Suchvolumen
Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Suchbegriff im Durchschnitt pro Monat eingetippt wird. Die Zahlen stammen aus Werkzeugen wie dem Google Keyword-Planer und sind Hochrechnungen, keine gezählten Werte. Je kleiner Ihr Ort, desto ungenauer werden sie, und für einzelne Stadtteile fehlen sie oft ganz.
Was das genau bedeutet
Wer ein Ladenlokal mietet, kennt die Zeile im Exposé: „rund 8.000 Passanten täglich". Diese Angabe ist nicht falsch, sie ist nur weit weniger wert, als sie aussieht. Sie ist gerundet, sie stammt aus einer Zählung an irgendeinem Tag, sie schwankt zwischen Dienstag und Samstag, und sie sagt nichts darüber, wie viele dieser Menschen Blumen kaufen wollen. Trotzdem trifft mancher Blumenladen seine Standortentscheidung fast allein danach.
Das Suchvolumen ist die Passantenzahl des Internets. Es entsteht aus Hochrechnungen, wird auf Größenklassen gerundet und als Jahresdurchschnitt ausgewiesen. Bei Begriffen mit starker Saison verschleiert dieser Durchschnitt mehr, als er zeigt: Ein Wort, nach dem im Dezember viele und sonst niemand sucht, sieht im Jahresmittel unauffällig aus.
Dazu kommt eine Eigenheit der Werkzeuge. Sie fassen ähnliche Formulierungen zu einer Zahl zusammen, und ohne laufendes Anzeigenkonto zeigt der Google Keyword-Planer statt einer Zahl nur noch grobe Spannen an. Wer damit Begriffe auf zehn Anfragen genau vergleicht, vergleicht Schätzungen von Schätzungen.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Für regionale Betriebe hat diese Zahl vor allem eine entmutigende Wirkung. Man tippt seine Leistung samt Stadtteil ein, bekommt eine Null angezeigt und schließt daraus, dass sich die Seite nicht lohnt. Dabei bedeutet die Null in aller Regel nur, dass die Menge unterhalb dessen liegt, was das Werkzeug ausweist.
Wichtiger als die Menge ist der Wert einer einzelnen Anfrage, und den kennen nur Sie. Rechnen Sie einmal aus, was ein durchschnittlicher Auftrag bei Ihnen einbringt und wie viele Aufträge Sie im Monat überhaupt zusätzlich annehmen könnten. Bei den meisten Betrieben kommt dabei eine erstaunlich kleine Zahl heraus. Ein Suchbegriff, den zwanzig entschlossene Menschen im Monat verwenden, kann Ihren Kalender damit bereits füllen.
Nützlich ist die Zahl trotzdem, nur anders als gedacht. Sie taugt zum Sortieren, nicht zum Entscheiden. Wenn zwei Formulierungen dasselbe meinen, nehmen Sie die häufiger gesuchte. Ob Sie das Thema überhaupt bearbeiten, entscheidet die Zahl nicht.
So gehen Sie vor
- Lesen Sie die Zahl als Größenklasse. Notieren Sie sich nur „viel", „mittel", „wenig" oder „nicht messbar". Damit verlieren Sie nichts an Aussage und ersparen sich die Scheingenauigkeit, die Sie sonst gegen sich selbst verwenden.
- Halten Sie Ihre eigene Rechnung dagegen. Wie viele zusätzliche Aufträge im Monat wollen Sie, und was ist Ihnen einer wert? Erst vor diesem Hintergrund lässt sich beurteilen, ob ein Begriff mit wenig Nachfrage klein oder genau richtig ist.
- Sehen Sie sich den Jahresverlauf an. Google Trends ist kostenlos und zeigt ohne Anmeldung, wann ein Begriff nachgefragt wird. Bei allem, was mit Wetter, Ferien oder Feiertagen zu tun hat, ist diese Kurve wichtiger als der Mittelwert.
- Vertrauen Sie Ihren eigenen Zahlen mehr als jeder Schätzung. Wie oft Ihre Seiten in den Suchergebnissen tatsächlich erschienen sind, steht in der Google Search Console. Das sind gemessene Werte für Ihren Ort und Ihr Angebot. Eingerichtet wird dieser Zugang üblicherweise von der Person, die Ihre Webseite betreut.
Typische Fehler
Vier Missverständnisse, die uns rund um diese Zahl am häufigsten begegnen.
Das Werkzeug zeigt für meinen Ort null an. Sucht da wirklich niemand?
Sehr unwahrscheinlich. Null heißt in diesen Werkzeugen fast immer „zu wenig, um es auszuweisen", und diese Schwelle liegt oberhalb dessen, was für einen einzelnen Betrieb interessant ist. Gerade Anfragen mit Stadtteil oder Ortsteil sind selten und gleichzeitig die ernsthaftesten.
Ist ein Begriff mit hoher Nachfrage automatisch der bessere?
Nein, häufig ist er sogar der schlechtere. Hohe Nachfrage bringt viel Wettbewerb, oft aus ganz Deutschland, und lockt Menschen an, die weit weg wohnen oder nur stöbern. Für einen Betrieb mit festem Einzugsgebiet zählt, wie viele der Suchenden zu Ihnen fahren könnten.
Warum nennen zwei Anbieter unterschiedliche Zahlen?
Weil keiner von ihnen die echten Suchanfragen kennt. Jedes Werkzeug modelliert sie aus eigenen Daten, mit eigenen Annahmen und eigener Rundung. Unterschiede um den Faktor zwei sind normal. Genau deshalb ist der Vergleich zweier Begriffe im selben Werkzeug brauchbar, der Vergleich derselben Zahl über zwei Werkzeuge hinweg nicht.
Kann ich das Suchvolumen für meinen Begriff steigern?
Die Nachfrage selbst nicht. Wie viele Menschen ein Dach decken lassen wollen, entscheidet sich nicht im Netz. Beeinflussen können Sie nur, welchen Anteil davon Sie erreichen, und welche der vorhandenen Formulierungen Sie besetzen.
Verwandte Begriffe
Wie wir damit umgehen
In unseren Unterlagen steht bei Suchbegriffen keine Zahl, sondern eine Klasse: viel, mittel, wenig, nicht messbar. Das ist kein Verstecken, sondern Ehrlichkeit über die Datenlage. Eine ausgewiesene 90 täuscht eine Genauigkeit vor, die es nicht gibt, und bei einem Einzugsgebiet von zwanzig Kilometern landen die interessantesten Begriffe ohnehin fast alle in der Klasse „wenig". Was wir stattdessen ausrechnen, ist Ihre Seite der Gleichung: wie viele Anfragen Sie brauchen und was eine davon wert ist.
Kleine Zahl, richtige Kundschaft
Im Magazin steht, wie Sie ohne teure Werkzeuge herausfinden, wonach in Ihrer Gegend gesucht wird. Der Sichtbarkeits-Check prüft davon unabhängig, wie Ihre Seite technisch und inhaltlich aufgestellt ist.