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Keyword

Lexikon Auch: Suchbegriff 4 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Ein Keyword ist das Wort oder die Wortgruppe, die jemand in ein Suchfeld tippt, etwa „Brot ohne Weizen Bremen". Jede einzelne Seite Ihrer Webseite sollte auf genau einen solchen Suchbegriff antworten. Maßgeblich ist dabei das Wort, das Ihre Kundschaft benutzt, nicht der Fachausdruck aus Ihrer Branche.

Was das genau bedeutet

Über der Tür einer Bäckerei steht „Feinbackwaren und Konditorei". Drinnen sagt diese Wörter niemand. Dort wird nach Brötchen gefragt, nach einem Kuchen für Sonntag, nach Brot ohne Weizen für das Kind mit der Unverträglichkeit. Ein Keyword ist immer das Wort von drinnen. Es ist nicht die Bezeichnung, die Sie sich für Ihr Gewerbe ausgesucht haben, sondern die, mit der Menschen an Sie herantreten.

Ein Keyword gehört außerdem zu einer Seite, nicht zu einem Betrieb. Eine Bäckerei mit vier Filialen, einem Partyservice und einer Backstube für Sonderanfertigungen hat nicht ein Suchwort, sondern mehrere, und jedes davon braucht eine eigene Adresse im Netz, auf der es beantwortet wird. Wer alles auf die Startseite legt, zwingt diese eine Seite dazu, gleichzeitig Torte, Frühstück und Brotkasten zu sein.

Und Keywords sind selten einzelne Wörter, auch wenn der Name das nahelegt. Getippt wird fast immer eine kleine Wortgruppe, oft mit Ort, Anlass oder Einschränkung darin. Das ist eine gute Nachricht: Je genauer die Wortgruppe, desto klarer wissen Sie, was der Mensch dahinter eigentlich möchte.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Eine Suchmaschine kennt Ihren Betrieb nicht persönlich. Sie vergleicht die getippten Wörter mit den Wörtern auf verfügbaren Seiten. Kommen Ihre Wörter dort nicht vor, hilft weder ein schönes Layout noch ein hochwertiges Foto vom Team. Sie sind für diese Anfrage schlicht nicht im Rennen.

Die häufigste Ursache dafür ist keine Nachlässigkeit, sondern Berufsstolz. Betriebe schreiben ihr Angebot in der Sprache ihres Handwerks: Sanitärinstallation, Trockenbau, Feinbackwaren, Bilanzbuchhaltung. Die Kundschaft tippt: Bad umbauen, Wand einziehen, Torte bestellen, Steuererklärung machen lassen. Beide meinen dasselbe, treffen sich aber nirgends.

Der Nebeneffekt ist der eigentliche Gewinn. Wenn Sie für jede Ihrer Seiten festlegen, welche Frage sie beantwortet, wird der Text von allein klarer. Sie merken dabei nämlich sofort, wenn eine Seite gar keine Frage beantwortet, sondern nur beschreibt, wie lange es Ihren Betrieb schon gibt.

So gehen Sie vor

  1. Schreiben Sie Ihre Seiten untereinander. Startseite, Leistungen, jede Unterseite, Kontakt. Das dauert selten länger als zehn Minuten und ist die Grundlage für alles Weitere. Ohne diese Übersicht reden Sie über Wörter, ohne zu wissen, wo sie hingehören.
  2. Setzen Sie hinter jede Zeile genau einen Suchbegriff. Fällt Ihnen keiner ein, ist das ein Befund und kein Versagen: Diese Seite hat derzeit keine Aufgabe. Fallen Ihnen fünf ein, gehören daraus vermutlich mehrere Seiten gemacht.
  3. Ersetzen Sie Ihr Fachwort durch das Kundenwort. Hören Sie zwei Wochen lang hin, wie Anrufer ihr Anliegen benennen, und schreiben Sie diese Formulierungen mit. Sie werden überrascht sein, wie selten dabei Ihr eigenes Berufswort fällt.
  4. Bringen Sie den Begriff dorthin, wo er gelesen wird. In die Seitenüberschrift, in den ersten Absatz und in die Zeile, die bei Google als Titel erscheint. Nicht in eine unsichtbare Aufzählung am Seitenende. Solche versteckten Wortlisten haben vor zwanzig Jahren gewirkt.
  5. Prüfen Sie, ob sich zwei Seiten streiten. Tippen Sie bei Google site:ihredomain.de gefolgt von Ihrem Begriff. Sie sehen dann nur Ihre eigenen Seiten. Erscheinen dort drei, die alle dasselbe beanspruchen, entscheiden Sie sich für eine und formulieren die anderen um.

Typische Fehler

Vier Fragen, die uns Betriebe an dieser Stelle regelmäßig stellen.

Reicht nicht ein Keyword für die ganze Webseite?

Nein, und das ist eher eine Erleichterung. Gefunden wird immer eine einzelne Seite, nie ein Betrieb als Ganzes. Zehn Seiten mit zehn klaren Begriffen haben zehn Gelegenheiten, gefunden zu werden. Eine Seite mit zehn Begriffen hat keine einzige.

Wie oft muss der Begriff im Text stehen?

Es gibt keine Zahl, und wer Ihnen eine nennt, rät. Schreiben Sie den Text so, wie Sie am Tresen sprechen würden. Wenn eine Seite wirklich von einer Sache handelt, kommt das passende Wort ganz von selbst mehrfach vor. Zwanghaftes Wiederholen heißt Keyword-Stuffing und wirkt seit Jahren nur noch abschreckend, auf Menschen wie auf Suchmaschinen.

Soll ich meine Fachbegriffe jetzt streichen?

Nicht streichen, sondern einordnen. Schreiben Sie zuerst, was die Kundschaft sagt, und nennen Sie den Fachbegriff im nächsten Satz dazu. So findet Sie die Suchende mit ihrem Wort, und die Kollegin oder der Sachbearbeiter der Versicherung sieht trotzdem, dass Sie vom Fach sind.

Muss ich Tippfehler und Mundart mitschreiben?

Tippfehler nicht, die gleicht Google zuverlässig aus. Umgangssprache dagegen schon, denn sie ist kein Fehler. „Klempner" ist beruflich längst „Anlagenmechaniker", getippt wird trotzdem Klempner. Nehmen Sie beides in den Text auf, in ganzen Sätzen.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Bevor wir eine Seite schreiben, steht bei uns ein Satz in Klammern darüber: Wer sucht das, und mit welchen Worten. Steht der Satz nicht da, bauen wir die Seite nicht, sondern fragen noch einmal nach. Das klingt kleinlich, verhindert aber genau den Zustand, den wir bei übernommenen Webseiten am häufigsten vorfinden: fünf Seiten, die alle ungefähr dasselbe wollen, und keine, die eine gestellte Frage beantwortet. Die Wörter selbst holen wir dabei nicht aus einem Programm, sondern aus Ihren Anrufen.

Welches Wort gehört auf welche Seite?

Der Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie Sie die Suchbegriffe Ihrer Kundschaft ohne bezahlte Werkzeuge zusammentragen. Der Sichtbarkeits-Check sieht sich danach an, ob Titel, Überschriften und Technik Ihrer Seite dazu passen.

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