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Ankertext

Lexikon Anchor Text, Linktext 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Der Ankertext ist der sichtbare Teil eines Links, also das Wort oder die Wortgruppe, auf die man klickt oder tippt. Er ist ein Versprechen darüber, was danach kommt. Steht dort „hier klicken", erfährt niemand etwas. Steht dort „Zählerschrank tauschen", wissen Leser, Vorleseprogramme und Suchmaschinen im selben Moment Bescheid.

Was das genau bedeutet

Ein Lehrling in einem Sanitär- und Heizungsbetrieb fragt, wo das Material liegt. Zwei Antworten sind möglich. „Hinten." Oder: „Regal C, drittes Fach von unten, Kupferrohr 15 Millimeter." Beides ist keine Lüge, beides kostet dieselbe Sekunde. Nur die zweite Antwort erspart den Weg durch das halbe Lager. Ein Ankertext ist diese Antwort, aufgeschrieben.

Hinter jedem Link steckt eine technische Adresse, die niemand liest. Sichtbar ist allein die Beschriftung. Sie wird deshalb nicht für eine Maschine geschrieben, sondern für die halbe Sekunde, in der ein Mensch entscheidet, ob sich der Klick lohnt. Alles, was er dafür an Information bekommt, sind diese paar Wörter.

Es gibt dabei eine Bedingung, die viele überrascht: Der Text muss auch ohne den Satz um ihn herum verständlich sein. Vorleseprogramme können sich alle Links einer Seite als Liste ausgeben lassen. Steht dort untereinander „hier", „mehr", „weiterlesen", „hier", ist diese Liste wertlos, und mit ihr die halbe Seite.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Zwischen einem Besucher und einer Anfrage liegen ein paar Klicks, und jeder davon ist eine kleine Entscheidung. Nichtssagende Beschriftungen verlangen dabei Mut: Man klickt ins Ungewisse. Ein Teil der Leute tut das schlicht nicht, sondern geht zurück in die Suche.

Genauso wichtig ist die Gegenrichtung. Wenn die Beschriftung mehr verspricht, als die Zielseite hält, ist die Enttäuschung größer, als hätte man gar nichts gesagt. Der Ankertext ist also auch ein Versprechen, an das Sie sich halten müssen.

Für Suchmaschinen kommt eine dritte Rolle hinzu. Sie schließen aus der Beschriftung darauf, worum es auf der verlinkten Seite geht. Wer seine wichtigste Leistungsseite jahrelang nur als „mehr erfahren" verlinkt, hat ihr nie gesagt, wofür sie eigentlich stehen soll.

So gehen Sie vor

  1. Suchen Sie Ihre Webseite nach dem Wort „hier" ab. In jedem Browser öffnet die Tastenkombination Strg und F ein kleines Suchfeld, auf dem Mac Befehlstaste und F. Suchen Sie nacheinander nach „hier", „mehr" und „weiterlesen". Das sind die üblichen Verdächtigen, und meist finden Sie sie auf jeder zweiten Seite.
  2. Bauen Sie die Beschriftung in den Satz ein. Nicht „Mehr zu unseren Leistungen finden Sie hier", sondern ein Satz, in dem die Wörter selbst tragen: „Was wir bei einer Heizungswartung prüfen, steht auf der Leistungsseite." Verlinkt wird dann der Teil, der das Ziel benennt.
  3. Halten Sie sich an zwei bis fünf Wörter. Ein einzelnes Wort ist auf dem Handy schwer zu treffen, ein ganzer Satz als Link liest sich zäh und wirkt wie ein Fehler. Dazwischen liegt die brauchbare Länge.
  4. Sagen Sie dazu, wenn etwas Ungewöhnliches passiert. Führt ein Link auf eine Datei statt auf eine Seite, gehört das in die Beschriftung: „Preisliste als PDF, zwei Seiten". Dasselbe gilt, wenn sich ein neues Fenster öffnet. Menschen mögen keine Überraschungen beim Klicken.
  5. Formulieren Sie mit, wenn andere auf Sie verlinken. Wenn ein Lieferant oder ein Verein Sie auf seiner Seite nennt, schicken Sie neben der Adresse gleich die gewünschte Beschriftung mit. Meist wird sie genau so übernommen, weil es dem Gegenüber Arbeit spart.

Typische Fehler

Diese vier Punkte kommen bei Linktexten am häufigsten zur Sprache.

Ist „hier klicken" wirklich so schlimm?

Für sehende Menschen ist der Verlust klein, sie lesen den Satz drumherum mit. Für ein Vorleseprogramm und für eine Suchmaschine steht dort schlicht keine Information. Und der Umbau kostet Sie pro Stelle etwa eine Minute, weshalb es wenig Gründe gibt, es zu lassen.

Soll immer mein Suchbegriff im Linktext stehen?

Bei Verweisen innerhalb Ihrer eigenen Webseite dürfen die passenden Wörter ruhig regelmäßig vorkommen. Bei Verweisen von fremden Seiten wirkt es schnell gekauft, wenn zwanzigmal exakt dieselbe Wortgruppe auftaucht. Wichtiger als jede Regel bleibt, dass die Beschriftung zum Ziel passt.

Was ist mit Bildern, die verlinkt sind?

Ein verlinktes Bild hat keinen sichtbaren Text. Die Rolle des Ankertextes übernimmt dann die Bildbeschreibung, der Alt-Text. Er muss in diesem Fall sagen, wohin der Klick führt, nicht was auf dem Foto zu sehen ist.

Gilt das auch für Knöpfe?

Ja, und dort fällt es besonders auf. „Angebot anfordern" ist eine gute Beschriftung, weil sie die Handlung benennt. „Weiter" oder „Los" sagen nichts, obwohl gerade an diesen Knöpfen die wichtigsten Schritte hängen. Schreiben Sie hinein, was passiert, wenn man drückt.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Linktexte entstehen bei uns nicht nachträglich über einer fertigen Seite, sondern beim Formulieren des Satzes selbst. Das klingt nach einer Kleinigkeit, hat aber eine strenge Nebenwirkung: Wenn sich für eine Seite kein brauchbarer Linktext finden lässt, ist fast immer die Seite unklar und nicht der Link. Dann gehen wir eine Stufe zurück und klären, wofür es sie überhaupt gibt. Beim Aufräumen bestehender Webseiten lassen wir uns außerdem alle Linktexte als bloße Liste ausgeben. Wer diese Liste einmal gelesen hat, versteht sofort, warum „hier" keine Beschriftung ist.

Was steht in den Links Ihrer Webseite?

Auf unserer SEO-Seite steht, wie wir eine Webseite Punkt für Punkt durchgehen, Linktexte eingeschlossen. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich davon unabhängig die Grundlagen an: Titel, Überschriften, strukturierte Daten, Verschlüsselung und Ladezeit.

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