern als beheben.

Kann ich nicht einfach alles auf die Startseite umleiten?

Davon raten wir ab. Wer eine bestimmte Seite erwartet und ohne Erklärung auf der Startseite landet, ist irritiert und sucht von vorn. Suchmaschinen bewerten solche Umleitungen zudem oft doch wieder als Sackgasse. Eine gute Fehlerseite ist die freundlichere Lösung.

Schaden diese Fehler meinen Plätzen bei Google?

Einzelne Fehler schaden nicht, sie kommen auf jeder Webseite vor. Ein Problem ist erst der Fall, dass wichtige Inhalte dauerhaft verschwinden oder Ihre eigene Navigation ins Leere führt. Es geht also weniger um die Anzahl als um die Frage, welche Adressen betroffen sind.

Ich habe eine Seite gelöscht. Muss ich das irgendwo melden?

Nein, das merken Suchmaschinen von selbst, es dauert nur ein paar Wochen. Wichtiger ist die Frage davor: Gab es zu dieser Seite Anfragen, gedruckte Hinweise oder Verweise von anderen? Dann brauchen Sie eine Umleitung, keine Meldung.

Warum werden Adressen aufgerufen, die es bei mir nie gab?

Das sind fast immer automatische Programme, die Standardpfade durchprobieren, oder alte Verweise aus einem früheren System. Solange Sie diese Adressen nicht selbst verteilt haben, können Sie die Meldungen ignorieren. Sie erzeugen keinen Schaden, nur Zeilen in einer Liste.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir behandeln die Fehlerseite als vollwertige Seite mit einer Aufgabe: Der Besucher soll in höchstens einem Klick dort ankommen, wo er hinwollte. Deshalb stehen darauf Suchfeld, Hauptleistungen und Telefonnummer, und deshalb sieht sie aus wie der Rest der Webseite. Beim Umbau bestehender Seiten gehen wir zuerst die Liste der wirklich aufgerufenen Adressen durch und leiten nur die um, hinter denen ein echtes Ziel steht. Der Rest bleibt ehrlich ein Fehler, das ist besser als eine falsche Antwort.

Wohin schickt Ihre Webseite verirrte Besucher?

Der Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Fehlerseite und Umleitungen aufsetzen. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich Ihre Seite technisch und inhaltlich an und meldet, was ihm dabei auffällt.

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