Recht & Datenschutz

Lizenz

Lexikon Nutzungsrecht 5 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Eine Lizenz ist die Erlaubnis, etwas Fremdes zu benutzen, verbunden mit Bedingungen: wofür, wie lange, in welchem Umfang, und ob der Urheber genannt werden muss. Sie gilt für Bilder ebenso wie für Schriftarten, Musik und Software. Der entscheidende Punkt ist nicht der Preis, sondern der Umfang. Eine Lizenz für private Nutzung deckt keine Firmenwebseite ab.

Das hier ist keine Rechtsberatung. Wir erklären, welche Punkte in einer Lizenz zählen und worauf man beim Lesen achtet. Ob eine bestimmte Lizenz Ihre geplante Nutzung abdeckt, ist eine Auslegungsfrage und gehört zu einer Kanzlei für Urheberrecht. Wir setzen ein, was lizenziert ist, wir bewerten keine Lizenztexte.

Was das genau bedeutet

Der Vergleich, der am besten passt, ist die Miete. Sie dürfen eine Wohnung bewohnen, aber nicht weitervermieten und nicht umbauen. Genauso bei einer Lizenz: Sie bekommen ein Nutzungsrecht in einem bestimmten Rahmen, das Werk selbst gehört weiterhin jemand anderem. Was außerhalb dieses Rahmens liegt, ist nicht erlaubt, auch wenn Sie bezahlt haben.

Vier Fragen entscheiden fast immer. Erstens der Zweck: privat oder kommerziell, und eine Firmenwebseite ist immer kommerziell. Zweitens die Reichweite: nur die Webseite, oder auch Flyer, Fahrzeugbeschriftung und Anzeigen. Drittens die Dauer: unbefristet oder abonniert, und was passiert, wenn Sie kündigen. Viertens die Nennung: muss der Urheber genannt werden, und wenn ja, wie genau.

Der Bereich, in dem am häufigsten unbewusst verstoßen wird, sind Schriftarten. Eine Schrift, die auf dem Rechner installiert wurde und im Layoutprogramm gut aussah, darf nicht automatisch auf einer Webseite eingebunden werden. Dafür braucht es meist eine gesonderte Weblizenz, oft nach Seitenaufrufen gestaffelt. Dasselbe gilt für Schriften, die mit einem gekauften Programm mitgeliefert wurden.

Warum das für Ihr Unternehmen zählt

Der praktische Grund ist die Beweislast. Wenn jemand die Nutzung beanstandet, müssen Sie belegen, dass Sie sie durften. Die Erinnerung, es damals gekauft zu haben, genügt nicht. Gebraucht wird die Rechnung, der Lizenztext in der damals gültigen Fassung und idealerweise ein Nachweis des Bezugsdatums. Genau daran scheitern die meisten Fälle, nicht am fehlenden Kauf.

Der zweite Grund betrifft den Wechsel. Wenn Sie die Agentur wechseln oder die Webseite neu bauen lassen, stellt sich heraus, worauf Sie eigentlich Zugriff haben. Wurde die Bildlizenz auf die Agentur ausgestellt, gehört sie nicht Ihnen. Läuft die Schriftlizenz über deren Konto, verschwindet Ihre Hausschrift beim Umzug. Das lässt sich vorher klären und hinterher nur teuer.

Und drittens gibt es die andere Richtung: Was Sie selbst beauftragen, sollte umfassend an Sie übergehen. Ein Logo, für das Sie bezahlt haben, nützt wenig, wenn der Vertrag die Nutzung auf die Webseite beschränkt und Sie es nicht auf ein Fahrzeug kleben dürfen.

So gehen Sie vor

  1. Legen Sie einen Ordner für Nachweise an. Digital oder auf Papier, mit einem Blatt vorne: was, von wem, wann bezogen, welcher Umfang. Jede Rechnung und jeder Lizenztext kommt hinein. Dieser Ordner ist im Ernstfall Ihre gesamte Verteidigung.
  2. Prüfen Sie bei jedem Element die vier Fragen. Zweck, Reichweite, Dauer, Nennung. Wenn Sie eine der vier nicht beantworten können, lesen Sie den Lizenztext nach, statt zu schätzen. Bei den meisten Anbietern steht er im Kundenkonto.
  3. Sehen Sie sich Ihre Schriftarten gesondert an. Welche Schrift bindet Ihre Webseite ein, woher stammt sie, und deckt die Lizenz die Einbindung im Netz ab. Freie Schriften mit eindeutiger Lizenz sind hier oft die sorgenfreiere Wahl und sehen nicht schlechter aus.
  4. Lassen Sie Lizenzen auf Ihren Namen laufen. Nicht auf die Agentur, nicht auf einen Mitarbeiter, sondern auf Ihr Unternehmen. Damit bleibt alles bei Ihnen, auch wenn sich Zuständigkeiten ändern.
  5. Notieren Sie ablaufende Lizenzen mit Datum. Abonnierte Bilder und Schriften laufen aus. Ein Eintrag im Kalender drei Monate vorher verhindert, dass eine Nutzung stillschweigend unzulässig wird, während die Seite unverändert online bleibt.

Typische Fehler

Vier Punkte, an denen Lizenzen im Alltag reißen.

Kostenlos heißt doch, dass ich es frei verwenden darf.

Kostenlos beschreibt den Preis, nicht den Umfang. Auch bei kostenlosen Angeboten gibt es Bedingungen: Nennung des Urhebers, Ausschluss bestimmter Verwendungen, manchmal ein Verbot der kommerziellen Nutzung. Ohne einen Blick in den Text weiß man nicht, was man hat.

Wir haben die Schrift doch mit dem Programm mitgekauft.

Mitgelieferte Schriften dürfen meist im Programm verwendet, aber nicht auf einer Webseite eingebunden werden. Das ist ein anderer Nutzungsvorgang und braucht in der Regel eine eigene Lizenz.

Die Lizenz läuft über unsere Agentur, das passt schon.

Solange die Zusammenarbeit läuft, fällt das nicht auf. Beim Wechsel schon: Bilder und Schriften, die auf ein fremdes Konto lizenziert sind, dürfen Sie danach nicht weiterverwenden. Lassen Sie alles auf Ihr Unternehmen umschreiben, solange das Verhältnis gut ist.

Der Nachweis liegt irgendwo im alten Postfach.

Im Ernstfall haben Sie wenige Tage, um zu antworten. Ein durchsuchbares Postfach von vor sieben Jahren, möglicherweise beim früheren Anbieter, ist kein Nachweis. Ein Ordner mit Rechnungen ist einer.

Verwandte Begriffe

Wie wir damit umgehen

Wir dokumentieren, was in Ihrer Seite steckt: welche Bilder woher stammen, welche Schriften eingebunden sind und unter welcher Lizenz sie laufen. Wo möglich setzen wir auf Schriften mit klarer, freier Lizenz und legen sie auf Ihren eigenen Server, was zugleich dem Datenschutz und der Ladezeit hilft. Alle Lizenzen, die für Ihr Projekt gekauft werden, laufen auf Ihr Unternehmen, damit Sie unabhängig bleiben, auch von uns.

Was steckt eigentlich in Ihrer Webseite?

Der Sichtbarkeits-Check zeigt unter anderem, welche externen Dienste und Schriften Ihre Seite einbindet. Eine Lizenzprüfung ersetzt er nicht, er zeigt aber, wo Sie nachsehen sollten.

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